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Kubicek Herbert und Lippa Barbara u.a.:
Medienmix in der Bürgerbeteiligung
Die Integration von Online-Elementen in Beteiligungsverfahren auf lokaler Ebene
Modernisierung des öffentlichen Sektors, Sonderband 33

(2009) edition sigma, Berlin
ISBN 10: 3836072831
ISBN 13: 978-3-8360-7283-0
broschiert, 0 S., 0,00 EUR

Auf der kommunalen Ebene gibt es schon länger eine Fülle gesetzlich verankerter, aber auch informeller Formen der Öffentlichkeitsbeteiligung, die jedoch selten in nennenswertem Umfang genutzt wurden. Als das Internet Mitte der 1990er Jahre neue Möglichkeiten der Kommunikation eröffnete, wurde Elektronische Demokratie nicht nur zum Schlagwort für neue Visionen, sondern auch Gegenstand staatlicher Förderprogramme in vielen Ländern, sodass zu den traditionellen auch online-basierte Formen von Beteiligung hinzu kamen. Da in der Regel in einem Beteiligungsverfahren mehrere Kommunikationswege und -mittel eingesetzt werden, kann von einem Medienmix in der Bürgerbeteiligung gesprochen werden. Anhand ausgewählter Beteiligungsprojekte wird in diesem Band untersucht, ob und wie neue Beteiligungsformen über das Internet mit den bisher üblichen Praktiken kombiniert und so die Beteiligungsziele besser verwirklicht werden können. Die Darstellung führt in Grundbegriffe der 'E-Partizipation' und Medienkommunikation ein, erörtert anhand eines handlungsbezogenen Modells die Planung des Medieneinsatzes in Beteiligungsverfahren und deren Wirkungen, und macht das Vorgehen durch zahlreiche Praxisbeispiele anschaulich.
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Rezension aus Kommune21 Ausgabe 1/2010 → als PDF

Beteiligung planen

Wie sich traditionelle Formen der Bürgerbeteiligung und Online-Angebote wirkungsvoll kombinieren lassen, untersucht das Buch „Medienmix in der Bürgerbeteiligung“.

Das Thema E-Partizipation spielt nicht nur in der E-Government-Strategie des Bundes eine wichtige Rolle. Auch auf kommunaler Ebene werden neue Kommunikationsmöglichkeiten über das Internet verstärkt eingesetzt, um Bürger besser zu informieren und an Entscheidungen teilhaben zu lassen. Webbasierte Beteiligungsverfahren ergänzen dabei traditionelle Maßnahmen wie Diskussionsveranstaltungen oder Zukunftswerkstätten.
Die Publikation „Me­dienmix in der Bürger­beteiligung“ untersucht, wie neue Beteiligungsformen über das Internet mit bisher üblichen Praktiken kombiniert werden können, ob sich Beteiligungsziele damit besser verwirklichen lassen und welcher Medienmix die größten Erfolge erwarten lässt. Das Werk basiert auf einem Forschungsbericht des Instituts für Informationsmanagement Bremen (ifib), das verschiedene Beteiligungsprojekte aktiv begleitet sowie durch Interviews und Dokumentenanalyse untersucht hat.
Das Buch führt in Grundbegriffe der E-Partizipation und Medienkommunikation ein, fasst bisherige Forschungsergebnisse zur Bürgerbeteiligung zusammen und erläutert aus Sicht von Verwaltung und Politik sowie aus Sicht der Bürger, welche Motive und Bedingungen zu einer Beteiligung führen können. Unter den Aspekten Beteiligungsziel, Thema, Zielgruppe und benötigte Ressourcen werden die jeweils geeigneten Verfahren und Kommunikationsmittel vorgestellt, ihre Wirkung im Zusammenspiel untersucht und anhand praktischer Beispiele verdeutlicht. Bürgerbeteiligung ist aus Sicht der Verwaltung aber kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, um bestimmte fachliche und politische Ziele zu erreichen. Die Ressourcen hierfür müssen möglichst effizient eingesetzt werden – es werden daher auch Kosten-Nutzen-Betrachtungen von Beteiligungsverfahren erläutert. Im Anhang der Publikation werden die untersuchten Fallbeispiele in kurzen Steckbriefen näher vorgestellt. Für interessierte Leser finden sich zudem zu jedem Projekt die Kontaktdaten des jeweiligen Ansprechpartners.
Durch die Analyse der Fallbeispiele sehen die Autoren die Ausgangsannahmen bestätigt, dass E-Partizipationsangebote traditionelle Kommunikationsformen nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen können und Beteiligungsangebote nicht per se so attraktiv sind, dass sie die Nutzer automatisch anziehen. Erforderlich ist daher eine planvolle Einbettung der Beteiligungsverfahren in den Nutzungskontext der Adressaten sowie in den Verwaltungsalltag.
Dass durch die konkrete Kombination unterschiedlicher Medien ein systematischer Einfluss auf die Bürgerbeteiligung ausgeübt werden kann, konnte zwar empirisch nicht nachgewiesen werden. Die im Buch dargestellten Erfahrungen aus dem ifib-Projekt bieten jedoch Orientierungshilfen für die praktische Planung und Durchführung von Beteiligungsverfahren auf kommunaler Ebene.

Bettina Schömig