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Marcus Stumböck:
Kommunale Internet-Portale
Inhaltliche, funktionale und organisatorische Anforderungen

(2007) VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken
ISBN 10: 3836408554
ISBN 13: 978-3-8364-0855-4
broschiert, 150 S., 59,00 EUR

Das Buch gibt einen Überblick über die verschiedenen Bereiche des E-Government- und Portalumfeldes sowie die Abgrenzung derselben zu Schlagwörtern wie One Stop Government oder virtuelle Marktplätze. Es werden die funktionalen, inhaltlichen und organisatorischen Anforderungen an ein kommunales Internet-Portal beschrieben. Dies beinhaltet eine Übersicht von möglichen und sinnvollen Portalinhalten und deren Auswahl, Identifikation und Strukturierung, Mindestinhalte eines Portals für kleine, mittelgroße beziehungsweise Großstädte sowie praktische Vorschläge und Checklisten. Dieses Buch bietet damit allen Entscheidern und technischen Verantwortlichen in öffentlichen landesweiten, regionalen und kommunalen Stellen eine Hilfestellung und Handlungsempfehlung bei der Ausgestaltung eines neuen oder bestehenden Internet-Portals.
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Rezension aus Kommune21 Ausgabe 12/2007 → als PDF

Interaktion im Portal

In seinem Buch „Kommunale Internet-Portale“ will Autor Marcus Stumböck Entscheidern und IT-Verantwortlichen in Kommunen Handlungsempfehlungen bei der Ausgestaltung eines neuen oder bestehenden Web-Portals geben.

Die Herausforderung für die Kommunen, ihre oftmals rein informativen und statischen Online-Angebote um interaktive Elemente zu erweitern, nimmt Autor Marcus Stumböck als Ausgangspunkt für sein Buch „Kommunale Internet-Portale.“ Denn die Konzeption und der Einsatz erweiterter öffentlicher Informations- und Interaktionsportale stellen für Stumböck eine wichtige Schlüsselfunktion bei der Ausgestaltung der neuen Informationsgesellschaft dar. Das Buch soll daher die inhaltlichen, funktionalen und organisatorischen Anforderungen an kommunale Internet-Portale zusammenfassen und allen Entscheidern und technischen Verantwortlichen als Handlungsempfehlung dienen.
Nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen des E-Government und Portalumfeldes geht der Autor auf die fachlichen Anforderungen ein, die ein kommunales Internet-Portal erfüllen sollte. Der Leser soll so in die Lage versetzt werden, eigene Portalinhalte klar und übersichtlich strukturieren zu können. Ergänzt wird dieser Hauptteil des Buches durch einen Überblick über technologische und administrative Aspekte sowie zu den organisatorischen Anforderungen an ein Portal. Mit Vorschlägen und Checklisten für die inhaltliche Gestaltung soll der Leser im Anhang zusätzliche praktische Handlungsempfehlungen erhalten.
Die Informationskraft des Buches, das wohl auf einer Diplomarbeit des Autors beruht, leidet allerdings unter einem nicht zu vernachlässigenden Manko: Es fehlt an Aktualität. So stützen sich beispielsweise Aussagen zur allgemeinen Situation von E-Government in Deutschland auf Zahlen, die hauptsächlich aus den Jahren 2000 bis 2002 stammen. Eine Aktualisierung der Arbeit mit neuestem Zahlenmaterial und zu den aktuellsten Entwicklungen im E-Government vor Drucklegung wäre wünschenswert gewesen, da ja gerade die Informationstechnologie einem stetigen und rasanten Wandlungsprozess unterworfen ist.
Auch als Leitfaden für die Ausgestaltung eines neuen oder bestehenden Internet-Portals mit interaktiven Elementen ist das Buch nur bedingt zu empfehlen. Wer sich bereits an anderer Stelle mit der Thematik beschäftigt hat, wird hier vermutlich nicht viel Neues finden. Ganz hilfreich könnten jedoch einige Ausführungen und Checklisten sein, so beispielsweise die Tipps für die Mindestinhalte von Portalen für unterschiedlich große Kommunen, die Checkliste zur barrierefreien Gestaltung von Web-Seiten, oder eine Auflistung von Kriterien, die man für die Bewertung von Umsetzungsnutzen und Umsetzungsaufwand bestimmter Inhalte heranziehen sollte.
Etwas lieblos ist aber leider auch die Umsetzung des Buches seitens des Verlages, was beispielsweise in schlecht lesbaren Grafiken zum Ausdruck kommt. Schade also, dass das Potenzial des Themas verschenkt wurde. Denn bei einer Überarbeitung und Anpassung an aktuelle Gegebenheiten hätte das Werk sicherlich ein interessanter Leitfaden sein können.

Bettina Schömig