Umfrage:
Bürger fordern Beteiligung


[22.6.2011] Der Wunsch nach Volks- und Bürgerentscheiden ist in einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung bestätigt worden. Direkte Partizipationsmöglichkeiten stehen dabei hoch im Kurs, während die Online-Beteiligung eher auf wenig Gegenliebe stößt.

Die Bundesbürger würden sich deutlich stärker politisch engagieren und bei Entscheidungen einbringen, wenn sie in politischen Fragen tatsächlich mitentscheiden könnten. Deshalb favorisieren sie direktdemokratische Beteiligungsmöglichkeiten wie Volksbegehren oder Bürgerentscheide. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung. Groß ist auch das Interesse an Bürgerbefragungen zu Infrastrukturmaßnahmen wie etwa Bauprojekten. 68 Prozent der Bundesbürger würden bei derartigen Projekten gerne unmittelbar mitentscheiden, nur 29 Prozent sind desinteressiert. Neugier und Beteiligungsinteresse bekunden die Befragten zudem an Bürgerhaushalten: 47 Prozent haben daran bereits mitgewirkt oder würden es gerne tun. Online-Befragungen lehnt hingegen fast die Hälfte (48 Prozent) ab, 54 Prozent sind nicht für Online-Abstimmungen zu begeistern. Knapp 60 Prozent würden sich nicht an elektronischen Petitionen an Parlamente oder Abgeordnete beteiligen und mehr als zwei Drittel (67 Prozent) würden keine Beiträge für Blogs oder Internet-Foren verfassen. Die politischen Beteuerungen, den Bürgern mehr Mitsprache einräumen zu wollen, sieht die Öffentlichkeit kritisch: 71 Prozent glauben nicht, dass die Politik neue Formen der Bürgerbeteiligung zulassen möchte. Die Umfrage wurde zwischen 31. Mai und 6. Juni 2011 vom Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid unter 1.005 repräsentativ ausgewählten Bundesbürgern durchgeführt. (rt)

Ausführliche Informationen zur Umfrage (Deep Link)
http://www.bertelsmann-stiftung.de

Stichwörter: Bertelsmann Stiftung, Umfrage, Bürgerbeteiligung, E-Partizipation, TNS Emnid



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