D21-Digital-Index 2018/2019:
Deutsche werden noch digitaler


[24.1.2019] Der von der Initiative D21 vorgelegte Digital-Index 2018/2019 zeigt auf, dass die deutsche Gesellschaft erneut digitaler geworden ist. Deutlich gestiegen ist beispielsweise die Internet-Nutzung bei den über 60-Jährigen. Unterschiede zeigen sich im Digitalisierungsgrad von Städten und ländlichen Regionen.

Der D21-Digital-Index 2018/2019 verzeichnet unter anderem mehr digitale Vorreiter in der deutschen Bevölkerung. Die Initiative D21 hat jetzt den D21-Digital-Index 2018/2019 vorgestellt. Jährlich liefert die von Kantar TNS durchgeführte Studie ein umfassendes Lagebild zur digitalen Gesellschaft, indem sie den Digitalisierungsgrad der deutschen Bevölkerung misst und aufzeigt, wie die Bürger den technologischen Fortschritt in ihrem Privat- und Berufsleben adaptieren. Auf einer Skala von 0 bis 100 hat die deutsche Gesellschaft demnach einen mittleren Indexwert von 55 Punkten erreicht, womit der Digitalindex im Vergleich zum Vorjahr (wir berichteten) um zwei Punkte gestiegen ist. Als Grund für den Zuwachs werden Steigerungen beim Zugang (+6 Punkte) und in der Kompetenz (+2 Punkte) genannt. Das Nutzungsverhalten nimmt mit einem Punkt leicht ab, die Offenheit gegenüber digitalen Themen bleibe gleich. 84 Prozent der deutschen Bevölkerung sind laut dem vorliegenden Index online, das entspricht einem Zuwachs von drei Prozentpunkten. Dieser sei insbesondere auf die zunehmende Verbreitung des mobilen Internets zurückzuführen, das inzwischen 68 Prozent der Bevölkerung (+4 Prozentpunkte) nutzen. Den größten Zuwachs verzeichnen die älteren Generationen: 79 Prozent der 60- bis 69-Jährigen und mittlerweile 45 Prozent der über 70-Jährigen sind online.

Mehr digitale Vorreiter

Der D21-Digital-Index unterteilt die Bevölkerung in verschiedene Nutzergruppen und -typen. Die Gruppe der Digital Abseitsstehenden schrumpft dabei um vier Prozentpunkte auf 21 Prozent und umfasst damit noch circa 13 Millionen Menschen. Die größte Gruppe sind nach wie vor Digital Mithaltende mit 42 Prozent (+1 Prozentpunkt), dies entspricht etwa 27 Millionen Menschen. Den größten Zuwachs verzeichnet die Gruppe der Digitalen Vorreiter, zu denen nun 37 Prozent der deutschen Bevölkerung zählen (+3 Prozentpunkte): Diese Gruppe geht sehr offen und souverän mit den Anforderungen sowie den Errungenschaften der Digitalisierung um.
Der Index zeigt, dass Gebildetere im Schnitt einen deutlich höheren Digitalisierungsgrad haben als Menschen mit niedriger formaler Bildung. Ebenso führe Berufstätigkeit generell, insbesondere aber Schreibtischtätigkeit, zu mehr Berührungspunkten und Erfahrungen mit digitalen Technologien und Anwendungen und damit zu einem höheren Digitalindex. Knapp die Hälfte der Berufstätigen geht laut der Studie davon aus, dass ihr Beruf sich in der näheren Zukunft durch die Digitalisierung spürbar verändern wird.
Dass bislang nur eine kleine Minderheit der deutschen Bevölkerung Erfahrungen mit Smart-Home-Anwendungen gesammelt hat, ist ein weiteres Ergebnis der Umfrage. Unabhängig von der tatsächlichen Nutzung sei aber eine gewisse Offenheit gegenüber der Technik vorhanden: Jeder Dritte könne sich die zukünftige Nutzung von Haushaltsrobotern, mit dem Internet verbundenen Überwachungskameras oder per App steuerbarer Licht- und Heizungsanlagen vorstellen.

