Hamburg:
Verkehrszählung in Echtzeit


[8.7.2019] Hamburg wird künftig flächendeckend in Echtzeit anonyme Verkehrsdaten erheben. Sie sollen die aktuelle Verkehrslenkung und langfristige Verkehrsplanung verbessern. Die Daten werden auf der städtischen Urban Data Platform bereitgestellt.

Hamburg startet in die automatische Verkehrszählung. Um die Verkehrslenkung zu verbessern, wird Hamburg künftig flächendeckend und in Echtzeit anonyme Verkehrsdaten erheben. „Langfristig wollen wir uns von den aufwendigen Handzählungen des Verkehrs verabschieden“, erklärt Senator Michael Westhagemann. „Für aktuelle Verkehrsflussverbesserungen und langfristige Verkehrsplanungen wollen wir modernste Technik einsetzen. Wenn wir ein flächendeckendes Netz von Datenzählstellen ganzjährig in Echtzeit zur Verfügung haben, können wir als Stadt viel präziser als bislang planen und auf aktuelle Verkehrssituationen schneller reagieren. Zudem können Unternehmen die Verkehrsdaten nutzen, um weitere innovative Services zu entwickeln.“ Wie die Freie und Hansestadt mitteilt, wird die Hamburg Verkehrsanlagen GmbH (HHVA) im Auftrag des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) bis Ende 2020 über 2.000 Wärmebildkameras an Ampeln und Laternen installieren. An 420 Kreuzungen werde dann der motorisierte Verkehr gezählt, an rund 40 Orten der Radverkehr. Aufgrund der eingesetzten Wärmebildtechnologie können dabei keine personenbezogenen Daten wie Gesichter oder Kennzeichen erfasst werden, sondern nur die Fahrzeuganzahl nach Fahrzeugart.

Daten für die Urban Data Platform

Die Daten aus den Kameras werden an einen Server geschickt, der sie speichert und voraussichtlich ab Ende 2019 auf der städtischen Urban Data Platform (wir berichteten) einstellt. „Städtische Daten wie beispielsweise die Verkehrszähldaten müssen interoperabel und performant zur Verfügung stehen, damit diese fachübergreifend genutzt werden können“, sagt Rolf-Werner Welzel, Geschäftsführer des Landesbetriebs Geoinformation und Vermessung. „Dies ist ohne eine geeignete technische Plattform, in die alle urbanen Daten integriert werden, nicht möglich. Unsere Urban Data Platform Hamburg versteht sich als eine solche Datendrehscheibe. In dieser werden auch Mobilitäts- und Verkehrsdaten wie zum Beispiel die Verkehrslage auf Autobahnen verarbeitet und in Anwendungen verschiedenen Nutzergruppen zur Verfügung gestellt.“
Christian Pfromm, Chief Digital Officer (CDO) der Stadt Hamburg, sieht in der Datenerhebung und -bereitstellung einen erheblichen Nutzen auch für die Bürger: „Verkehr lässt sich mit einer ausreichenden, aktuellen Datengrundlage zielgenauer steuern, die Straßenführung besser planen und Baustellen lassen sich besser koordinieren. Das ist gut für die Umwelt und die Anwohner. Mit der Wärmebildtechnologie können wir auch unserem Anspruch nach bestmöglichem Schutz personenbezogener Daten gerecht werden. Für uns steht bei der Digitalisierung der Mensch im Mittelpunkt.“
Bei der Automatisierten Verkehrsmengenerfassung und dem Hamburger Radverkehrszählnetz handelt es sich um zwei von derzeit rund 60 Projekten im Rahmen der Hamburger Senatsstrategie für Intelligente Verkehrssysteme (ITS). Die beiden ITS-Projekte werden vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur aus dem Sofortprogramm Saubere Luft mit insgesamt bis zu 12,4 Millionen Euro gefördert. (ve)

https://www.hamburg.de

Stichwörter: Smart City, Hamburg, Open Data, Urban Data Platform, ITS

Bildquelle: BWVI

Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Smart City
Bund: Digitaler Zwilling für ganz Deutschland
[18.10.2021] Ein digitales dreidimensionales Oberflächenmodell von ganz Deutschland mit allen relevanten Objekten – dies ist der Digitale Zwilling, den das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie bis 2024 realisieren will. Das Tool kann in verschiedensten Szenarien als Planungshilfe dienen. mehr...
Bis Endes dieses Jahres soll die Metropolregion Hamburg in 3D erfasst sein.
Interview: Pulsgeber für Daten Interview
[12.10.2021] Stadtwerke sind für SAP wichtige Partner bei der Smart-City-Umsetzung, sagt Nikolaus Hagl. Warum das so ist und welche Lösungen der Software-Konzern für die vernetzte Stadt anbietet, erläutert der Leiter des SAP-­Geschäftsbereichs Public & Energy im stadt+werk-Interview. mehr...
Nikolaus Hagl ist seit 2019 Leiter des Geschäftsbereichs Public & Energy und Mitglied der Geschäftsleitung bei SAP Deutschland.
Smart City Studie 2021: Digitaler Fortschritt bleibt unzureichend
[11.10.2021] Die Unternehmensberatung Haselhorst Associates hat ihre Smart-City-Studie 2021 veröffentlicht. Die Spitzenplätze werden von Millionenstädten belegt, einige kleinere Städten sind Aufsteiger. Insgesamt jedoch bleiben die Digitalisierungsstrategien lückenhaft und wenig innovativ. mehr...
Smart City Index 2021: Hamburg auf Platz eins
[7.10.2021] Hamburg konnte im jährlichen Smart City Index erneut den ersten Platz belegen. Die Ergebnisse des diesjährigen Rankings wurden jetzt vom Branchenverband Bitkom vorgestellt. mehr...
Im Smart City Index 2021 konnte die Freie und Hansestadt Hamburg erneut den ersten Platz belegen.
Smart City Index 2021: Drei Aufsteiger in den Top 10
[30.9.2021] Der Branchenverband Bitkom hat die Shortlist der zehn Bestplatzierten des Smart City Index 2021 präsentiert. Erstmals in den Top 10 vertreten sind in diesem Jahr die Städte Bochum, Dresden und Freiburg im Breisgau. mehr...
Dresden: Aufsteiger des Jahres im Smart City Index des Bitkom.
Suchen...

 Anzeige



 Anzeige

usu2110

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 10/2021
Kommune21, Ausgabe 9/2021
Kommune21, Ausgabe 8/2021
Kommune21, Ausgabe 7/2021

IT-Guide PlusDATEV eG
90429 Nürnberg
DATEV eG
OrgaSoft Kommunal GmbH
66119 Saarbrücken
OrgaSoft Kommunal GmbH
goetel GmbH
37079 Göttingen
goetel GmbH
LogoData ERFURT GmbH
99084 Erfurt
LogoData ERFURT GmbH
Aktuelle Meldungen