Ingolstadt:
Bankhalle für E-Government


[16.1.2017] Ingolstädter Bürger können Verwaltungsleistungen jetzt auch mit dem Gang zur Bank verbinden: Ein Bürgerterminal in der Hauptstelle der Sparkasse machts möglich.

Virtuelles Rathaus in der Sparkasse. Donnerstagnachmittag herrscht im Bürgerbüro der Stadt Ingolstadt oft Hochbetrieb, weiß Karl Koller, Leiter des Bürgeramts zu berichten. Damit sie sich mehr Zeit für den einzelnen Bürger nehmen können, verweisen die Sachbearbeiter dann gerne auf die Sparkassenzentrale gleich nebenan am Rathausplatz. In deren Foyer steht nämlich seit Anfang August 2016 ein Terminal ähnlich einem Bankautomaten – nur dass man dort über das Bürgerservice-Portal der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) verschiedene Verwaltungsdienste der Stadt Ingolstadt in Anspruch nehmen kann.
„Mittelfristig wird dieses Zusatzangebot immer stärker genutzt werden“, sagt Koller. Denn es entschärft die Arbeitsbelastung im Bürgerbüro – wo bedingt durch hohe Flüchtlingszahlen zur Zeit ohnehin viel los ist – und ermöglicht den Bürgern gleichzeitig, E-Government-Dienste unabhängig von den Öffnungszeiten der Ämter zu nutzen.

Website hat monatlich rund 60.000 Klicks

Dass Ingolstadt die erste Kommune Bayerns ist, die eine Nutzung des Bürgerservice-Portals an einem Terminal außerhalb der Behördenräume anbietet, kommt nicht von ungefähr. So zählt die städtische Website monatlich rund 60.000 Klicks, das dort integrierte Bürgerservice-Portal wird gut fünftausendmal aufgerufen. Es ist mit den im Hintergrund laufenden Fachverfahren der Kommune unter anderem in den Bereichen Finanz-, Melde- und Zulassungswesen verbunden. „Am häufigsten werden die Bereiche Führungszeugnisantrag, Wohnungsan- und -ummeldung sowie die Beantragung von Wunschkennzeichen über das Bürgerservice-Portal genutzt“, erklärt Koller. Insgesamt können derzeit 20 verschiedene Verwaltungsvorgänge am Terminal erledigt werden.

Ingolstädter sind E-Government-affin

Nur für bestimmte Dienste ist eine Identifizierung via eID des Personalausweises erforderlich, zum Beispiel für die Kfz-Abmeldung. Die Ingolstädter sind schon beinahe traditionell E-Government-affin, haben sie doch mit 70 Prozent freigeschalteter neuer Personalausweise eine der höchsten eID-Quoten bundesweit. Gäbe es noch Fördermittel vom Bund für den Erwerb eines Kartenlesegeräts, wäre die Zahl der eID-Nutzer sicherlich noch wesentlich höher.
Auch Jörg Tiedt, Abteilungsdirektor der Sparkasse Ingolstadt, freut sich: „Wir haben täglich eine hohe Frequenz an den Zahlungsterminals. Unseren Kunden können wir mit dem neuen Bürgerterminal nun einen zusätzlichen Service bieten.“
Wird das Terminal in der Sparkasse Ingolstadt gut angenommen, könnte sich Karl Koller weitere Einsatzszenarien vorstellen, bei großen Unternehmen etwa. Das Wunschkennzeichen in der Mittagspause im Audi-Werk beantragen – was könnte besser passen?

Frank Zscheile ist freier Journalist in München.

www.ingolstadt.de
Dieser Beitrag ist in der Januar-Ausgabe von Kommune21 erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren. (Deep Link)

Stichwörter: Digitale Identität, Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB), eID, Bürgerterminal, Ingolstadt

Bildquelle: Frank Zscheile

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