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Deutliche Unterschiede zeigt die Studie im Digitalisierungsgrad der Bevölkerung in (groß-)städtischen im Vergleich zu ländlichen Regionen. Die Großstadtbevölkerung hat mit 58 Indexpunkten einen um fünf Punkte höheren Digitalindex als die Landbevölkerung. Menschen in der Großstadt nutzen das Internet demnach länger, vielfältiger und häufiger. Die Kompetenzen seien höher und die Offenheit sei deutlich größer. Als Gründe dafür nennen die Herausgeber der Studie unter anderem eine jüngere Bevölkerung in den Städten, einen durchschnittlich höheren Bildungsgrad und mehr (Vollzeit-)Erwerbstätige als im ländlichen Raum. Unterschiede beim Zugang zum Internet zeigen sich hingegen kaum. Insbesondere der Anteil beruflicher Internet-Nutzer ist in den Großstädten deutlich höher. Zudem werden die Vorteile der Flexibilität und räumlichen Unabhängigkeit durch Telearbeit, Homeoffice oder mobiles Arbeiten, die in ländlichen Regionen stärker greifen könnten, eher in den Großstädten realisiert.
Bei der Umsetzung digitaler Innovationen im Alltag ist in Deutschland insgesamt noch Luft nach oben, kommentiert Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie (BMWi), die Studie: „Diesen Raum gilt es zu nutzen, damit wir international im Wettbewerb um die Produkte und Dienstleistungen der Zukunft vorne mit dabei sind. Die künstliche Intelligenz ist dabei die Schlüsseltechnologie für zukünftigen Wohlstand und Wachstum in Deutschland. Wir müssen sie so nutzen, dass soziale Teilhabe, Handlungsfreiheit und die Selbstbestimmung der Bürgerinnen und Bürger in Zeiten der Digitalisierung weiter gestärkt werden.“ (ve)

Der D21-Digital-Index 2018/2019 zum Download (PDF; 1,5 MB) (Deep Link)
http://www.initiatived21.de

Stichwörter: Politik, Studie, D21-Digital-Index, Initiative D21

Bildquelle: www.initiatived21.de

Druckversion    PDF     Link mailen




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik
E-Government-Wettbewerb 2020: Ländle mit drei Projekten im Finale
[4.6.2020] Baden-Württemberg steht mit drei Projekten im Finale des diesjährigen E-Government-Wettbewerbs der Unternehmen BearingPoint und Cisco. Digitalisierungsminister Thomas Strobl lobt den Auftritt von Land und Kommunen. mehr...
BMI: Digitale Kompetenzen gebündelt
[2.6.2020] Bundesinnenminister Horst Seehofer will die Digitalisierung schneller voranbringen. Alle dafür erforderlichen Kräfte werden deshalb in einer eigenen Abteilung „Digitale Verwaltung“ gebündelt. Leiter der neuen Abteilung wird ein altgedienter Experte für Verwaltungsdigitalisierung. mehr...
Bundesinnenminister Horst Seehofer will die Digitalisierung schneller voranbringen.
BMWi: Herausragende Reallabore ausgezeichnet
[2.6.2020] Neun Reallabore für Innovation und Regulierung wurden jetzt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ausgezeichnet. Bundewirtschaftsminister Peter Altmaier lobt die Preisträger und fordert zugleich mehr Einsatz von der Politik, sodass weitere Erprobungsprojekte möglich werden. mehr...
Die neun Siegerprojekte des BMWi-Wettbewerbs um den Innovationspreis Reallabore wurden aus insgesamt 125 Beiträgen ausgewählt.
Kreis Höxter: Digitalisierung neu ausgerichtet
[29.5.2020] Zunehmend verbindet die Digitalisierung die Verwaltungsbereiche der IT und der Organisationsentwicklung. Im Kreis Höxter greift man diese Entwicklung in einer neu ausgerichteten Abteilung auf, die Leitung übernimmt ein Digitalisierungsexperte aus der Verwaltung. mehr...
Die Digitalisierung im Kreis Höxter liegt in kompetenten Händen.
Metropolregion Rhein-Neckar: Innovationspreis für Reallabor
[29.5.2020] Die Metropolregion Rhein-Neckar zählt zu den vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ausgewählten Reallaboren für Innovationen und Regulierung. Ausgezeichnet wurde die MRN für ihr Konzept im Bereich digitales Planen und Bauen. mehr...
Suchen...

 Anzeige



 Anzeige

zk2020

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 3/2020
Kommune21, Ausgabe 4/2020
Kommune21, Ausgabe 5/2020
Kommune21, Ausgabe 6/2020

IT-Guide PlusDATEV eG
90429 Nürnberg
DATEV eG
LCS Computer Service GmbH
04936 Schlieben
LCS Computer Service GmbH
AIDA ORGA GmbH
75391 Gechingen
AIDA ORGA GmbH
comundus regisafe GmbH
71332 Waiblingen
comundus regisafe GmbH
Aktuelle Meldungen