Kongress Neue Verwaltung:
Erfahrungen teilen


[11.5.2015] Unter dem Motto stabil. mobil. agil. wird der 16. Kongress Neue Verwaltung vor allem aktuelle Trends wie mobile Web-Seiten, proaktive Angebote und konsolidierte Systeme in Vordergrund stellen. Hinzu kommen Themen aus dem behördlichen Gesundheitsmanagement oder Personalentwicklung im demografischen Wandel.

Kongress Neue Verwaltung thematisiert aktuelle Trends. Da sich die Digitalisierung der Verwaltung in rapidem Tempo entwickelt, ist das Thema E-Government zum wichtigsten Faktor der Verwaltungsmodernisierung geworden. Hinzu kommt, dass der digitale Wandel auf allen Ebenen der Gesellschaft zusätzliche Impulse liefert. Wirtschaft, Bürger und Politik erwarten von der Verwaltung effiziente Abläufe, transparente Verfahren und proaktives Verhalten. Als zentrale staatliche Organisation stellt die Verwaltung in Bund, Ländern und Gemeinden einen wichtigen Standortfaktor für eine erfolgreiche Wirtschaft und einen stabilen Staat dar. Das Thema E-Government hat somit eine besondere Bedeutung. Die Erwartung, dass Verwaltung wie die großen Internet-Dienstleister rund um die Uhr vom Smartphone aus zu erreichen ist, wird sich mehr und mehr verbreiten. Moderne Technologien für ein digitales Identitätsmanagement werden Formulare und andere bürokratische Hürden überwinden. Algorithmen für digitale Entscheidungsprozesse werden die Abläufe erheblich beschleunigen.

Aktuelle Verwaltungstrends

Unter dem Motto stabil. mobil. agil. wird der 16. Kongress Neue Verwaltung (2.-3. Juni 2015, Leipzig) die aktuellen Trends der digitalen Verwaltung präsentieren. Im Rahmen eines Call for Papers, den der Kongressveranstalter, die dbb akademie, durchgeführt hat, wurden 26 Vorträge ausgewählt, die aus der Verwaltung stammende aktuelle Konzepte und Projekte präsentieren. Der Blick auf die einzelnen Vorträge lässt eine große Vielfalt erkennen. Stabile Systeme und konsolidierte Sicherheit werden von mehreren Referenten präsentiert. Björn Weiße und Jürgen Fody von der Stadt Karlsruhe stellen ihr kommunales Risiko-Management vor, das systematisch alle Bereiche der Verwaltung mithilfe von Software untersucht, bewertet und dokumentiert. Carsten Morgenroth von der Ernst-Abbe-Hochschule Jena berichtet über die Sicherung wissenschaftlicher Informationen und des Verwaltungswissens als eigenständiger Aufgabenbereich. Ein Vertreter der Saarländischen Staatskanzlei wird die IT-Neuausrichtung der Landesverwaltung vorstellen, die eine Konsolidierung und Stabilisierung erbringt. Bernhard Freisler vom Regierungspräsidium Stuttgart berichtet Neues über den Datenschutz im Schulbetrieb. Das geplante Hessische E-Government-Gesetz unter besonderer Berücksichtigung der IT-Sicherheit stellt Lars Bostelmann vom Ministerium des Innern und für Sport vor. Mobile Government sollte in die IT-Strategien aller Verwaltungen einfließen. Dazu gehören auch die mobilen Arbeitsplätze. So schildert Thomas Ortseifen von der Landeshauptstadt Wiesbaden in seinem Vortrag den Weg von der Einführung der E-Akte hin zur E-Akte 2 go, Die ermöglicht es, auch außerhalb der Dienststelle medienbruchfrei mit Akten zu arbeiten. Andreas Schorling vom Landesbetrieb Verkehr Hamburg berichtet über ein ähnliches Szenario am Beispiel des Parkraum-Managements mit mobilen Geräten.

