Zörbig:
Analyse mit Aussage


[3.12.2012] Bei der Haushaltssicherung setzt die Stadt Zörbig auf IT-Unterstützung. Die Lösung hilft bei der Aufstellung von Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung und der Ausschöpfung der vorhandenen Potenziale.

Zörbig begegnet der angespannten Finanzlage mit IT. Was ursprünglich einmal vom Gesetzgeber in den Gemeindeordnungen der Länder als Ausnahmeregelung für einzelne, in Finanzengpässe geratene Kommunen gedacht war, ist in einigen Regionen mittlerweile schon zum Normalfall geworden: die Auflage zur Aufstellung eines Haushaltssicherungskonzepts (HSK) mit dem mittelfristigen Ziel, Haushaltsdefizite auszugleichen und eine Überschuldung zu verhindern.
Seit dem Jahr 2011 ist auch die Stadt Zörbig nicht mehr in der Lage, einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen. Die Gemeindeordnung verpflichtet die Stadt, ein Haushaltskonsolidierungskonzept zu verfassen, damit in spätestens acht Jahren nicht nur der Haushalt wieder ausgeglichen ist, sondern auch alle Altfehlbeträge abgetragen werden können. „2010 haben wir die Doppik eingeführt. Neben den stetig steigenden Kosten für Personal, Sachausgaben und Umlageverpflichtungen belasten nun auch die Abschreibungen unser Jahresergebnis“, stellt der Zörbiger Bürgermeister, Rolf Sonnenberger, fest. Hinzu kommen rückläufige Landeszuweisungen und schwankende Steuereinnahmen. So klafft in der Kasse der Kommune trotz der guten wirtschaftlichen Entwicklung, getragen von hochtechnologieorientierten, internationalen Unternehmen, ein großes Loch. Im Jahr 2011 fehlten 1,8 Millionen Euro, was einem Anteil von 14 Prozent der Gesamtaufwendungen entspricht. Somit stehen Verwaltung und Stadtrat vor der Herausforderung, die Finanzlage mithilfe eines HSK stabilisieren zu müssen. „Keine leichte Aufgabe, denn das ist mit Einschnitten im Leistungsangebot und Mehrbelastungen für unsere Bürger verbunden. Da braucht man aussagekräftige Analysen und Auswertungen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen“, so Rolf Sonnenberger weiter.

Finanzverfahren erleichtert HSK-Aufstellung

Für die Finanzverwaltung der Stadt Zörbig hat die HSK-Aufstellung einen nicht zu unterschätzenden Mehraufwand zur Folge. Maßnahmen zur Verbesserung der Ertragslage und Optimierung der Aufwendungen müssen gefunden, definiert und deren Umsetzung überwacht werden. Diese Aufgabe mit einem Tabellenkalkulationsprogramm zu lösen, ist sehr zeitaufwändig. „Die Daten des Finanzverfahrens mit denen des HSK abzustimmen und aktuell zu halten, war nur durch akribische manuelle Arbeit möglich. Die dafür erforderlichen personellen Ressourcen können wir uns aber nicht leisten“, berichtet Frank Herbsleb, Fachbereichsleiter Finanzen. Hinzu kommt, dass einerseits die Langzeitplanung und Prognosen bei Änderungen der Haushaltsplanung immer neu berechnet werden mussten und andererseits die Verwaltung sicherzustellen hatte, dass allen Beteiligten ständig aktuelle Auswertungen zur Verfügung stehen.
Was lag also näher, als sich nach einer spezialisierten Software-Lösung umzusehen, die ihre Daten direkt mit dem eingesetzten Finanzverfahren abgleicht und sowohl die Aufstellung als auch die jährliche Fortschreibung des Haushaltssicherungskonzepts unterstützt? Die Stadt Zörbig setzt das Finanzverfahren mpsNF der Firma mps public solutions in doppischer Variante ein. Das Unternehmen bietet mit dem Produkt mpsHSK-Haushaltssicherung und -konsolidierung zudem eine browserorientierte Lösung an, die von der Partnerfirma RBI Solutions entwickelt wurde und mit jedem gängigen kommunalen Finanzverfahren einsetzbar ist. Die Entscheidung für die Nutzung dieser Software war schnell gefallen. Die Fortschreibung des HSK für den Haushalt 2012 erfolgte bereits mit der neuen Anwendung.

Anschauliche Datenpräsentation

Besonders vorteilhaft sind die Simulationsmöglichkeiten, welche die Wirkungen einzelner Maßnahmen auf die Gesamtergebnisentwicklung veranschaulichen – und das über den gesamten Konsolidierungszeitraum hinweg. Unterschiedliche Szenarien lassen sich gegenüberstellen und die Auswirkungen auf den Gesamtkonsolidierungseffekt sofort ermitteln. „Dadurch sind wir in der Planungsphase wesentlich effektiver und flexibler geworden“, erklärt Fachbereichsleiter Frank Herbsleb. Aber auch in der Umsetzung des HSK konnte das Verfahren Erleichterungen für den Arbeitsalltag bringen. So werden die Ergebnisse der Finanzbuchhaltung nun automatisiert mit den HSK-Vorgaben abgeglichen. Die integrierten Ampelfunktionen machen sofort deutlich, wo Zielvorgaben verfehlt werden oder zusätzlicher Handlungsbedarf besteht. Die quartalsweise zu erstellenden Fortschrittsberichte mit Kommentaren zum Umsetzungsstand stehen zudem kurzfristiger zur Verfügung als bisher.
Für den Bürgermeister ergeben sich durch die Einführung der IT-Lösung noch weitere Vorteile: „In Kombination mit dem Budget-Controlling habe ich nun auch bei der Haushaltskonsolidierung ständig aktuelle Informationen vorliegen, ohne mich intensiv ins Finanzverfahren einarbeiten zu müssen. Die Verwaltung des Mangels hat alle Verantwortlichen der Stadt Zörbig vor neue Aufgaben gestellt. Dass wir diese durch den Einsatz spezialisierter Software nun effektiver umsetzen können, ist auch ein kleiner Beitrag zu unserer Konsolidierung“, erklärt Rolf Sonnenberger. So zeigt das Beispiel in Zörbig, dass auch und gerade in Zeiten knapper kommunaler Kassen eine Investition
in zielgerichtete Lösungen dazu beitragen kann, die Finanzen wieder in den Griff zu bekommen.

Guido Hennemann ist zuständig für Kommunikationsmanagement und Marketing bei der mps public solutions gmbh, Koblenz.

http://www.stadt-zoerbig.de
http://www.mps-solutions.de
Dieser Beitrag ist in der November-Ausgabe von Kommune21 im Titelthema Finanzwesen erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren. (Deep Link)

Stichwörter: Finanzwesen, mps, Zörbig, Haushaltssicherungskonzept (HSK), mpsNF, mpsHSK-Haushaltssicherung und -konsolidierung

Bildquelle: Stadt Zörbig

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