Zukunftskongress Staat & Verwaltung:
Positive Bilanz


[29.6.2015] Auf dem dritten Zukunftskongress Staat & Verwaltung diskutierten Teilnehmer aus Bund, Ländern und Kommunen den Sachstand des E-Governments und der Verwaltungsmodernisierung. Laut Veranstalter ist das Interesse an der Veranstaltung gestiegen.

Staat und Gesellschaft in der digitalen Revolution – so lautete das Motto des dritten Zukunftskongresses Staat & Verwaltung. Staat und Gesellschaft in der digitalen Revolution – so lautete das Motto des dritten Zukunftskongresses Staat & Verwaltung (23.-24. Juni 2015, Berlin). Eine positive Bilanz zieht Oliver Lorenz, Geschäftsführer des Veranstalters wegweiser: „Es hat sich gezeigt, dass die Digitale Agenda die Veränderungsbereitschaft in Staat und Verwaltung schon geschärft hat; immerhin konnten wir gegenüber dem Vorjahr ein um mehr als 25 Prozent gestiegenes Interesse am Kongress verzeichnen.“ Wie wegweiser meldet, haben mehr 1.300 Teilnehmer den Kongress besucht. Zwei Drittel davon waren Vertreter von Behörden des Bundes, der Länder und Kommunen. Eröffnet hat den Kongress Taavi Kotka, Deputy Secretary General for Communication and State Information Systems, Ministry of Economic Affairs and Communications for Estonia. „Für den Erfolg von E-Government ist es wichtig, dass die Politik eindeutige Ziele und Zeitvorgaben macht“, erklärte er in seiner Keynote. „Die Politik muss entscheiden wo und bis wann eine Brücke gebaut werden soll. Das Bauen selbst muss man den Ingenieuren überlassen.“ Damit die digitale Revolution in Deutschland gelingt, muss sich die Verwaltung den entsprechenden Herausfordungen stellen, erklärt Johannes Ludewig, Vorsitzender des Nationalen Normenkontrollrates: „Anstatt die vorhandenen Kräfte zu bündeln und dadurch die Schlagkraft zu erhöhen, wird noch zu oft nebeneinander her gearbeitet. Erst wenn wir internationale Vorbilder ernst nehmen und eine echte Koordinierung von Ideen und Ressourcen über Ressort- und Verwaltungsgrenzen hinweg erreichen, werden Bürger, Unternehmen und Verwaltungen tatsächlich profitieren.“

Mehr als Digitalisierung

Am ersten Kongresstag hat das Forum Digitale Gesellschaft des IT-Gipfels stattgefunden. Das Dialogforum des Bundesministeriums des Innern ist durch die Neuausrichtung des IT-Gipfels zum Bestandteil des diesjährigen Zukunftskongresses geworden. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat die Diskussionsrunde moderiert. Die Verwaltungen haben heute mehr Aufgaben und weniger Ressourcen – laut de Maizière ein schwerer Auftrag. „Trotzdem wollen wir die Bürgerinnen und Bürger erfolgreich mit öffentlichen Leistungen versorgen und die staatlichen Aufgaben anständig erfüllen. Die Verwaltung hat sich in den letzten Jahren deswegen an vielen Stellen verändert: Es gibt mehr elektronische Angebote. Arbeitsabläufe wurden überprüft und IT-Systeme integriert.“ Dieser Prozess müsse nicht nur weitergehen, sondern an einigen Stellen auch noch stärker angetrieben werden. „Mit der Digitalen Agenda 2014 - 2017 tun wir das“, so de Maizière. „Digitalisierung ist kein endlicher Prozess. Die Veränderungen werden uns immer weiter begleiten. Deswegen ist es besonders wichtig, kluge Weichen zu stellen.“ Höhepunkt des zweiten Kongresstages war eine Ansprache des Bundesministers für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel. Dabei betonte er die Bedeutung der Digitalisierung beim Bürokratieabbau, für besseren Service und mehr Partizipation: „Wir wollen zum Beispiel, dass Gründer und vor allem mittelständische Unternehmen alle notwendigen Vorgänge mit der Verwaltung vollständig elektronisch über eine Stelle abwickeln können, von der Antragstellung über die Anzeigepflichten bis hin zum Empfang von Bescheiden. Mit der E-Vergabe werden bürokratische Hemmnisse vor allem für kleine und mittlere Unternehmen abgebaut; das erleichtert die Teilnahme an Ausschreibungen, vergrößert den Bieterkreis und schafft so mehr Wettbewerb.“ Außerdem habe die Bundesregierung den festen Willen, die Bürokratiekosten für Bürger und Unternehmen zu senken. Wie wegweiser meldet, findet der vierte Zukunftskongress Staat & Verwaltung am 21. und 22. Juni 2016 in Berlin statt. (ve)

www.zukunftskongress.info

Stichwörter: Panorama, Zukunftskongress Staat & Verwaltung 2015

Bildquelle: Wegweiser-Unternehmensgruppe

Druckversion    PDF     Link mailen


ekom21
Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Panorama
Digitale Dörfer: Zweite Projektphase in Rheinland-Pfalz
[25.4.2017] Mit 1,7 Millionen Euro unterstützt Rheinland-Pfalz die zweite Projektphase der Digitalen Dörfer. In dem Folgeprojekt soll weiter erprobt werden, wie sich das Potenzial ländlich geprägter Regionen besser ausschöpfen lässt. mehr...
Mit 1,7 Millionen Euro beteiligt sich das Land Rheinland-Pfalz an der zweiten Projektphase der Digitalen Dörfer.
Kreis Emsland: Mobil- statt Digitalfunknetz
[24.4.2017] Anstelle des Digitalfunks nutzt der Kreis Emsland öffentliche Mobilfunknetze zur Primäralarmierung für Feuerwehr und Rettungsdienste. Das dabei eingesetzte System hat die Kommune aufgrund seiner Verlässlichkeit, Schnelligkeit, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit überzeugt. mehr...
EU-Projekt e-SENS: Erfolgreicher Abschluss
[19.4.2017] Zu einem erfolgreichen Abschluss ist das EU-Projekt e-SENS gelangt. Ziel war es, eine europaweite digitale Infrastruktur für rechtssichere und grenzüberschreitende E-Government-Dienste aufzubauen. mehr...
Baden-Württemberg: E-Learning-Stationen für Bibliotheken
[18.4.2017] Über 50 Lernstationen sind im Rahmen eines vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg geförderten Projekts an öffentlichen Bibliotheken eingerichtet worden. Sie sollen die Nachfrage an Deutschkursen decken. mehr...
Berlin: Senat richtet CityLAB ein
[13.4.2017] Der Berliner Senat hat in seiner jüngsten Sitzung Eckpunkte zur Einrichtung des CityLAB Berlin verabschiedet. Mit dem Stadtlabor soll an Lösungen für die Herausforderungen der smarten Stadt gearbeitet werden. mehr...