Niedersachsen:
Transparenz als Ziel


[29.4.2014] In enger Zusammenarbeit mit dem Land Niedersachsen strebt die Firma GovConnect an, zentraler Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Open Data zu werden. Geplant ist eine Beratungs- und Betriebsplattform für niedersächsische Kommunen.

GovConnect als zentraler Ansprechpartner. Der Begriff Open Data ist nicht mehr nur auf E-Government-Fachkreise beschränkt, sondern endgültig in der gesellschaftlich-politischen Diskussion angekommen. So feierte das Bundesportal GovData aktuell sein einjähriges Bestehen und nach der zeitgleichen und insgesamt positiven Evaluierung kann man davon ausgehen, dass dieses Angebot weiter bestehen und ausgebaut werden wird. Die Untersuchung „Digitales Gold – Nutzen und Wertschöpfung durch Open Data für Berlin“ von der TSB Technologiestiftung Berlin zeigt außerdem, welches Potenzial hier noch wertschöpfend zu bergen ist. Auch wenn die Offenheit der Daten in einzelnen Fällen noch nicht weitreichend genug erscheint und das Tempo der Umsetzung durchaus höher sein könnte, kann dennoch festgestellt werden, dass der politische Wille und somit der so dringend benötigte Rückhalt vorhanden ist. Zahlreiche Transparenz- und Informationsfreiheitsgesetze belegen dies eindrucksvoll. Es ist also sicher, dass Open Data auch zukünftig den sich abzeichnenden kulturellen Wandel begleiten wird, der sich nicht zuletzt im neuen Slogan des Deutschen Städte- und Gemeindebundes widerspiegelt: Vom Vater Staat zum Partnerstaat.

Niedersachsen geht voran

In Niedersachsen beschäftigt sich die Firma GovConnect mit dem Thema „Offenlegung kommunaler Daten“ und versteht sich als zentraler Ansprechpartner in allen Fragen der Beratung und des Betriebs. GovConnect ist die gemeinsame Einrichtung der niedersächsischen IT-Dienstleister Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO), Hannoversche Informationstechnologien (HannIT), Kommunale Datenverarbeitungszentrale Südniedersachsen (KDS) und der Firma Itebo mit den Schwerpunkten Software-Entwicklung und E-Government-Angebote. Jüngstes Beispiel ist die Beauftragung von GovConnect durch das Land Niedersachsen mit dem Aufbau eines landesweiten Melderegisterdatenspiegels in Niedersachsen (MiN). Dieser soll automatisierte Melderegisterabfragen ermöglichen und den Sicherheitsbehörden einen effizienten Zugriff rund um die Uhr gewähren.
Im Rahmen einer vom Fraunhofer-Institut FOKUS erstellten Expertise zum Thema „Open Data in Niedersachsen“ wurden die Voraussetzungen für Open Data in einem Flächenland analysiert und Handlungsempfehlungen entwickelt. Dazu der Sprecher des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NSGB), Thorsten Bullerdiek: „Wir begrüßen, dass die niedersächsischen IT-Dienstleister die Entwicklung einer gemeinsamen Plattform für Open Data vorantreiben wollen. Für die niedersächsischen Kommunen kommt es darauf an, eine Möglichkeit zur Bereitstellung öffentlicher Daten zu bekommen, die leicht zu bedienen und kostengünstig ist.“

Gemeinsame Plattform für offene Daten

GovConnect strebt die Bereitstellung kooperativer Dateninfrastrukturen an. Diese sollen unmittelbar Daten aufnehmen oder Verlinkungen auf externe Quellen enthalten. Daneben wird die Beratung von Kommunen bei der Veröffentlichung von allgemein zugänglichen Daten im Mittelpunkt stehen. Bernhard Möller, einer der GovConnect-Geschäftsführer, erklärt: „Wir wissen, dass die öffentliche Verwaltung über sehr große Datenmengen verfügt und möchten deshalb allen Kommunen, unabhängig von ihrer Größe, die Gelegenheit bieten, diese mit einfachen Mitteln zur Verfügung zu stellen. Die Schaffung von zentralen Informationsbeständen bei gleichzeitiger Beibehaltung föderaler Strukturen stellt eine große Herausforderung dar. Wir haben in Niedersachsen die besten Voraussetzungen, den Kommunen in enger Abstimmung mit der Landesregierung ein attraktives Angebot zu unterbreiten.“
Dieses Angebot umfasst eine schlüsselfertige und sofort einsetzbare Lösung, die auf internationalen Standards beruht. Es besteht Kompatibilität zum Datenportal gov­data.de und den meisten nationalen und internationalen Lösungen. Um das Corporate Design der jeweiligen Kommune zu unterstützen, lässt es sich individuell anpassen. „Wir freuen uns, eine bis auf Landesebene skalierbare Lösung anzubieten, die sicher im kommunalen Rechenzentrum in Niedersachsen betrieben wird und auch für kleine Kommunen wirtschaftlich ist“, so Bernhard Möller weiter. Die Daten zur Veröffentlichung können aus verschiedensten Bereichen stammen, wie etwa Umwelt und Klima, Verkehr, Bildung, Gesundheit, Demografie, Geografie und Stadtplanung. Bei der Auswahl und Strukturierung der offenen Daten unterstützt GovConnect in Form von Organisationsberatung. Eine kompakte fachliche Beratung wird zudem durch Workshops und Schulungen sichergestellt. GovConnect schafft somit die Voraussetzungen für den Aufbau und Einsatz von Open Data, indem es größtmöglichen Wert darauf legt, wirtschaftlich attraktive Angebote zu machen und dadurch den Einstieg in das Thema enorm erleichtert.

Jörn Bargfrede ist zuständig für den Vertrieb bei der GovConnect GmbH.

www.govconnect.de
Dieser Beitrag wird in der Mai-Ausgabe von Kommune21 im Schwerpunkt Open Government veröffentlicht. Das Heft erscheint am 30. April 2014. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren. (Deep Link)

Stichwörter: Open Government, GovConnect, Open Data, Niedersachsen

Bildquelle: PEAK Agentur für Kommunikation

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Open Government
Potsdam: Open-Data-Portal online
[15.1.2018] Potsdam hat ein Open-Data-Portal gestartet. Die noch in der Testphase befindliche Plattform soll nach und nach mit weiteren Datenbeständen der Stadt bestückt werden. mehr...
Offene Daten stellt die Stadt Potsdam der Öffentlichkeit jetzt im Open-Data-Portal zur Verfügung.
ITK Rheinland: Hilfe für Open-Data-Projekte
[9.1.2018] Bei der Umsetzung ihrer Open-Data-Vorhaben werden die Stadt Düsseldorf und der Rhein-Kreis Neuss vom Zweckverband ITK Rheinland unterstützt. mehr...
Wien: Verwaltung testet Blockchain
[19.12.2017] Wie sich mithilfe der Blockchain-Technologie die Integrität von Open Government Data absichern lässt, testet die Stadt Wien in einem Pilotprojekt. mehr...
Berlin: Open Data für smarte Ideen
[14.11.2017] Aus den am Ernst-Reuter-Platz in Berlin erhobenen Verkehrsdaten sollen Anwendungen entwickelt werden, die das Leben, Arbeiten oder den Verkehr vor Ort optimieren. Bis Mitte Dezember können Interessierte ihre Lösungen einreichen. mehr...
Münster: Apps zur Lebenslage Familie
[25.10.2017] Innovative Ideen für mobile Anwendungen zur Lebenslage Familie will die Stadt Münster im Rahmen der Veranstaltung Münsterhack sammeln. mehr...