E-Government-Gutachten:
Wie der Aufstieg gelingen kann


[15.6.2016] Ein neues Gutachten hat der Nationale Normenkontrollrat veröffentlicht. Es soll zeigen, wie ein E-Government-Pakt Deutschland zwischen Bund, Ländern und Kommunen aussehen könnte. Nicht zuletzt wird ein verbindlicher digitaler Servicestandard empfohlen.

Gutachten des Nationalen Normenkontrollrats fordert neue Qualität der Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen. E-Government in Deutschland: Wie der Aufstieg gelingen kann – unter diesem Titel hat jetzt der Nationale Normenkontrollrat ein Gutachten veröffentlicht. „E-Government in Deutschland kommt trotz mancher Einzelerfolge insgesamt viel zu langsam voran“, sagt Johannes Ludewig, Vorsitzender des Nationalen Normenkontrollrats. „In den einschlägigen E-Government-Rankings ist Deutschland zuletzt weiter abgerutscht oder verharrt im hinteren Mittelfeld. Die Flüchtlingskrise hat gezeigt, wie nötig eine bessere Verzahnung und Digitalisierung der Verwaltungsverfahren ist, um als Staat effizient und effektiv handeln zu können. Den digitalen Aufstieg schaffen wir aber nur, wenn wir zu einer neuen Qualität der Zusammenarbeit kommen. Dafür brauchen wir eine Vereinbarung auf höchster politischer Ebene zwischen Bund, Ländern und Gemeinden – einen E-Government-Pakt Deutschland.“ Wie ein solcher Pakt ausgestaltet werden kann, soll das neue Gutachten zeigen. Empfohlen wird ein neu gefasster IT-Staatsvertrag, der einen verbindlichen digitalen Servicestandard für Deutschland festlegt. Alle E-Government-Aktivitäten müssten auf diesen digitalen Servicestandard ausgerichtet sein. Auch müssen sie laut dem Nationalen Normenkontrollrat konsequent nutzerfreundlich sein und standardisierte Schnittstellen und Komponenten wiederverwenden. Damit könne die Kommunikation auch über die föderalen Ebenen hinweg reibungslos funktionieren. Diese föderale IT-Infrastruktur soll durch ein gemeinsames Digitalisierungsbudget von Bund und Ländern getragen werden. Um den Einstieg in eine gemeinsame Finanzierung zu erleichtern, könnte der Bund einen erhöhten Anteil tragen, heißt es in dem Gutachten. Das gemeinsame Digitalisierungsbudget sei Grundlage dafür, dass alle wesentlichen Verwaltungsangebote für Bürger und Unternehmen vollständig digitalisiert werden. Ziel der empfohlenen Strategie ist es, bereits bestehende Lösungsbeispiele und E-Government-Initiativen der Verwaltungen in Deutschland zusammenzubringen und zu kostengünstigen, flächendeckenden Angeboten weiterzuentwickeln. „Eine konsequente Digitalisierung ist Voraussetzung für die Handlungsfähigkeit des Staates und die Zukunftsfähigkeit Deutschlands“, kommentiert Ludewig. „Mit dem nun vorliegenden Gutachten geben wir Ideen und Empfehlungen ab, wie der digitale Aufstieg gelingen und das bestehende strukturelle Defizit in der föderalen IT-Zusammenarbeit überwunden werden kann.“ Den Willen für mutige Entscheidungen und eine entschlossene Umsetzung muss laut dem Vorsitzenden jedoch die Politik aufbringen – und dies müsse schnell geschehen, denn es sei fünf vor zwölf. Das Gutachten wurde im Auftrag des Normenkontrollrats vom Unternehmen CSC Deutschland erstellt. Es schließt an das Gutachten vom November 2015 unter dem Titel „E-Government in Deutschland: Vom Abstieg zum Aufstieg“ an (wir berichteten). (ve)

E-Government in Deutschland: Wie der Aufstieg gelingen kann (PDF, 5 MB) (Deep Link)
http://www.normenkontrollrat.bund.de

Stichwörter: Politik, Nationaler Normenkontrollrat

Bildquelle: Nationaler Normenkontrollrat

Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik
Hessen: Ideen für hybrides E-Government gesucht
[22.10.2021] Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen hat jetzt den Ideenwettbewerb hybrides E-Government ausgeschrieben. Von Mitte Oktober 2021 bis Februar 2022 werden Start-ups dazu aufgefordert, ihre Ideen zur Lösung konkreter Herausforderungen in der Verknüpfung von privaten und staatlichen Diensten vorzustellen. mehr...
Start-ups haben vom Oktober 2021 bis Februar 2022 die Möglichkeiten ihre Lösungen für den Ideenwettbewerb hybrides E-Government einzureichen.
Saarland: Digitaler Schub Bericht
[21.10.2021] Um die OZG-Umsetzung im Saarland voranzubringen, hat die Landesregierung eine Digitalisierungsoffensive für Kommunen auf den Weg gebracht. Dabei sollen Prozesse und Technik konsolidiert und standardisiert und so Synergieeffekte gehoben werden. mehr...
Saarland leistet Anschubhilfe zur Digitalisierung.
Sachsen-Anhalt: Neuer Landes-CIO
[14.10.2021] Bernd Schlömer ist jetzt zum Beauftragten der Landesregierung für Informations- und Kommunikationstechnologie (CIO) in Sachsen-Anhalt berufen worden. mehr...
Seit 2021 ist Bernd Schlömer Staatssekretär im Ministerium Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt.
Digitalpolitik: Hoffnung liegt auf FDP und Grünen
[7.10.2021] Der FDP und den Grünen beziehungsweise deren Spitzenpersonal trauen die Bürger am ehesten zu, die Digitalisierung in Deutschland voranzubringen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung des Branchenverbands Bitkom. mehr...
NKR: Jahresbericht überreicht
[20.9.2021] Der Nationale Normenkontrollrat zieht in einem Jahresbericht 2021 Bilanz mit Hinblick auf die geprüften Gesetzentwürfe der Bundesregierung. Im Vordergrund stehen dabei die Entwürfe der letzten 12 Monate, die den Bürokratieabbau und die Digitalisierung in der Verwaltung betreffen. Der Bericht wurde jetzt Bundeskanzlerin Angela Merkel überreicht. mehr...
Übergabe des NKR-Jahresberichts an Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Suchen...

 Anzeige



 Anzeige

usu2110kommune

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 10/2021
Kommune21, Ausgabe 9/2021
Kommune21, Ausgabe 8/2021
Kommune21, Ausgabe 7/2021

Aktuelle Meldungen