E-Partizipation:
Frankfurt fragt nach


[4.8.2014] Frankfurt am Main bündelt alle Beteiligungsangebote für die Bürger auf einem neuen Dialogportal. Davon profitieren auch die Fachämter der Stadt.

In der Mainmetropole sind die Bürger gefragt. Bislang haben nur wenige Städte zentrale Portale für ihre Online- und Offline-Partizipationsangebote geschaffen. Bürgerbeteiligung erfolgt meist projektbezogen, temporär und jeweils auf eigenen Websites. Oft werden die Angebote von den Bürgern nur durch Zufall gefunden. Besser machen will es die Stadt Frankfurt am Main. Das im April 2014 gestartete Bürgerbeteiligungsportal Frankfurt fragt mich bündelt alle Beteiligungsangebote der Kommune. So lassen sich beispielsweise infrastrukturelle Mängel im öffentlichen Raum in einer Stadtkarte eintragen. Den anschließenden Bearbeitungsprozess können die Nutzer kontinuierlich verfolgen. Aber auch Online-Bürgersprechstunden lassen sich über die Plattform abhalten. Die Magistratsmitglieder treten dabei per Chat mit den Bürgern in Kontakt. Den Anfang hat Oberbürgermeister Peter Feldmann im Mai dieses Jahres mit einer Bürgersprechstunde gemacht. Sukzessive in die Plattform überführt werden außerdem bereits bestehende Beteiligungsprojekte.

Baukasten für Beteiligung

Dem neuen Portal liegt eine technische Infrastruktur nach dem Platform-as-a-Service-Prinzip zugrunde. Mit einem Baukastensystem auf Basis der Lösung DIALOG BOX der Firma polidia schlägt die Stadt eine Brücke zwischen zwei zentralen Konzepten erfolgreicher Beteiligungspraxis. Dank des hohen Standardisierungsgrads lassen sich Beteiligungsverfahren durch reine Konfiguration kostengünstig und schnell realisieren. Gleichzeitig sollen sie direkt auf die Zielgruppe zugeschnitten und ansprechend gestaltet werden und sich durch individuelle Funktionen auszeichnen. Nur so lassen sich in der Regel eine große Reichweite und eine hohe Beteiligungsquote erzielen.
Bereits in der Spezifikations- und Anforderungsphase des Portals ermittelte die Stadt spätere Praxisbedarfe und Anwendungsszenarien. Die Ergebnisse aus verschiedenen Pilotprojekten flossen direkt in die Software-Entwicklung ein. Mit einem von polidia bereitgestellten Prototyp konnten Verwaltungsmitarbeiter verschiedene Formate und Funktionen der Software testen. Die frühe Evaluation zeigte, dass die präferierte All-in-one-Lösung Entwicklungs- und Bereitstellungskosten einzelner Dialogprojekte der Stadt deutlich reduzieren kann.

Synergien schaffen

Die nun entstandene Beteiligungslösung kann von allen Fachbereichen der Stadt sowohl für niedrigschwellige als auch komplexe Dialogprojekte schnell und einfach über eine gemeinsame Ad­ministrationsoberfläche genutzt werden. Dafür stellt die Stadt auf dem Portal verschiedene standardisierte Beteiligungslösungen bereit. Über ein Dashboard lassen sich ohne tiefes technisches Fachwissen unter anderem virtuelle Sprechstunden, Befragungen oder Umfragen sowie geo- oder textbasierte Konsultationsvarianten zu vollwertigen Dialogangeboten kombinieren. Bürger, die sich einmal bei Frankfurt fragt mich registriert haben, können alle Beteiligungsangebote sofort nutzen. Über die als Mandant auf der FFM.de-Plattform durchgeführten Bürgerbeteiligungsverfahren der Fachämter wird die Stadt fortlaufend Synergien zwischen allen online und offline durchgeführten Partizipationsvorhaben schaffen.

Thomas Heimstädt ist Geschäftsführer der polidia GmbH, Berlin.

www.ffm.de
Dieser Beitrag ist in der August-Ausgabe von Kommune21 im Schwerpunkt E-Partizipation erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren. (Deep Link)

Stichwörter: E-Partizipation, Frankfurt am Main, Bürgerbeteiligung, polidia

Bildquelle: Klaus-Uwe Gerhardt/pixelio

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