E-Government, Internet und Informationstechnik
Kommune21

Bücher


In Partnerschaft mit Amazon.de Hier stellt Ihnen Kommune21 ausgewählte Bücher zu kommunalen, politischen oder wirtschaftlichen Fachthemen vor - immer mit dem Fokus auf E-Government, Internet und Informationstechnik. Übrigens lassen sich viele Bücher direkt über unseren Partner amazon.de bestellen.
Zurück zur Auswahl


Daniel Lathrop und Laurel Ruma (Hrsg.):
Open Government
Collaboration, Transparency and Participation in Practice

(2010) O'Reilly Media, USA
ISBN 10: 0596804350
ISBN 13: 978-0-596-80435-0
Taschenbuch, 432 S., Sprache: Englisch, 39,99 EUR

Wie Ämter und Behörden Open Government nutzen können, um Prozesse zu verbessern, Services kundenorientierter zu gestalten und die Bürger stärker in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, zeigt die englischsprachige Publikation „Open Government – Collaboration, Transparency and Participation in Practice“. Die Essays und Praxisbeispiele stammen von Visionären und Praktikern aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft.
Jetzt bestellen

Rezension aus Kommune21 Ausgabe 8/2010 → als PDF

Open Government in der Praxis

Wie sich die Prinzipien von Open Government und Open Data erfolgreich in Politik und Verwaltung integrieren lassen, zeigt eine aktuelle Publikation aus den USA.

Mit ihrer Open-Government-Strategie will die Regierung Obama für mehr Transparenz in der Verwaltung der USA sorgen. Wie Ämter und Behörden die neue Offenheit nutzen können, um Prozesse zu verbessern, Services kundenorientierter zu gestalten und die Bürger stärker in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, zeigt die englischsprachige Publikation „Open Government – Collaboration, Transparency and Participation in Practice“. Die Essays und Praxisbeispiele stammen von Visionären und Praktikern aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft.
So erläutert beispielsweise Internet-Pionier Tim O’Reilly, wie die Philosophie des Open Web die Beziehung zwischen Verwaltung und Bürgern verändern kann. Bill Schrier hat als CIO der Stadt Seattle Erfahrungen mit der Umsetzung einer Open-Government-Strategie gesammelt und erläutert, welche Probleme dabei bewältigt werden müssen. Inwiefern die transparente Verwaltung in Utah bereits zur Realität geworden ist, beschreibt der Chief Technology Officer des Bundesstaates, David Fletcher. Utah gilt, was die Einführung von E-Government betrifft, als führender Bundesstaat in den USA. Über die Website utah.gov werden derzeit mehr als 870 Online-Services für Bürger und Unternehmen angeboten, seit dem Jahr 2003 kann via Online Chat mit der Verwaltung kommuniziert werden. 2007 hat die Regierung Utahs zudem gesetzlich verfügt, dass alle Finanzbelege des Staates online veröffentlicht werden müssen.
In weiteren Fallstudien werden auf Open Data basierende Web-Angebote vorgestellt. So zeigt das Portal govtrack.us das Abstimmungsverhalten einzelner Mitglieder des US-Kongresses an. Über die Website followthemoney.org kann nachvollzogen werden, welche finanziellen Mittel Politiker und Parteien beispielsweise während eines Wahlkampfs erhalten. Anhand der Media-Strategie der republikanischen Partei wird zudem dargelegt, wie Social-Media-Anwendungen genutzt werden können, um Bürger zu mobilisieren.
Das Buch beschäftigt sich jedoch auch mit den Hindernissen, die der Realisierung von Open Government im Wege stehen. Es wird erläutert, was die Verwaltung bei der Bereitstellung von Daten generell zu beachten hat und wie diese aufbereitet werden müssen, um für die Bürger nutzbringend zu sein. In einem weiteren Kapitel wird die These vertreten, dass Behörden Open Source Software nutzen müssen, um eine wahrhaft offene Verwaltung zu erreichen und erklärt, inwiefern dies einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen hat.
Da das Buch in den USA publiziert wurde, beziehen sich die Essays und Praxisbeispiele hauptsächlich auf die Open-Government-Strategie und entsprechende Online-Services der Regierung Obama. Jedoch lassen sich daraus durchaus Ideen für Politik und Verwaltung in Deutschland ableiten, wo die Prinzipien von Open Government bislang noch keine große Rolle spielen.

Bettina Schömig