eIDAS-Verordnung:
EU-taugliche eID-Infrastruktur


[18.1.2017] Ein Konsortium aus acht Unternehmen will die deutsche eID-Infrastruktur für eine europaweite Nutzung gemäß der eIDAS-Verordnung der EU öffnen.

Die deutsche eID-Infrastruktur soll für eine europaweite Nutzung geöffnet werden. Die deutsche eID-Infrastruktur basiert auf der Nutzung der Online-Ausweisfunktion des neuen Personalausweises. Ein Konsortium aus acht deutschen Unternehmen will nun diese Infrastruktur gemäß der eIDAS-Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt (wir berichteten) für eine europaweite Nutzung öffnen. Wie der Projektkoordinator, das Unternehmen Governikus, mitteilt, sollen im von der EU geförderten Projekt TREATS (TRans-European AuThentication Services) die deutschen eID-Server bis Ende November 2017 eIDAS-fähig gemacht und Erweiterungen für eID-Anwendungen, Bürgerdienste und Servicekonten realisiert werden.
Das Konsortium besteht neben Governikus aus der Hochschule Harz sowie den Unternehmen HSH Kommunalsoftware, Sixform, Bundesdruckerei, OpenLimit, MTG und der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB). In dem Projekt sollen laut der Meldung verschiedene eID-Anwendungen umgesetzt werden. Im Teilprojekt der Firma HSH werde die E-Government-Anwendung „Online-Meldebescheinigung“ an europäische eID-Systeme angepasst, sodass künftig auch EU-Bürger eine Meldebescheinigung online beantragen können. Sixform greife beispielhaft die länderübergreifende An-/Ab- und Ummeldung von Gewerben auf.
Die AKDB setzt die eID-Funktion des Personalausweises zur Authentifizierung im Servicekonto des Bürgerservice-Portals des Freistaats Bayern (BayernPortal) ein (wir berichteten). Im Projektverlauf werde der kommunale IT-Dienstleister Prozesse für das Einlesen unterschiedlicher nationaler eIDs und für das Speichern der Daten im Servicekonto entwickeln. Auch die Bundesdruckerei will ihren eID-Service um eIDAS-konforme Dienste erweitern. In einem ersten Schritt werde ein hoheitliches ID-Dokument eines EU-Mitgliedsstaats über den Service der Bundesdruckerei authentisiert. Für einen ausländischen EU-Bürger soll die Online-Beantragung einer Meldebescheinigung realisiert und damit die technische Grundlage für eine EU-weite Nutzung von E-Government-Angeboten geschaffen werden.
Schließlich wollen die deutschen eID-Server-Hersteller OpenLimit, MTG und Governikus im Rahmen des Projekts den von der EU-Kommission bereitgestellten eIDAS-Connector implementieren und ihre Server auf die europaweite Nutzung vorbereiten. (al)

www.governikus.de

Stichwörter: Digitale Identität, eID, eIDAS-Verordnung, Governikus, HSH, Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB)

Bildquelle: PEAK Agentur für Kommunikation

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