Franz-Reinhard Habbel und Andreas Huber (Hrsg.):
Web 2.0 für Kommunen und Kommunalpolitik
(2008) Verlag Werner Hülsbusch, Boizenburg
ISBN 10: 3940317365
ISBN 13: 978-3-940317-36-0
gebunden, 170 S., 27,50 EUR
Die neueste Entwicklung im Internet heißt "Web 2.0" oder "Soziales Internet". Damit ist vorrangig eine besondere Einbindung der Nutzer gemeint, in welcher sie als unentgeltliche Informationslieferanten an der Erstellung der Internetangebote beteiligt sind ("User Generated Content"). Das Web 2.0 bietet auch für die Kommunen und die Kommunalpolitik erhebliche Potenziale. Insbesondere die Entstehung einer neuen Öffentlichkeit und die aktive Einbindung der Bürger in Arbeitsabläufe der kommunalen Behörden sind attraktiv. Für Wahlkämpfer und gewählte Repräsentanten bietet das Web 2.0 neue Möglichkeiten zum Kontakt mit dem Bürger. Die Autorinnen und Autoren der Beiträge zeigen auf, wie das Web 2.0 für die Erneuerung des Staates und der Verbesserung des Kontaktes mit dem Bürger eingesetzt werden kann.(...)
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Rezension aus Kommune21 Ausgabe 6/2009 → als PDF
Bürger gestalten Verwaltung
Einen Überblick über neue Formen der Öffentlichkeitsbeteiligung und der politischen Kommunikation gibt das Werk „Web 2.0 für Kommunen und Kommunalpolitik“.
ie Bundesregierung hatte jüngst verkündet, die Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungs- und Verwaltungsprozessen über das Internet verbessern zu wollen. Auch Kommunen bieten sich durch den Einsatz von Web-2.0-Anwendungen und insbesondere durch die aktive Einbindung der Bürger in Verwaltungsabläufe erhebliche Potenziale.
Wie das Web 2.0 konkret für die Verwaltungsmodernisierung und einen intensiveren Kontakt mit dem Bürger eingesetzt werden kann, sollen in dem Buch „Web 2.0 für Kommunen und Kommunalpolitik“ die Beiträge verschiedener Autoren aufzeigen – sie beleuchten das Thema in kurzen, anschaulichen Kapiteln aus unterschiedlichsten Blickwinkeln und geben Hinweise zu Chancen und Grenzen der vorgestellten Anwendungen.
Ein Schwerpunkt der Publikation ist der Einsatz von Web 2.0 als neue Form politischer Kommunikation. So werden beispielsweise persönliche Erfahrungen mit Web-2.0-Instrumenten im Rahmen eines Bürgermeister-Wahlkampfs beschrieben und Stolpersteine beim Einsatz von Blogs aufgezeigt. Ein weiteres Thema ist die Public-Citizen-Partnership als Zukunft der Bürgerbeteiligung. Darüber hinaus werden der Entwicklungsstand der E-Partizipation in Deutschland sowie Chancen und Risiken diskutiert. Beispiele sollen verdeutlichen, wie Kommunen E-Partizipationsangebote zur Einbeziehung der Bürger in Planungs- und Entscheidungsprozesse nutzen können.
Unter den derzeit kommunal praktizierten Beteiligungsverfahren kommt denjenigen zur Haushaltsplanung eine große Bedeutung zu. Unter anderem wird der Bürgerhaushalt 2008 der Stadt Köln als wegweisendes Beispiel vorgestellt und gezeigt, dass es sich auch für kleinere Kommunen lohnt, das Internet zur aktiven Beteiligung der Bürger zu nutzen.
Außerdem werden die Potenziale von Web 2.0 für weitere kommunale Handlungsfelder beleuchtet, etwa im Kultur-Management, der Personalpolitik, bei Infrastrukturaufgaben, im Immobilien-Management oder im Bereich Stadtentwicklung – als ein Beispiel dient hier das Unortkataster von Köln, eine Web-2.0-Plattform, auf der sich Bürger zu verbesserungswürdigen Orten ihrer Stadt äußern können. Auch die Stadt Berlin nutzt Web 2.0 im Bereich Stadtentwicklung und testet beispielsweise, ob Wikis oder moderierte Online-Dialoge neue Formen der Diskussion hervorbringen und wie sie die Stadtentwicklung beeinflussen.
Vorgestellt werden zudem Praxisbeispiele aus Arnsberg (E-Elternservice), Bonn (Kindergartenanmeldung online), Friedrichshafen (Bildungsplattform Edunex), Siegburg (Optimierung des Außendienstes) und Unna (E-Procurement). Im abschließenden Kapitel „Tipps für den Umgang mit Web 2.0“ erhalten Leser eine kurze Anleitung zur Erstellung des eigenen Blogs. Ein Glossar sowie eine kommentierte Link-Liste ermöglichen die weitere Beschäftigung mit dem Thema Web 2.0.
Bettina Schömig