Zukunftskommune@bw:
Digitalisierungsstrategien ausgezeichnet


[26.7.2019] Neun kommunale Digitalisierungsstrategien wurden im zweiten Teil des Wettbewerbs „Digitale Zukunftskommune@bw“ für eine weitere Förderung ausgewählt. Damit sollen die Kommunen die Projekte aus den Strategien umsetzen können.

Baden-Württembergs Digitalisierungsminister Thomas Strobl zeichnet im Zuge des Förderwettbewerbs „Digitale Zukunftskommune@bw“ neun Gewinner für ihre Digitalisierungsstrategien aus. Im zweiten Teil des Förderwettbewerbs „Digitale Zukunftskommune@bw“ hat Baden-Württembergs Digitalisierungsminister Thomas Strobl neun kommunale Digitalisierungsstrategien ausgezeichnet. Er überreichte den Gewinnern Förderbescheide mit einem Gesamtvolumen von mehr als 550.000 Euro. Damit sollen die Kommunen die Projekte aus ihren Strategien umsetzen. Insgesamt nimmt das Land laut einer Pressemeldung des Innenministeriums 20 Millionen Euro in die Hand, um die Digitalisierung in den Kommunen voranzutreiben. Strobl: „Wir setzen auf den Ideenreichtum vor Ort und treiben gemeinsam mit unseren Kommunen die Digitalisierung voran.“
Herrenberg, Ravensburg, Winnenden, Stutensee, Schönau im Odenwald, der Zollernalbkreis, der Landkreis Tuttlingen, der Regionalverband Nordschwarzwald sowie der landkreisübergreifende Zusammenschluss RegioENERGIE erhalten jeweils bis zu 100.000 Euro Fördermittel zur Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategien, teilt das Innenministerium mit. Diese hätten sie im ersten Teil des Ideenwettbewerbs „Digitale Zukunftskommunen@bw“ (wir berichteten) bereits mit 45.000 Euro finanzieller Unterstützung des Landes entwickelt. 50 Kommunen waren im Mai 2018 ausgewählt worden und bekamen neben finanzieller auch fachliche Unterstützung. Fast alle Kommunen hätten inzwischen eine Digitalisierungsstrategie entwickelt; die besten und innovativsten erhalten laut Innenministerium erneut eine Förderung, um die Strategien umzusetzen. Ausgewählt wurden die Gewinner unter 19 Bewerbern von einer Jury aus Vertretern des Digitalisierungsministeriums und der kommunalen Landesverbände.

Leuchttürme des digitalen Wandels

„Unsere digitalen Zukunftskommunen sind echte Leuchttürme des digitalen Wandels. Und das – wie die kürzlich für das Smart-City-Modellprojekt des Bundes ausgewählte Stadt Ulm (wir berichteten) bewiesen hat – auch über die Landesgrenzen hinaus. Wir sind stolz auf unsere Kommunen und es zeigt auch: Wir sind auf dem richtigen Weg. Leuchtturmprojekte zu fördern ist wichtig, um praktische Erfahrungen im Bereich der Verwaltungsdigitalisierung zu sammeln. Außerdem sollen andere Kommunen ermutigt werden, eigene Ideen zu entwickeln und anzupacken. Letztlich muss es aber darum gehen, die gewonnenen Erkenntnisse auch auf andere Kommunen im Land zu übertragen und die Digitalisierung in die Fläche zu bringen“, erklärte Digitalisierungsminister Thomas Strobl.
Überzeugt haben die Gewinner des aktuellen Wettbewerbs nach Angaben des Innenministeriums zum Beispiel mit gemeinsamen Online-Plattformen und Sharing-Angeboten. Der Zollernalbkreis hat sich zum Ziel gesetzt, eine Azubi-Plattform zu etablieren, die das gesamte Azubi-Management des Landkreises mit Einsatzplänen, Berichtsheften und Lernzielen digital abbildet. Andere Kommunen möchten digitale Stadtrundgänge oder Museen anbieten und dabei auch Augmented- und Virtual-Reality-Elemente einsetzen. In Schönau im Odenwald wird in den Rundgang ein virtuelles Schaufenster mit Angeboten von Schönauer Unternehmen, Vereinen und der Verwaltung eingebunden, das später zu einem virtuellen Marktplatz ausgebaut werden könnte. Der Landkreis Tuttlingen will Funklöcher beseitigen. Mit einer Strategie zur Stärkung und Weiterentwicklung des Mobilfunks, unter besonderer Beachtung des 5G-Standards, soll die Netzabdeckung gefördert werden. Auf ein digitales und analoges Begegnungszentrum für die Bürger setzt die Stadt Stutensee mit ihrem Zukunftshaus. Dort sollen zum Beispiel IT-Schulungen und Co-Working-Spaces angeboten werden.
Bei der Umsetzung ihrer Strategien und Projekte werden die Kommunen laut der Pressemeldung des Innenministeriums vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Kooperation mit dem bwcon-Netzwerk wissenschaftlich und praktisch begleitet. Damit sollen die Best Practices aus den Modellkommunen auf möglichst viele weitere Kommunen im Ländle übertragen werden.

Digitallosten als Impulsgeber

Die Preisverleihung war ein Programmpunkt der Veranstaltung „#digitallotsen gestalten Baden-Württemberg“, bei dem sich kommunale Digitallotsen (wir berichteten) vernetzen. Sie ist als Teil der Qualifizierungsoffensive Digitalakademie@bw des Landes ausgebildet. „Der digitale Wandel beginnt im Kopf. Ohne die richtigen Köpfe geht es nicht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Erfolg. Deshalb haben wir mit der Digitalakademie ein innovatives Projekt für die Verwaltung an den Start gebracht, das sich genau darum kümmert: um Qualifizierung, Innovation, Wissenstransfer und kulturellen Wandel. Wir werden darüber in den kommenden zwei Jahren allein rund 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kommunalverwaltungen zu Digitallotsen qualifizieren. Sie treiben Innovationsmaßnahmen innerhalb ihrer Verwaltung und in den Kommunen voran und sind wichtige Impulsgeber für digitale Projekte“, so Digitalisierungsminister Strobl. (ba)

https://www.digital-bw.de

Stichwörter: Politik, Baden-Württemberg, Digitale Zukunftskommune@bw, Digitalisierungsstrategie, Herrenberg, Ravensburg, Winnenden, Stutensee, Schönau im Odenwald, Zollernalbkreis, Kreis Tuttlingen, Regionalverband Nordschwarzwald, RegioENERGIE

Bildquelle: Fraunhofer IAO / Elia Schmidt

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