Glasfaserausbau:
Zwölf Faktoren für den Erfolg


[29.6.2016] Das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) hat zwölf Faktoren für den erfolgreichen Glasfaserausbau identifiziert. Die wichtigsten Erkenntnisse: Ein zukunftsfähiges Infrastrukturziel, ein funktionierender Wettbewerb und verlässliche Rahmenbedingungen können den Ausbau erheblich beschleunigen.

Eine aktuelle Studie zeigt Erfolgsfaktoren für den Glasfaserausbau auf. Für einen erfolgreichen Ausbau mit ultraschnellen Glasfaseranschlüssen bis ins Gebäude (FTTB) oder direkt in die Wohnung (FTTH) kommt es vor allem auf zwölf Erfolgsfaktoren an. Das hat das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) in einer Studie für den Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) festgestellt. Für die Studie wurden laut BREKO nicht nur wissenschaftliche Zahlen, Daten und Fakten herangezogen, sondern auch Interviews mit Unternehmen geführt. Die zunächst theoretisch getroffenen Annahmen des WIK seien so durch die Realität des tatsächlich stattfindenden Breitband-Ausbaus bestätigt worden.

Zukunftsfähiges Infrastrukturziel festlegen

Wichtigstes Ergebnis der Studie und zugleich konkrete Handlungsempfehlung an die Politik: Oberste Priorität hat die politische Festlegung eines zukunftsfähigen Infrastrukturziels, das sich auf direkte Glasfaseranschlüsse (FTTB/FTTH) als von allen Seiten anerkannte, nachhaltige und zukunftssichere Technologie fokussiert – und das weit über das Jahr 2018 hinaus. Damit knüpfe die Empfehlung des WIK-Instituts an die „Digitalen Strategie 2025“ des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) sowie an das von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vorgestellte „Strategiepapier Digitales Deutschland – Wir bauen Gigabit-Deutschland!“ an, so der BREKO weiter. „Die begrüßenswerten Ansätze der Bundesregierung müssen nun schnellstens konkretisiert, erweitert und konsequent weiterverfolgt werden“, erläutert BREKO-Präsident Norbert Westfal. „Auf diesem Wege kann eine durch das aktuelle Breitband-Ziel der Bundesregierung – 50 Megabit/Sekunde für alle Haushalte bis 2018 – entstandene, taktische Falle eliminiert werden: Nämlich der kurzsichtige Fokus insbesondere auf VDSL-Vectoring.“

Verlässliche Rahmenbedingungen schaffen

Des Weiteren unterstreicht die Studie des WIK die Rolle eines funktionierenden Wettbewerbs: Denn ohne die Investitionen alternativer Netzbetreiber sei ein flächendeckender Ausbau mit direkten Glasfaseranschlüssen nicht zu stemmen. Kein zwingendes Kriterium für einen schnelleren Glasfaserausbau sind laut der Studie höhere Subventionen durch die öffentliche Hand. Vielmehr, so die Autoren, könne die Profitabilität – und damit auch die Geschwindigkeit des Ausbaus – schon mit geringen Anpassungen der Rahmenbedingungen erheblich gesteigert werden. „Beim Glasfaserausbau sind insbesondere regional und lokal operierende Netzbetreiber auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen, da sich viele Ausbauprojekte in ländlichen und unterversorgten Regionen erst nach mehrjährigen Zeiträumen rentieren“, erläutert BREKO-Präsident Norbert Westfal. „Hier können ausbauwillige Netzbetreiber unseres Verbands erleben, dass trotz anderslautender Aussagen im Vorfeld gerade dann ein Überbau durch Dritte – und das meist auch noch mit schlechterer Technologie – beschlossen wird, wenn eine Kommune einen FTTB-/FTTH-Ausbau im Rahmen eines Betreibermodells startet.“
Die WIK-Studie „Erfolgsfaktoren beim FTTB/H-Ausbau“ steht auf der Website des BREKO zum Download zur Verfügung. (bs)

Die Studie zum Download (Deep Link)
www.brekoverband.de

Stichwörter: Breitband, Glasfaser, Studie, Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO), WIK

Bildquelle: Andreas Sulz/pixelio

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