Ordnungswidrigkeiten:
Direkt zum Knöllchen


[27.10.2014] Der Einsatz von Smartphones bei der Ahndung von Ordnungswidrigkeiten setzt sich in Kommunen immer mehr durch. Damit können Arbeitsabläufe optimiert und Kosten eingespart werden.

Moderne Technik bringt Vorteile bei der Erfassung von Ordnungswidrigkeiten. Die mobile Datenerfassung im Bereich der Überwachung des ruhenden Verkehrs sowie der Ahndung von allgemeinen Ordnungswidrigkeiten hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt. Bisher erfolgte die Erfassung mit herkömmlichen Geräten, die in der Regel schwerer und unhandlicher sind als ein Smartphone. Zur Ausstattung eines Verkehrsaufsehers gehörten zudem meist Mobiltelefon und Digitalkamera. Nicht selten erfassen Kommunen auch heute noch mit einem Datenerfassungsbeleg (DEB). Die Informationen müssen dann manuell in ein Fachverfahren übertragen werden. Heute vereint ein Smartphone alle benötigten Komponenten und erleichtert die Verkehrsüberwachung durch eine schnelle Fallerfassung. Auch eine Doppelerfassung entfällt, insbesondere, wenn Applikationen wie die pmOWI-App der Firma GovConnect eingesetzt werden.

App erleichtert Arbeit

Die moderne Benutzeroberfläche ist an das aktuelle Apple Betriebssystem iOS für iPhone, iPad und iPad Mini angepasst und zeichnet sich durch klare Strukturen aus. Die auf diese Plattform umgestiegenen Kunden sind begeistert. „Oftmals ist nach der einfachen Installation keine Schulung mehr notwendig. Das spricht für eine intuitive Lösung“, bestätigt Jan Becker, bei GovConnect Produktverantwortlicher für die pmOWI-App.
Die neue Technik ist jedoch nicht nur für die Verkehrsaufseher eine große Arbeitserleichterung. Auch für den Innendienst bringt der Einsatz einen enormen Vorteil: Die erfassten Daten inklusive der Beweisfotos werden unmittelbar mit der Fallaufnahme sicher verschlüsselt in die Fachämter übertragen, wo die Ordnungswidrigkeit abschließend weiter bearbeitet werden kann. Auch Aspekte wie Kosteneffizienz und wartungsarme Geräte spielen eine große Rolle.

Daten direkt übertragen

Um vor Ort Knöllchen zu verteilen, kann ein mobiler Drucker verwendet werden, der per Bluetooth an das Smartphone gekoppelt wird. Das Gewicht der Drucker liegt mittlerweile je nach Robustheit zwischen 300 und 500 Gramm – Tendenz sinkend. Nach erfolgtem Druck wird das Knöllchen aus Thermodruckpapier hinter den Scheibenwischer gesteckt. Somit erhält der Betroffene Informationen darüber, welche Ordnungswidrigkeit er begangen hat, was diese kostet, unter welchem Kassenzeichen sie im Ordnungsamt vermerkt ist und auf welches Konto er das Verwarngeld zu überweisen hat. Selbst der Bezahlvorgang kann mittlerweile durch Einsatz eines QR-Codes und entsprechender Online-Bezahlsysteme unterstützt werden.
Bisher war für den Außendienstmitarbeiter nach jedem Dienstgang eine Rückkehr ins Amt notwendig. Das ist heute nicht mehr zwingend erforderlich, da eine direkte Übertragung aller erfassten Daten über eine besonders gesicherte Internet-Verbindung mit dem Web-Portal (Back End) erfolgt. Das Portal wird in Form einer Software-as-a-Service-Lösung (SaaS) in einem kommunalen Rechenzentrum hochverfügbar betrieben und genügt somit höchsten Sicherheitsanforderungen. Alternativ ist auch ein Eigenbetrieb möglich. Die Weiterverarbeitung der Ordnungswidrigkeiten kann sowohl mit dem Fachverfahren pmOWI von GovConnect als auch mit allen anderen am Markt befindlichen Fachverfahren erfolgen.
Durch den hohen Sicherheitsstandard von Apple und die Bereitstellung von Sicherheitsmechanismen zum Schutz der eigenen Daten vor Fremdzugriff wird maximale Datensicherheit gewährleistet. Hierzu wurden die Verschlüsselungssysteme SSL und AES implementiert. Die Administration von Einstellungen und Daten (geräteübergreifend) sowie die Gerätesteuerung erfolgen zentral. Auch Updates für die pmOWI-App sowie für das Web-Portal werden zentral verwaltet.

