Open Data:
Deutschland weiter im Mittelfeld


[26.11.2018] Deutschland hat im Bereich Open Data im Vergleich zum Vorjahr kaum Fortschritte gemacht. Das zeigt eine aktuelle Studie, welche den Open-Data-Einsatz anhand der Kategorien Policy, Portalinfrastruktur, Auswirkungen und Datenqualität in 32 Ländern untersucht hat.

Deutschlands Open-Data-Reifegrad gemäß aktuellem „Open Data Maturity in Europe Report“. Behörden treiben Open Data oftmals nicht strategisch genug voran, der Fortschritt verliert in einigen Bereichen an Geschwindigkeit. Insbesondere beim Erfassen der Auswirkungen von Open Data und den daraus abzuleitenden Maßnahmen verschenken Deutschland und weitere Staaten Potenzial. Das sind Ergebnisse des aktuellen „Open Data Maturity in Europe Report“, den Capgemini jährlich im Auftrag der EU-Kommission durchführt.
Wie Capgemini berichtet, erfasst der Bericht, für den nationale Open-Data-Verantwortliche in den 28 EU-Staaten sowie in Norwegen, Liechtenstein, Island und der Schweiz befragt wurden, mit welchem Tempo europäische Länder Open Data vorantreiben und welche Prioritäten sie dabei setzten. Neben dem gesetzlichen Rahmen und den fördernden Koordinationsmaßnahmen (Policy) sowie Datenportalen wurden 2018 erstmals auch die Auswirkungen (Impact) und die Datenqualität berücksichtigt, um den Open-Data-Reifegrad der Länder zu beurteilen.
In diesem Jahr zählen nach Angaben von Capgemini nur wenige europäische Länder zu den Trendsettern, die Open Data fortlaufend weiterentwickeln. Insgesamt gebe es nur begrenzte Fortschritte in den EU-Mitgliedstaaten, die meisten verharrten auf einem ähnlichen Niveau wie 2017. Das gelte auch für Deutschland: Mit einem Gesamtreifegrad von 64 Prozent positioniere sich die Bundesrepublik wie schon im Jahr 2017 auf dem 17. Platz und damit im Mittelfeld. Die Vorreiter zeichnen sich laut Capgemini dadurch aus, dass sie über einen strategischen Ansatz verfügen und Open Data nutzen, um ihre digitale Transformation fortzuführen. Europaweit werde das Potenzial nicht ausgeschöpft, der durchschnittliche Reifegrad liege bei 65 Prozent. Allerdings zeigten sich Unterschiede in den Kategorien: Der Bereich Policy steht bei vielen der 28 EU-Staaten im Fokus, der Reifegrad liegt insgesamt bei 82 Prozent. Deutschland steigerte sich gegenüber 2017 von 65 auf 77 Prozent. Bei der Portalinfrastruktur verzeichnet das Benchmark einen europaweiten Reifegrad von 63 Prozent, nur ein Drittel der nationalen Portale erreicht ein fortgeschrittenes Niveau. Deutschland liegt mit 54 Prozent unter dem Durchschnitt. Auch bei der Datenqualität deutet ein Reifegrad von 62 Prozent auf eine zögerliche Umsetzung durch die europäischen Länder hin. Deutschland nimmt hier mit einem Reifegrad von 89 Prozent eine Vorreiterrolle ein. Beim Impact zeigt der Reifegrad von 39 Prozent in Deutschland und europaweit von 50 Prozent, dass viele Länder bis dato nur begrenzte Anstrengungen unternehmen, um die Auswirkungen von Open Data zu verstehen und nachzuhalten.
„Deutschlands gute Ergebnisse in den Dimensionen Datenqualität und Policy sind eine solide Basis, um Open Data zügig und entlang einer zielgerichteten Strategie auszubauen“, sagt Marc Reinhardt, Leiter Public Sector bei Capgemini Deutschland. „Nach dem Inkrafttreten des Open-Data-Gesetzes und seit der Regierungsbildung liegen die Prioritäten der Bundesregierung aktuell bei anderen Themen, etwa der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes. Dadurch ist der Abstand zur internationalen Spitze der Open-Data-Bewegungen wieder größer geworden. Es ist aber unabdingbar, dass auch das Thema Open Data kontinuierlich und mit klarem Fokus vorangetrieben wird, um in diesem zentralen Bereich vorne mitzuspielen.“ (ba)

Weitere Informationen sowie der Report zum Download (Deep Link)
http://www.europeandataportal.eu
http://www.capgemini.com/de

Stichwörter: Open Government, Capgemini, Open Data, Benchmark, Studie, EU-Kommission

Bildquelle: Capgemini

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