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Klaus Kummer und Josef Frankenberger (Hrsg.):
Das deutsche Vermessungs- und Geoinformationswesen 2010

(2010) Wichmann Verlag, Heidelberg
ISBN 10: 3879074879
ISBN 13: 978-3-87907-487-7
broschiert, 900 S., 118,00 EUR

Die Publikation ist eine gründliche Bestandsaufnahme des deutschen Vermessungs- und Geo-Informationswesens, die es allen daran Beteiligten – Politik, Wissenschaft und Lehre, Wirtschaft und Dienstleister – ermöglichen soll, sich eine aktuellen und umfassenden Überblick über das Wer, Wie, Wo in diesem Arbeits- und Forschungsfeld zu verschaffen. Themenschwerpunkte 2010: - Gesellschaftliche Verankerung und institutionelles Gefüge - Aufgabenfelder und Wirkungsbereiche - Technische Netzwerke und Transfer - Forschung und Lehre
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Rezension aus Kommune21 Ausgabe 2/2010 → als PDF

GIS auf einen Blick

Einen Überblick über den aktuellen Stand und Trends im Geo-Informationswesen bietet ein neues Jahrbuch, das künftig regelmäßig aktualisiert werden soll.

Mit der Publikation „Das deutsche Vermessungs- und Geoinformationswesen 2010“ knüpft der Wichmann Verlag an eine alte Tradition an: 1882 hatte der Stuttgarter Wittwer Verlag erstmals ein Jahrbuch zum deutschen Vermessungswesen veröffentlicht. Ziel war es nun, erneut ein solches Werk zu konzipieren, das allen Beteiligten aus Politik, Wirtschaft sowie Forschung und Lehre einen Überblick über Status quo und aktuelle Trends im Geo-Informationswesen ermöglicht.
Auf knapp 900 Seiten soll eine fachliche Klammer um das sich immer stärker diversifizierende Fachgebiet der Geo-Informationswirtschaft gelegt und dabei auch interdisziplinäre Zusammenhänge und Schnittstellen aufgezeigt werden. Dazu wird zunächst ein Einblick in das institutionelle Gefüge gegeben. Vorgestellt werden die historische, politische und administrative Dimension des Geo-Informationswesens sowie Zuständigkeiten und Institutionen auf nationaler und europäischer Ebene. Eingegangen wird auch auf die Bedeutung von Geodaten für das E-Government. Immerhin besitzen rund 80 Prozent aller Informationen in der öffentlichen Verwaltung einen direkten oder indirekten Raumbezug – Geobasisdaten nehmen daher im E-Government-Prozess eine Schlüsselstellung ein.
Weitere Themen sind Aufbau und Betrieb der Geodaten-Infrastruktur Deutschland (GDI-DE), Instrumente der europäischen Richtlinie INSPIRE und ihre rechtliche Umsetzung auf nationaler Ebene, internationale GIS-Standardisierung und Umsetzung von Normen in nationale GIS-Standards, Gebühren- und Geschäftsmodelle für die Bereitstellung von Geobasisdaten und deren Schutz gegen unbefugte Nutzung.
Für kommunale Anwender dürften insbesondere die Beiträge zu den Themen Liegenschaftskataster, kommunales Vermessungs- und Liegenschaftswesen sowie zum Einsatz von Geo-Informationen bei der Entwicklung ländlicher Räume und in der Stadtentwicklung interessant sein. Die Autoren gehen hier unter anderem auf die Einführung des Amtlichen Liegenschaftskataster-Informationssystems (ALKIS) ein, geben einen Einblick in die Nutzung stadtweiter Geo-Informationssysteme als fachübergreifende Auskunfts- und Planungswerkzeuge und stellen Anwendungsbeispiele für kommunale Geodaten vor, etwa für die Verkehrs- und Sozialplanung oder das Online-Baustellen-Management. Abschließend beschäftigt sich das Buch mit Ausbildung und Qualifikationen im Bereich GIS sowie Entwicklungsschwerpunkten und Forschungsvorhaben, wie XPlanung oder dem vernetzten Bodenrichtwertinformationssystem VBORIS.
Die vorliegende Ausgabe des Jahrbuchs soll nach Angaben der Herausgeber das Grundwerk bilden, welches in Zukunft durch jährliche Aktualisierungsbände vertieft und alle drei Jahre komplett überarbeitet werden soll.

Bettina Schömig