Schnittstelle zum Handy-Parken

Mit dem Einzug von Smartphones entfällt auch die so genannte Doppelahndung. Diese kam bisher zustande, wenn beispielsweise nachmittags ein Parksünder notiert wurde, den ein Kollege bereits am Vormittag verwarnt hatte. Die Folge für den Betroffenen: Er erhält zwei Zahlungsaufforderungen aus dem Ordnungsamt. Durch den Einsatz der pmOWI-App wird dies künftig vermieden, denn diese macht auf Doppelerfassungen aufmerksam. Der Vorteil für die Erfassungskräfte ist jedoch auch mit einem Nachteil für den Betroffenen verbunden: Die pmOWI-App registriert, wie lange das Fahrzeug schon widerrechtlich abgestellt war und ob es in der Zwischenzeit bewegt worden ist. In Abhängigkeit von der Parkdauer könnte sich die Geldbuße somit mehr als verdoppeln. Immer mehr Kommunen bieten auch das Handy-Parken an. Dabei können Autofahrer auf gebührenpflichtigen Parkplätzen mit dem Mobiltelefon bezahlen. Die App pmOWI bietet Online-Schnittstellen zum mobilen Datenabgleich mit diesen Systemen. Der Verkehrsaufseher prüft über eine Mobilfunkabfrage, ob der Fahrer berechtigt ist, an diesem Ort und in diesem Zeitfenster zu parken. Wenn die Prüfung ergibt, dass eine Ordnungswidrigkeit vorliegt, wird ein neuer Fall erfasst.

Jörn Bargfrede ist bei der GovConnect GmbH zuständig für den Vertrieb.

www.govconnect.de
Dieser Beitrag ist in der Oktober-Ausgabe von Kommune21 in der Rubrik Fachverfahren erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.  (Deep Link)

Stichwörter: Fachverfahren, GovConnect, Ordnungswidrigkeiten, Apps, mobile Solutions

Bildquelle: Klaus Stricker/pixelio

Druckversion    PDF     Link mailen


ekom21

 Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Fachverfahren
9. RISER-Konferenz: Digitalisierung und Meldewesen
[19.4.2018] Zur 9. RISER-Konferenz lädt RISER ID Services am 7. Juni nach Berlin ein. In den Vorträgen und Diskussionen geht es unter anderem um die Modernisierung der Melderegister sowie die Meldebehörde im Spannungsfeld von Digitalisierung und Datenschutz. mehr...
Auf der RISER-Konferenz werden auch in diesem Jahr aktuelle Themen rund um das Meldewesen diskutiert.
Kfz-Wesen: i-Kfz quo vadis? Bericht
[18.4.2018] Das Projekt Internetbasierte Fahrzeugzulassung (i-Kfz) hat in Stufe zwei noch nicht so richtig Fahrt aufgenommen. Höhere Nutzerzahlen werden durch eine Reihe von Rahmenbedingungen verhindert. Nun ruhen die Hoffnungen auf Stufe drei. mehr...
Internetbasierte Fahrzeugzulassung findet noch keine breite Akzeptanz.
München: Meldebescheinigung online anfordern
[6.4.2018] Meldebescheinigungen, Melderegisterauskünfte und Übermittlungssperren können in München auch online beantragt werden. mehr...
Wer eine Meldebescheinigung benötigt, kann sich in München jetzt den Gang aufs Amt sparen.
Marl: Neukunde für den Kita-Navigator
[4.4.2018] Für die Vergabe der Betreuungsplätze in Kindertageseinrichtungen nutzt die Stadt Marl künftig den Kita-Navigator. Insgesamt setzen damit nun 35 Kommunen auf die von der ITK Rheinland entwickelte Lösung. mehr...
Kanton Bern: eBau im Pilotbetrieb
[28.3.2018] Die Kommunen im Schweizer Kanton Bern wollen das Baubewilligungsverfahren digitalisieren. In zehn Gemeinden ist die Lösung eBau jetzt in den Pilotbetrieb gestartet. mehr...