Andreas Engel:
IT-gestützte Vorgangsbearbeitung in der öffentlichen VerwaltungBausteine zur Prozessgestaltung im E-Government
(2008) edition sigma, Berlin
ISBN 10: 3894048395
ISBN 13: 978-3-894-04839-6
broschiert, 190 S., 17,90 EUR
Andreas Engel entwickelt ein Referenzmodell der IT-gestützten Vorgangsbearbeitung, das Dokumente mit Steuerungsfunktionen, automatisierte Prozessmodelle und Steuerungsentscheidungen der handelnden Personen als Bausteine zur systemgestützten Prozessgestaltung verbindet. Standardfunktionen zum Dokumenten- und Vorgangsmanagement werden ergänzt um solche zur Gruppenunterstützung und Telekooperation und damit erweitert zu einer ganzheitlichen Unterstützungsumgebung für die schriftliche und mündliche Zusammenarbeit im Verwaltungskontext. Erfahrungen aus Projekten verdeutlichen, welche Lösungen bereits erfolgreich umgesetzt wurden und welche viel versprechenden Gestaltungsoptionen sich auftun.
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Rezension aus Kommune21 Ausgabe 2/2009 → als PDF
Modell für DMS
Ein Referenzmodell für die elektronische Vorgangsbearbeitung entwickelt Andreas Engel in seinem Buch „IT-gestützte Vorgangsbearbeitung in der öffentlichen Verwaltung“.
Die Entwicklung von Systemen zur IT-gestützten Vorgangsbearbeitung als Basiskomponente des E-Government hat mittlerweile eine Anwendungsreife erreicht, mit der die Realisierung des elektronischen Büros möglich wird. Voraussetzung für eine erfolgreiche Einführung ist jedoch eine eingehende Analyse der jeweiligen organisatorischen Rahmenbedingungen sowie eine hohe Anpassungsfähigkeit der IT-Systeme an unterschiedliche Aufgabenzusammenhänge. Eine verengte Sicht auf Dokumente oder Prozessmuster würde der Komplexität von Arbeits- und Entscheidungsprozessen in der öffentlichen Verwaltung dabei nicht gerecht, heißt es im Klappentext zur Publikation „IT-gestützte Vorgangsbearbeitung in der öffentlichen Verwaltung“.
Autor Andreas Engel hat daher ein Referenzmodell für die IT-gestützte Vorgangsbearbeitung entwickelt, welches Dokumente mit Steuerungsfunktionen, automatisierte Prozessmodelle und Steuerungsentscheidungen der handelnden Personen als Bausteine zur systemgestützten Prozessgestaltung verbindet. Standardfunktionen zum Dokumenten- und Vorgangsbearbeitungsmanagement werden dabei ergänzt um solche zur Gruppenunterstützung und Telekooperation. Als Grundlage für seine Analysen dienen dem Autor Forschungsarbeiten, welche er am Institut für Wirtschafts- und Verwaltungsinformatik der Universität Koblenz durchgeführt hat.
Das Buch setzt sich zunächst mit zentralen Fragen der Verwaltungsinformatik auseinander: Welche Konzepte sind geeignet, Aufgaben und Arbeitsweisen so zu beschreiben, dass sie der IT-Unterstützung zugänglich werden? Welche Auswirkungen hat die Einführung von Vorgangsbearbeitungssystemen auf Arbeitsvorgänge, Verwaltungsprozesse, Aufbau- und Ablauforganisation? Dabei soll aufgezeigt werden, wie Anwendungsbereiche für die elektronische Vorgangsbearbeitung identifiziert, Anwendungssysteme modelliert und ein entsprechendes IT-System funktional konzipiert werden kann. Dieses generelle Vorgehen bei der organisatorisch-informationstechnischen Analyse wird anschließend auf die dokumentenbasierte Vorgangsbearbeitung übertragen und darauf aufbauend ein Referenzmodell für diese entworfen.
Darüber hinaus erläutert und bewertet der Autor Einsatzmöglichkeiten von Dokumenten-Management-, Workflow-Management- oder Groupware-Systemen funktional und unter organisatorischen Gesichtspunkten. Ergebnis dieser Analyse ist die Beschreibung einer Zielarchitektur für die dokumentenbasierte Vorgangsbearbeitung in der öffentlichen Verwaltung, welche Komponenten sämtlicher Unterstützungsansätze integriert.
Die konzeptionellen und methodischen Analysen zur dokumentenbasierten Vorgangsbearbeitung, welche Andreas Engel in seiner Habilitationsschrift darlegt, konnten bereits in verschiedenen Projekten empirisch überprüft und praktisch erprobt werden. Vorgestellt werden insbesondere die Erfahrungen aus zentralen Projekten, wie etwa DOMEA.
Bettina Schömig