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Cover E-Partizipation
Initiative eParticipation & und Stiftung MITARBEIT (Hrsg.):
E-Partizipation
Beteiligung im Internet

(2007) Stiftung MITARBEIT, Bonn
ISBN 13: 978-3-928053-93-8
Taschenbuch, 320 S., 10,00 EUR

E-Partizipation ist in der Praxis angekommen. Noch vor wenigen Jahren war Beteiligung per Internet vorwiegend ein Forschungsthema. Inzwischen Sind die Methoden und Werkzeuge erprobt, und öffentliche Beteiligungsverfahren werden zunehmend elektronisch unterstützt. Dieser Band zeigt am Beispiel erfolgreicher Projekte zum ersten Mal den Stand der elektronischen Beteiligung in Deutschland. Das Buch vermittelt Know-How für Institutionen, die selbst medienunterstützte Beteiligungsprojekte durchführen wollen. Zudem soll es die Bürgerinnen und Bürger anregen, das Internet zur Teilnahme an der Demokratie zu nutzen.
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Rezension aus Kommune21 Ausgabe 3/2007 → als PDF

Mehr Demokratie wagen

Das Buch „E-Partizipation – Beteiligungsprojekte im Internet“ stellt die unterschiedlichen Formen elektronischer Bürgerbeteiligung anhand zahlreicher Praxisbeispiele dar.

Bereits seit 1960 schreibt das Baugesetzbuch eine Bürgerbeteiligung bei Bauvorhaben, Planungen oder Planänderungen vor. Zu dieser formellen Beteiligung kamen Mitte der 1990er-Jahre informelle Verfahren hinzu, die eine Reiher neuer Beteiligungsinstrumente hervorgebracht haben wie Bürgerforen oder Zukunftswerkstätten. Die Beteiligung per Internet war bis vor wenigen Jahren noch vorwiegend ein Forschungsthema. Mittlerweile sind die Methoden und Werkzeuge erprobt, und öffentliche Beteiligungsverfahren werden zunehmend elektronisch unterstützt, zumal sich viele Instrumente der Internet Community wie Foren oder Chats hervorragend eignen, um in angepasster Form bei Beteiligungsverfahren eingesetzt zu werden.
Das Buch „E-Partizipation – Beteiligungsprojekte im Internet“ zeigt anhand erfolgreicher Praxisbeispiele den Stand der elektronischen Beteiligung in Deutschland. Der erste Teil der Publikation beschäftigt sich mit den informellen Verfahren. Hier werden unter anderem die Internet-Diskussionen der Städte Hamburg und München zur Familienfreundlichkeit sowie die Haushaltsdiskussion der Hansestadt vorgestellt. Außerdem werden im Rahmen eines Interviews die Erfahrungen von Bürgern und Verwaltung mit unterschiedlichen Online-Dialogen dargestellt.
Der zweite Teil des Buches ist den formellen Verfahren gewidmet. Am Beispiel der Regional- beziehungsweise Landesplanung wird deutlich, dass neue gesetzliche Vorgaben zu einem steigenden Bedarf an Beteiligungsverfahren führen. So wird unter anderem die Online-Beteiligung bei zwei Autobahn-Großprojekten beleuchtet. Im dritten Teil geht es um E-Partizipationsverfahren, die nicht von Behörden, sondern von Bürgern selbst initiiert werden, so genannte Bottom-up-Beteiligung und -Kampagnen. Im Gegensatz zu den Verfahren der ersten beiden Kapitel beschäftigen sich Bottom-up-Kampagnen mit politischen Themen. Beispiele sind Petitionen oder auch die Kampagne ich-gehe-nicht-hin.de, die Nichtwählern eine öffentliche Plattform bietet.
Der vierte und letzte Teil des Buches stellt spezielle Aspekte der E-Partizipation in den Vordergrund und gibt einen Ausblick auf neue Techniken. Online-moderierte Verfahren beispielsweise zeigen Ansatzpunkte zur Bewertung elektronisch unterstützter Beteiligungsverfahren. Außerdem wird untersucht, inwieweit die mit Web 2.0 umschriebenen Trends für E-Partizipationsprojekte relevant sind.
Mehrere Autoren haben sich im Rahmen der Kooperation von Stiftung MITARBEIT und der Initiative eParticipation an dem Werk beteiligt. Die Initiative will Politik und Verwaltung ermutigen, wichtige Entscheidungsprozesse durch internetgestützte Partizipationsverfahren zu stärken. Die Stiftung MITARBEIT hat es sich zur Aufgabe gemacht, Demokratieentwicklung von unten zu fördern und unterstützt seit 1963 bürgerschaftliches Engagement.

Alexandra Reiter