Sachsen-Anhalt:
Eckpunkte für Gigabit-Strategie


[1.6.2018] Sachsen-Anhalt will den Glasfaser-Ausbau im Land beschleunigen. Wirtschaftsminister Armin Willingmann hat dem Kabinett jetzt die Eckpunkte für die künftige Gigabit-Strategie vorgestellt.

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Professor Armin Willingmann hat dem Kabinett seine Eckpunkte für die künftige Gigabit-Strategie des Landes vorgestellt. „Im Kern sieht die Strategie eine Beschleunigung des Glasfaser-Ausbaus vor, der – wenn es gut läuft – bereits 2025 abgeschlossen sein könnte“, erläutert er. Für einen schnellen Ausbau müssten allerdings mehrere Voraussetzungen erfüllt werden. So müssen unter anderem die bisherigen Ausbau-Ziele erreicht werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Staatskanzlei. Denn in den laufenden Projekten werde der Grundstein für die künftigen Gigabitnetze gelegt. Bis Ende 2020 sollen alle Privathaushalte über Anschlüsse mit 50 Mbit/s verfügen, Unternehmen in Gewerbegebieten erhalten Verbindungen mit 100 Mbit/s. Ende 2017 verfügten nach Angaben der Staatskanzlei 55,1 Prozent der Haushalte in Sachsen-Anhalt über einen kabelgebundenen Anschluss mit 50 Mbit/s.

Gigabit-Ausbau an mehrere Voraussetzungen geknüpft

Als weitere Voraussetzung muss der Bund auskömmliche Finanzmittel bereitstellen, heißt es in der Pressemeldung. Darüber hinaus müssten Verwaltungs- und Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigt werden. Pro Ausbauprojekt sollte es künftig nur noch ein Bewilligungsverfahren und nur noch eine Bewilligungsbehörde geben; diese sollte im Land ansässig sein. Auch müsse der privatwirtschaftliche Ausbau fortgesetzt werden sowie die Nachfrage nach Gigabit-Anschlüssen vorhanden sein.
Mit Blick auf die im Dezember 2017 verabschiedete Digitale Agenda (wir berichteten) erklärt Willingmann, dass es an der Zeit sei, diese nachzujustieren: „Wir haben stets betont, dass die Agenda nicht in Stein gemeißelt ist. Und die Zielsetzung, Gigabit-Netze bis 2030 zu schaffen, war unter damaligen Rahmenbedingungen realistisch. Da allerdings die neue Bundesregierung nun erklärt hat, mehr Geld für den Glasfaserausbau zu investieren, können wir uns auch für Sachsen-Anhalt guten Gewissens im Rahmen der Gigabit-Strategie ambitioniertere Ziele stecken.“

Auch Schulen sollen Glasfaser-Anschluss erhalten

Ehrgeizige Ziele steckt sich die Landesregierung eigenen Angaben zufolge auch bei der Internet-Anbindung der Schulen. Bis Ende 2020 sollen alle Schulen des Landes an das Glasfasernetz angeschlossen sein. Eine Machbarkeitsstudie, die im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung erstellt wurde, um die konkreten Kosten jeder Schule zu analysieren, wurde nun im Kabinett beraten. Derzeit verfügen 36 von knapp 900 Schulen in Sachsen-Anhalt über einen Glasfaseranschluss. Ihr Anteil beträgt laut der Studie rund fünf Prozent.
„Das bedeutet auch: Mehr als 800 Schulen müssen noch mit schnelleren Glasfaseranschlüssen ausgestattet werden. Der Untersuchung zufolge liegen die Anschlusskosten je Schule im Durchschnitt bei rund 29.000 Euro, die Gesamtkosten für den Glasfaserausbau an Schulen belaufen sich auf rund 23,7 Millionen Euro“, erklärt Wirtschaftsminister Armin Willingmann. Finanziert werden soll der Ausbau laut der Pressemeldung unter anderem mit Fördergeldern vom Bund. (ba)

http://www.sachsen-anhalt.de

Stichwörter: Politik, Breitband, Sachsen-Anhalt, Glasfaser, Armin Willingmann



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik
Thüringen: Erfolg für Kompetenzzentrum Verwaltung 4.0
[23.1.2020] Nach einem Jahr Kompetenzzentrum Verwaltung 4.0 hat Thüringens Finanzministerin eine positive Bilanz gezogen. Als Geschenk für die Kommunen wurde ein digitales Vereinspaket geschnürt. mehr...
Thüringens Finanzministerin Heike Taubert hat dem Kabinett einen Bericht zu dem seit Januar 2019 arbeitenden Kompetenzzentrum Verwaltung 4.0 vorgestellt.
Hamburg: Digitalstrategie für die Hansestadt
[22.1.2020] Eine Digitalstrategie, die alle Lebensbereiche des Gemeinwesens in den Blick nimmt, hat jetzt der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg beschlossen. Auf der Landespressekonferenz wurden auch Beispiele für erfolgreiches E-Government vorgestellt. mehr...
Auf der Pressekonferenz zu Hamburgs neuer Digitalstrategie wurde unter anderem das Projekt „Kinderleicht zum Kindergeld“ vorgestellt.
Niedersachsen: Stabsstelle für Informationstechnik
[16.1.2020] Die Landesregierung Niedersachsen hat die Einrichtung einer Stabsstelle für Informationstechnik im Innenministerium beschlossen. Als Gründe für die Neuerung nennt sie wachsende Anforderungen im Zuge der Verwaltungsdigitalisierung und der IT-Sicherheit. mehr...
Schleswig-Holstein: JIL feiert einjähriges Bestehen
[14.1.2020] Die Verwaltung der Zukunft baut auf digitale Technologien wie künstliche Intelligenz, Augmented Reality und Blockchain. Prototypen und neueste Projekte zu diesen Themen präsentierte das Joint Innovation Lab (JIL) in Lübeck anlässlich seines einjährigen Bestehens. mehr...
Schleswig-Holstein: Joint Innovation Lab feiert ersten Geburtstag.
Serie OZG: Nutzen für alle Interview
[7.1.2020] Der IT-Planungsrat hat Annette Schmidt zur Präsidentin der Föderalen IT-Kooperation (FITKO) ernannt. Kommune21 sprach mit ihr über die Aufgaben der FITKO und den Stand der Dinge beim Onlinezugangsgesetz (OZG). mehr...
FITKO-Präsidentin Dr. Annette Schmidt
Suchen...

 Anzeige

zk2020
GIS Consult GmbH
45721 Haltern am See
GIS Consult GmbH
AixConcept GmbH
52222 Stolberg
AixConcept GmbH
Aktuelle Meldungen