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Harald Mehlich und Jürgen Postler:
Die virtuelle Kommunalverwaltung
Neue Formen der Verwaltungskooperation durch eGovernment

(2007) Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden
ISBN 10: 3832930272
ISBN 13: 978-3-8329-3027-1
broschiert, 285 S., 49,00 EUR

Innovative Ansätze der Verwaltungskooperationen werden anhand der Ergebnisse einer bundesweiten empirischen Untersuchung im Detail dargestellt. Es werden Entwicklungspotentiale analysiert sowie Transferperspektiven für die kommunale Praxis aufgezeigt. Daneben werden mögliche Beschäftigungseffekte in einer zunehmend virtualisierten Kommunalverwaltung angesprochen. Das Werk wendet sich an Studierende und Lehrende aus den Verwaltungs- und Sozialwissenschaften und der Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik sowie Fach- und Führungskräfte aus der kommunalen Praxis. Die Autoren blicken auf langjährige Erfahrungen in der kommunalen Beratungspraxis und beim IT-Einsatz in der öffentlichen Verwaltung zurück.
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Rezension aus Kommune21 Ausgabe 2/2008 → als PDF

Virtuelle Kooperationen

In ihrem Buch „Die virtuelle Kommunalverwaltung“ beschreiben die Autoren Harald
Mehlich und Jürgen Postler innovative Ansätze virtueller Verwaltungskooperationen.

Durch E-Government sind für die Kommunen zahlreiche neue Aufgaben entstanden. Um diese zu bewältigen, werden Kommunalverwaltungen künftig zunehmend auf virtuelle, ortsübergreifende Verbünde zurückgreifen. Ausgehend von dieser Annahme stellen die Autoren Harald Mehlich und Jürgen Postler in ihrem Buch „Die virtuelle Kommunalverwaltung“ innovative Möglichkeiten zur Ausgestaltung virtueller Kooperationen im öffentlichen Bereich vor.
Schwerpunkt des Buches sind Ergebnisse einer empirischen Untersuchung, die 2004 deutschlandweit unter allen per E-Mail erreichbaren Kommunen durchgeführt wurde. Etwa tausend der angesprochenen Kommunalverwaltungen haben sich an dieser Umfrage beteiligt und ihre Einschätzung zu der Frage dargelegt, inwieweit Konzepte virtueller Organisation aus Sicht und unter den Rahmenbedingungen der öffentlichen Verwaltung eine Perspektive darstellen. Ausführlich beschreiben die Autoren anhand der Umfrageergebnisse, welche verschiedenen Ausprägungen von Verwaltungskooperationen, die über den traditionellen Zweckverband hinausgehen, möglich sind. Ausgewählte Praxisbeispiele wurden in einer zweiten Studienphase 2005/2006 detailliert analysiert. Näher beleuchtet werden hier unter anderem die konkrete Ausgestaltung, die technische Basis, der Nutzen oder die Übertragbarkeit einzelner Kooperationen. Diese Praxisbeispiele und Themenstudien werden zum überwiegenden Teil anonymisiert vorgestellt, da eine Veröffentlichung projektspezifischer Details ansonsten nicht möglich gewesen wäre – über den aktuellen Stand der vorgestellten Projekte könnte sich der interessierte Leser also nur in Einzelfällen informieren. Zudem befanden sich zum Zeitpunkt der Untersuchung die Projekte zum Teil noch in einem frühen Planungsstadium, weshalb es sich, wie die Autoren betonen, lediglich um eine Status-Momentaufnahme der virtuellen Organisations- und Kooperationsstrukturen im kommunalen Bereich handeln kann.
Die umfangreiche Darstellung möglicher Verwaltungskooperationen, wie Einer-für-Alle-Dienste, regionale Dienstleistungsverbünde, kommunale Allianzen oder standortverteilte Verwaltungsfusionen, vermittelt dem Leser jedoch einen guten Eindruck, wie Verwaltungen sich künftig behörden- und ortsübergreifend organisieren können und welche Möglichkeiten virtuelle Kooperationen für die effiziente Abwicklung von Geschäftsprozessen im öffentlichen Sektor bieten.
Abschließend analysieren die Autoren Entwicklungspotenziale virtueller Organisationen und zeigen Transferperspektiven für die kommunale Praxis auf. Dabei werden auch mögliche Beschäftigungseffekte in einer zunehmend virtualisierten Kommunalverwaltung angesprochen.
Das Werk wendet sich an Studierende und Lehrende aus den Verwaltungs- und Sozialwissenschaften und der Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik sowie Fach- und Führungskräfte aus der kommunalen Praxis.

Bettina Schömig