Thomas Müller-Marqués Berger und Uwe Krebs (Hrsg.):
Der kommunale GesamtabschlussZielsetzung, Grundlagen und Erstellung
(2010) Schäffer-Poeschel-Verlag, Stuttgart
ISBN 10: 3791029363
ISBN 13: 978-3-7910-2936-8
gebunden, 290 S., 49,95 EUR
Der Gesamtabschluss hat zum Ziel, Transparenz über die gesamte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage einer kommunalen Gebietskörperschaft zu erreichen. Das Buch geht der Frage nach, welche Steuerungspotenziale mit der Einführung des Gesamtabschlusses einhergehen. Der Leitfaden möchte den kommunalen Anwendern einerseits einen schnellen Überblick zu diesem Themengebiet ermöglichen, andererseits auch Interpretationshilfen und konkrete Hilfestellungen in den einzelnen Phasen der Erstellung bieten. Anhand konkreter Beispiele werde vermeintlich schwierige Sachverhalte anschaulich und praxisnah dargestellt.
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Rezension aus Kommune21 Ausgabe 4/2010 → als PDF
Chance zur Optimierung
Einen Leitfaden für die Aufstellung des kommunalen Gesamtabschlusses hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young veröffentlicht.
Die Reform des öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesens ist mit Einführung der Doppik nicht abgeschlossen. Den nächsten Schritt stellt die Erstellung des kommunalen Gesamtabschlusses dar, mit dem Transparenz über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage einer kommunalen Gebietskörperschaft geschaffen werden soll. Zusammen mit der Beteiligungsverwaltung und dem Beteiligungsmanagement bildet der Gesamtabschluss die Grundlage für eine effiziente Steuerung des Konzerns Kommune. Die Publikation „Der kommunale Gesamtabschluss – Zielsetzung, Grundlagen und Erstellung“ will Anwender bei der Erstellung des Gesamtabschlusses unterstützen, indem vermeintlich schwierige Sachverhalte anhand von Beispielen anschaulich und praxisnah dargestellt werden.
Das Buch gibt zunächst einen Überblick über die rechtlichen Grundlagen des kommunalen Gesamtabschlusses – die jeweiligen Vorschriften der einzelnen Bundesländer werden im Anhang nochmals in Form einer Tabelle aufgelistet – und setzt sich mit inhaltlichen und organisatorischen Aspekten auseinander, die bei der Aufstellung zu berücksichtigen sind. Erläutert werden unter anderem Konzepte für die Abgrenzung des Konsolidierungskreises, also der in den Gesamtabschluss einzubeziehenden Einheiten, die Anwendung des Wesentlichkeitsgrundsatzes sowie die Bedeutung einer einheitlichen Bilanzierung und Bewertung. Darüber hinaus werden Methoden zur Kapital- und Schulden- sowie Auftrags- und Ertragskonsolidierung aufgezeigt und anhand von Beispielbuchungen verdeutlicht. Abschließend wird auf kommunale Besonderheiten im Rahmen der Konsolidierung eingegangen, denen entweder keine vergleichbaren Geschäftsvorfälle im privaten Sektor gegenüberstehen oder die als wesentlich für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslge von Kommunen anzusehen sind. Beispiele hierfür sind etwa die Eliminierung von Steuersachverhalten oder die Konsolidierung von Zuwendungen und Zuschüssen.
Das abschließende Kapitel widmet sich dem Gesamtabschluss in seiner Funktion als Steuerungsinstrument und setzt sich dabei unter anderem mit dem Informationsgehalt von Gesamtabschlüssen auseinander. Dabei wird etwa die Frage behandelt, inwieweit betriebswirtschaftliche Kennzahlen sinnvoll auf die öffentliche Hand angewendet werden können und ob bestimmte Kennzahlenausprägungen einer spezifisch öffentlichen Interpretation bedürfen. Zu guter Letzt beschäftigen sich die Autoren mit der Frage, wie der Gesamtabschluss im Rahmen eines Beteiligungscontrolling für das Management von Beteiligungen im Konzern Kommune genutzt werden kann und wie geeignet er generell für die kommunale Gesamtsteuerung ist. Edgar Quasdorff, Ministerialrat im Innenministerium Nordrhein-Westfalen und Leiter des Modellprojekts NKF-Gesamtabschluss ist überzeugt: „Das Buch macht denjenigen Mut, die den Gesamtabschluss nicht als lästige Bürde, sondern als Chance zur Optimierung sehen.“