Wildeshausen:
Surfen auf dem Marktplatz


[29.10.2015] Dank eines öffentlichen WLAN-Hot-Spots können die Bürger in Wildeshausen kostenlos im Internet surfen. Die Stadt kann den Hot Spot anbieten, ohne ein juristisches Risiko zu tragen.

Öffentliche Hot Spots können Kommunen ohne juristisches Risiko anbieten. „Immer mehr Kommunen sehen den freien Zugang zum Internet als wichtigen Beitrag zu mehr Bürgerservice, den sie gezielt an einzelnen Orten anbieten wollen“, sagt Arne Sextro, Produkt-Manager bei EWE TEL. Das regionale Telekommunikationsunternehmen hat im Frühjahr 2015 beispielsweise auf dem Marktplatz der 19.000-Einwohner-Stadt Wildeshausen einen Hot Spot eingerichtet. „Damit kann man sich rund um die Uhr über die Stadt informieren – auch wenn Rathaus und Tourist-Information geschlossen sind“, erklärt Bürgermeister Jens Kuraschinski. Wenn das Angebot gut ankommt, könnte der neue Hot Spot perspektivisch auch auf benachbarte Straßen oder einzelne Betriebe erweitert werden.

Deutsches Haftungsrecht

Wildeshausen gehört damit zu den Vorreitern unter den Kommunen, denn im internationalen Vergleich ist das öffentliche WLAN in Deutschland noch Mangelware. Grund dafür ist das deutsche Haftungsrecht. Viele Kommunen fürchten schadensersatzpflichtig zu werden, wenn beispielsweise illegal Musik über ihren Internet-Zugang heruntergeladen wird. Dies war auch der Grund, weshalb sich die Wildeshauser Stadtgremien vor einigen Jahren gegen einen öffentlichen Hot Spot entschieden hatten.
EWE TEL hat sich mit der komplizierten deutschen Rechtslage arrangiert. Der Telekommunikationsanbieter stattet jeden seiner Hot Spots mit einem Filter für jugendgefährdende und illegale Inhalte aus. „Gesperrt sind bei uns gewaltverherrlichende und pornografische Seiten und der Zugang zu Filesharing-Diensten“, erklärt Sextro. Kommt es dennoch zu Problemen, übernimmt das Unternehmen die Haftung. „Dieses Angebot überzeugt inzwischen immer mehr Kommunen“, sagt der Produkt-Manager. „Denn sie haben nun die Möglichkeit, Bürgern einen freien Internet-Zugang anzubieten, ohne dabei ein juristisches Risiko einzugehen.“

Wartezeit ist Surf-Zeit

Besonders attraktiv sei das Hot-Spot-Angebot für Orte, an denen Menschen Wartezeiten in Kauf nehmen müssen – zum Beispiel in Pass- und Meldeämtern oder Kfz-Zulassungsstellen. Aber auch Bibliotheken oder Museen könnten mit einem Hot Spot die Aufenthaltsqualität steigern. Zwar gewährleisten viele Smartphones via LTE mittlerweile einen schnelleren Datentransfer als noch vor wenigen Jahren. Trotzdem können viele Bürger über leistungsfähige WLAN-Hot-Spots im öffentlichen Raum schneller und zuverlässiger surfen als im Handynetz. Zudem ist bei vielen Mobilfunkverträgen nur ein begrenztes Datenvolumen inklusive, das schnell aufgebraucht sein kann. Egal ob via Smartphone, Tablet oder Notebook: An den Hot Spots von EWE TEL kann jeder Besucher mit seinem Mobilgerät ohne Anmeldung 60 Minuten lang kostenlos surfen.

Service aus einer Hand

Anders als bei Anbietern, die sich nur auf das Einrichten von Hot Spots konzentrieren, liefert EWE TEL sowohl die Hot-Spot-Technik als auch den Internet-Anschluss. „Für den Kunden ist das ein klarer Vorteil, denn bei technischen Problemen sind wir in jedem Fall der richtige Ansprechpartner“, sagt Sextro. „Der Kunde wird also nicht vom Hot-Spot-Anbieter an den Internet-Provider verwiesen und umgekehrt.“ Zu den bereits durch EWE TEL versorgten Kommunen gehören der Landkreis Osterholz mit seiner Kfz-Zulassungsstelle, die Stadt Varel, die den Dienst als Service im Rathaus anbietet und die Stadt Haselünne, wo innerhalb der Innenstadt kostenlos gesurft werden kann.

Thomas Joppig ist freier Journalist in Bremen.

http://www.wildeshausen.de
http://www.ewe.de
Dieser Beitrag ist in der September/Oktober-Ausgabe von stadt+werk erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren. (Deep Link)

Stichwörter: Breitband, EWE TEL, Wildeshausen, WLAN, Hot Spots

Bildquelle: PEAK Agentur für Kommunikation

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