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Politikwissenschaftler

Online-Wahlen wären durch Hacker bedroht

[2.9.2005] Gegen Online-Bundestagswahlen hat sich der Politikwissenschaftler Claus Leggewie in einem Interview mit tagesschau.de ausgesprochen. Zugleich beklagte er, dass das Internet zu wenig als Medium der demokratischen Willensbildung genutzt werde.

Der Direktor des Zentrums für Medien und Interaktivität an der Universität Gießen, Claus Leggewie, hält politische Online-Wahlen für zu riskant mit Blick auf Hacker-Angriffe und Sabotage. In einem Interview mit tagesschau.de sagte er, die Erfahrungen aus den USA zeigten, dass sie weder ein einfaches Nachzählen von Stimmzetteln zulassen, noch dass der technische Aufwand in einem Verhältnis zum erhofften Ertrag, einer höheren Wahlbeteiligung, stehe. Er beklagte, dass für digitale Administration Millionen investiert worden seien, für die Nutzung des Internet als Medium politischer Bürgerkommunikation und Partizipation aber relativ wenig. "Für anspruchsvolle Bürger ist eine Politik nicht nur im Ergebnis gut. Sie wird auch dadurch gut und legitim, dass die Bürger an ihrer Formulierung und Ausführung maßgeblich selbst beteiligt waren und sind. Diese Innovationschance hat die Zivilgesellschaft noch gar nicht bekommen oder wahrgenommen", sagte Leggewie. Das liege auch daran, dass das Internet als klassisches Massenmedium missverstanden und betrieben werde. (hi)

Info:
Zum Interview auf tagesschau.de (Deep Link)
www.tagesschau.de

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