Jörn von Lucke:
Hochleistungsportale für die öffentliche Verwaltung
(2008) Josef Eul Verlag, Köln
ISBN 10: 389936645X
ISBN 13: 978-3-8993-6645-7
broschiert, 620 S., 74,00 EUR
Die vorliegende Habilitationsschrift nimmt sich Portalen in der öffentlichen Verwaltung an. Dabei geht es um Gestaltung, Umgestaltung und Verbesserung vorhandener Organisationsstrukturen in Staat und Verwaltung. Im Mittelpunkt stehen die Konzepte des One Stop Government, Vertriebskanäle und Mehrkanal-Management sowie Portale, Portalarchitekturen und Portaltechnologien für Verwaltungen. Aufbereitet werden ebenso Überlegungen zur Neugestaltung von Aufbau- und Ablauforganisation der öffentlichen Verwaltung und ihrer Partner auf Basis leistungsfähiger Portalsysteme. Hierzu gehört auch die Erarbeitung von Visionen für die kommenden Jahre. Die Veröffentlichung richtet sich an Leser, die sich für eine umfassende Betrachtung von Portalen in der öffentlichen Verwaltung und deren Perspektiven interessieren. Damit werden insbesondere Verwaltungswissenschaftler, Verwaltungsinformatiker und Wirtschaftsinformatiker, Juristen und Betriebswirte angesprochen.
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Rezension aus Kommune21 Ausgabe 7/2008 → als PDF
Portale der Zukunft
Ideen, Konzepte und Technologien für zukünftige Verwaltungsportale stellt Jörn von Lucke in seinem Buch „Hochleistungsportale für die öffentliche Verwaltung“ vor.
Online-Portale werden von vielen Behörden bislang lediglich als ergänzendes Angebot zu bestehenden Kommunikationskanälen betrachtet. Die Nutzung im Sinne eines Service-centers zur Abwicklung von Transaktionen ist noch vergleichsweise selten. Mit seinem Buch „Hochleistungsportale für die öffentliche Verwaltung“ will Jörn von Lucke der Portalentwicklung im öffentlichen Sektor wesentliche Impulse geben. „Portale besitzen das Potenzial, das Erscheinungsbild der öffentlichen Verwaltung grundlegend zu verändern“, heißt es im Vorwort des Autors. Auf modernen Informations- und Kommunikationstechnologien basierende Verwaltungsportale eröffneten Freiräume für eine Neugestaltung der Verwaltung und ihrer Prozess- und Wertschöpfungsketten.
In seiner Habilitationsschrift beschränkt sich Jörn von Lucke nicht auf eine bloße Bestandsaufnahme bestehender Portalvorhaben in der öffentlichen Verwaltung. Im Mittelpunkt stehen vielmehr Portalarchitekturen und -technologien, die Gestaltung und Verbesserung vorhandener Konzepte des One Stop Government sowie die Realisierung eines Mehrkanal-Managements. Darauf aufbauend werden die Funktionalitäten zukünftiger Hochleistungsportale vorgestellt, die sich vor allem durch ihre steigende Komplexität und höhere Leistungsfähigkeit auszeichnen. Zudem werden Erfolgsfaktoren und Ansatzpunkte für die Einführung und den langfristigen Betrieb von Hochleistungsportalen sowie konkrete Einsatzbereiche auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene beschrieben.
Visionen, Ideen, Konzepte und die Vorstellung einzelner Prototypen sollen Entscheidungsträgern und Entwicklern als Leitbild bei der konkreten Umsetzung von Verwaltungsportalen dienen. Aufgegriffen werden unter anderem Überlegungen zur Gestaltung von Verzeichnissen und Verwaltungsleistungen, zu Lebens- und Geschäftslagenportalen sowie zur weitergehenden Personalisierung von Portalen. Beschrieben werden außerdem Ansätze wie etwa partizipationsfördernde Portale, Verwaltungs- und Bürgerakten oder Dokumentensafes. Einige der Ideen und Vorstellungen konnten nach Angaben des Autors bereits in Portale wie das baden-württembergische Dienstleistungsportal service-bw, das saarländische Verwaltungsportal Bürgerdienste-Saar oder die konzeptionelle Weiterentwicklung des Portal der deutschen Bundesverwaltung eingebracht werden.
Jörn von Lucke hat nach seinem Studium der Wirtschaftsinformatik an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer promoviert. Im Bundesverwaltungsamt war er unter anderem mit der konzeptionellen Weiterentwicklung des Portals bund.de betraut. Seit 2007 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS tätig. Die Veröffentlichung richtet sich an Leser, die sich für eine umfassende Betrachtung von Portalen in der Verwaltung und deren Perspektiven interessieren.
Bettina Schömig