Wissen proaktiv managen

Eine agile Verwaltung muss ihr Wissensmanagement proaktiv betreiben und dabei konsequent auf digitale Unterstützung setzen. So berichtet Julia Frisch von der Stadt Karlsruhe über die Einführung eines ganzheitlichen und nachfrageorientierten Wissensmanagements, das als Daueraufgabe für die gesamte Stadtverwaltung verstanden wird. Anschließend wird Joachim Klein vom Justizministerium Nordrhein-Westfalen die Integration lokaler Haus-Intranets in das landesweite Mitarbeiterportal der NRW-Justiz beschreiben. Hier wurde durch eine Zusammenlegung der jeweiligen Benutzerkonten eine einheitliche Wissensbasis erstellt, die eine bessere Nutzbarkeit und einen schnelleren Zugriff auf alle relevanten Informationen gewährleistet. Rechtsanwältin Tanja Röchert-Voigt stellt wesentliche Erkenntnisse ihrer Dissertation über den Einsatz von Social-Software-Anwendungen zur Erstellung von Verwaltungsvorschriften vor. Ulrich Zuber vom Bundesverwaltungsamt lotet die Chancen und Grenzen des Social Intranet seiner Behörde aus. Der Arbeitsplatz der Zukunft müsse dem Personal Zugang zu Wissen und Netzwerken und Entscheidungsspielräume zum Erreichen vereinbarter Ziele bieten. Dies setze eine weitgehende Änderung der aktuellen Führungs- und Organisationskultur voraus, die proaktiv und agil sein muss. In diesem Sinne kennzeichnet der Vortrag von Bürgermeister Thomas Pink über den Bürgerbeteiligungsprozess „Zukunftsprofil – Innenstadt Wolfenbüttel“ den Wandel der Verwaltungskultur.

Kommunale Themen im Forum

Wie in den vergangenen Jahren werden kommunale Themen in einem eigenen Forenstrang gebündelt. Auch ein Fachgespräch über Kooperatives E-Government in Kommunen wird stattfinden. Teilnehmen werden: Bernd Anders, Verbandsvorsteher des Zweckverbands Elektronische Verwaltung in Mecklenburg-Vorpommern (eGo-MV), Professor Andreas Engel, Geschäftsführer des KDN und Leitender Stadtverwaltungsdirektor der Stadt Köln, Reinhold Harnisch, Geschäftsführer des Kommunalen Rechenzentrums Minden-Ravensberg/Lippe (krz) sowie Norbert Weißenfels, Leiter des Amts EDV der Stadt Norderstedt. Mit drei Vorträgen präsentieren Volker Staupe, Astrid Raith und Thomas Heucken von der Stadt Witten die erfolgreiche Einführung ihres Dokumenten-Management-Systems (DMS), die durch ein systematisches Akzeptanz-Management begleitet wurde. Als Kongresspartner präsentiert der Verband der Kommunalen IT-Dienstleister, Vitako, wieder zahlreiche Vorträge seiner Mitgliedsunternehmen. Themen wie E-Akte, mobile Portale, elektronischer Zahlungsverkehr oder Verwaltung in der Cloud liefern interessante Beispiele aus Kommunen.

Auszeichnung der Gewinner

Weitere Themen beschreiben die Entwicklung digitaler Prozesse, etwa durch die Einführung der E-Rechnung im Bundesverwaltungsamt (Gabriele Mayer), die elektronische Steuerabteilung in Verbindung mit dem Bürgerportal in Düren (Petra Rothkranz und Dagmar Mirbach) oder das Benchmarking von Unterstützungsprozessen (Benjamin Schwabl vom Bundesverwaltungsamt). Die Chancen für eine bessere medizinische Versorgung durch die elektronische Gesundheitskarte und die entsprechende Telematikinfrastruktur stellt Claudia Riepe vom Bundesministerium für Gesundheit vor, während Pablo Mentzinis vom Hightech-Verband BITKOM das Verhältnis von E-Heath und E-Government zum Thema macht. Ergänzend hierzu befasst sich Klaus Wolter vom Bundesverwaltungsamt mit der Online-Ausweisfunktion des neuen Personalausweises. Der Hauptsponsor des Kongresses, die Deutsche Post AG, wird wieder innovative Produkte und Projekte in ihrem Partnerforum präsentieren. Das Bundesministerium des Innern wird als Kongresspartner ein Forum E-Government mit eID-Funktion durchführen, das aktuelle Projekte zum neuen Personalausweis vorstellt. Am 2. Juni wird außerdem der Gewinner des dbb Innovationspreises bekanntgegeben. Die Laudatio hält Cornelia Rogall-Grothe, Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik und Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern. Am 3. Juni hält Innenminister Peter Beuth für das Partnerland Hessen eine Keynote über die digitale Verwaltung seines Bundeslandes.

Dr. Volker Franke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der dbb akademie und zuständig für die Inhalte des Kongresses Neue Verwaltung.

www.neueverwaltung.de

Stichwörter: Panorama, Kongress Neue Verwaltung 2015

Bildquelle: Friedhelm Windmueller, Berlin

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