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Christine Kirbach und Andreas Gourmelon (Hrsg.):
Personalmanagement in Umbruchzeiten

(2007) Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden
ISBN 10: 3832926429
ISBN 13: 978-3-8329-2642-7
broschiert, 159 S., 38,00 EUR

Derzeit sind die Institutionen des öffentlichen Sektors durch vielfältige Umbrüche betroffen, die z.B. durch den Zwang zur Haushaltskonsolidierung oder neue technische Entwicklungen bedingt sind. Die Umbrüche haben vielfältige Auswirkungen auf die Beschäftigten und erfordern von ihnen, sich auf neue oder geänderte berufliche Tätigkeiten einzulassen. Im vorliegenden Werk erläutern Experten aus Wissenschaft und Praxis, welche Möglichkeiten das Personalmanagement hat, die Veränderungen wirksam zu unterstützen. Maßnahmen des Personalmanagements werden aus juristischer, betriebswirtschaftlicher und psychologischer Perspektive beschrieben; mit Praxisbeispielen (auch aus dem kommunalen Bereich) wird die Einbettung dieser Maßnahmen in Gesamtkonzepte erläutert. Interessant ist das Werk für das obere und mittlere Management des öffentlichen Sektors sowie für Personal- und Betriebsräte. Der Leser erhält fundiertes Hintergrundwissen und umfangreiche Anregungen für die Bewältigung von Veränderungen in Umbruchzeiten.
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Rezension aus Kommune21 Ausgabe 11/2007 → als PDF

Veränderungen gestalten

In dem Buch „Personalmanagement in Umbruchzeiten“ erläutern Experten aus Wissenschaft und Praxis, wie das Personal-Management die Veränderungen wirksam unterstützen kann.

Die Umstrukturierung des öffentlichen Sektors ist in vollem Gang, schreibt Ulrich Potthast, Finanzvorstand der KGSt, im Vorwort zu dem Buch „Personalmanagement in Umbruchzeiten“. Das Personal-Management der deutschen Kommunalverwaltungen stehe vor interessanten Veränderungen und neuen, anspruchsvollen Herausforderungen.
Für die von Stellenabbau und den Auswirkungen der demografischen Entwicklung betroffenen Beschäftigten dürften die Veränderungen allerdings weniger interessant als vielmehr besorgniserregend sein. Ein Auslöser für den Arbeitsplatz- und Stellenabbau ist das Bemühen der öffentlichen Hand, die Haushaltskonsolidierung auch über den Abbau von Personalausgaben zu betreiben. Aber auch die Aufgabenkritik, die durch neue Informationstechniken bedingte Reorganisation von Arbeitsabläufen und die wachsenden Anforderungen der Bürger an die öffentliche Verwaltung bewirken, dass sich Jobs verändern und ein Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst nicht mehr per se sicher ist. Aufgabe der Personalarbeit ist es nun, diese Veränderungen zu begleiten und sinnvoll zu gestalten. Das von Christine Kirbach und Andreas Gourmelon herausgegebene Werk widmet sich der Frage, wie das Personal-Management in diesen Umbruchzeiten handeln kann. Dabei beleuchten Autoren aus Wissenschaft und Praxis die Veränderungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln und geben Anregungen für deren Bewältigung.
Der Dienstrechtsexperte Professor Helmut Schnellenbach erläutert die Modelle möglicher Handlungsformen des Dienstherren – wie Versetzung, Abordnung und Umsetzung – und weist auch auf die Schranken dieser Maßnahmen hin. Die Seite der Beschäftigten beleuchten die Psychologen Professor Heinrich Wottawa und Professor Andreas Gourmelon. Behandelt werden das Outsourcing und die daraus resultierenden Veränderungen der Organisationskultur beziehungsweise die psychische Situation der Beschäftigten und die Konsequenzen, die das Personal-Management hieraus ziehen sollte. Professor Michael D. Mroß plädiert in seinem Beitrag für ein Management der Ressource Personal. Instrumente zur Potenzialerfassung und Unterstützung der beruflichen Neuorientierung stellen die Psychologinnen Barbora Zimmer und Christine Kirbach vor. Sie beschreiben die psychologischen Aspekte einer solchen Umorientierung und diskutieren mögliche Lösungswege für die Betroffenen.An die Darstellung der Grundlagen schließt ein Praxisteil an. Hier stellt unter anderem Rüdiger Freiberg von der Stadt Lünen eine Reihe möglicher Initiativen zur Minderung von Personalkosten dar. Jane Unger beschreibt die Bemühungen der Stadt Halle (Saale) zur Haushaltskonsolidierung und geht dabei auf die Folgen für die Beschäftigten ein.
Interessant ist das Werk, das juristische, betriebswirtschaftliche und psychologische Perspektiven vereint und die Praxis im Blick hat für das obere und mittlere Management des öffentlichen Sektors sowie für Personal- und Betriebsräte.

Alexandra Reiter