Internet der Dinge:
Motor der Smart City


[23.9.2019] Immer mehr Kommunen verabschieden Digitalisierungs- und Smart-City-Strategien. Mit dem Internet der Dinge und der LoRaWAN-Technologie stehen Werkzeuge zur Verfügung, welche die Umsetzung einfach, wirtschaftlich und mit geringem Risiko ermöglichen.

Mit IoT Kernaufgaben effizienter lösen. Beim Thema Smart City stehen heute Aspekte wie Nachhaltigkeit, Lebensqualität oder Klimaschutz im Vordergrund. Viele Kommunen in Deutschland haben bereits umfassende Digitalisierungsstrategien verabschiedet und streben nun nach Lösungen, die einerseits interne Verwaltungsabläufe beschleunigen und andererseits Bürgern, Industrie und Gewerbe einen langfristigen Nutzen bieten.
Betrachtet man das aktuelle Angebot an Smart-City-Anwendungen, findet man bereits zahlreiche in der Praxis erprobte Lösungen – beispielsweise für die Parkraumbewirtschaftung, das Energie-Management in öffentlichen Gebäuden, die Müllentsorgung, die Luftqualitätsmessung, die Rettungswegeüberwachung oder die infrastrukturelle Verbesserung von Schulen. Aufgaben also, die in jeder Kommune zu finden sind. Smart City darf sich nennen, wer für die effiziente und nachhaltige Bewältigung dieser alltäglichen Aufgaben innovative digitale Lösungen einsetzt.
Das Potenzial, das in der Digitalisierung steckt, können nicht nur Großstädte nutzen. Heute stehen Technologien zur Verfügung, die Kommunen jeglicher Größenordnung den Einstieg in die digitale Welt ermöglichen – ohne große technische Hürden, ohne Abhängigkeit von Konzernen und ohne millionenschwere Investitionen. Zur Umsetzung von digitalen Strategien und Smart-City-Konzepten bedarf es entsprechender Infrastrukturen. Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) hat sich in den vergangenen Jahren in der Industrie und der Energiewirtschaft als Motor für digitale Innovation etabliert. Ausgehend von Stadtwerken und Energieversorgern hat der Trend nun auch die Kommunalverwaltungen erreicht.

LoRaWAN macht Risiken überschaubar

In zahlreichen Städten und Gemeinden werden so genannte LPWAN-Netzwerke (Low Power Wide Area Network) installiert, mit denen sich Daten von Sensoren, Messgeräten oder anderen intelligenten Objekten über weite Entfernungen per Funk übertragen lassen. Die Daten werden von Gateways eingesammelt, in eine Cloud oder in das Rechenzentrum der Kommune übertragen und stehen zur Verwendung in den entsprechenden Software-Applikationen zur Verfügung.
Innerhalb der LPWAN-Technologien hat sich im kommunalen Umfeld insbesondere LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) etabliert. Als offener Standard ermöglicht die Technologie den Aufbau und Betrieb eigener Netze – unabhängig von den Infrastrukturen großer Telekommunikationskonzerne. Gateway-Standorte, Netzabdeckung oder Ausbaugeschwindigkeit können selbst bestimmt werden. Mit LoRaWAN können Projekte zudem im kleinen Maßstab und mit überschaubaren Investitionen gestartet werden. Da es sich um einen offenen Standard handelt, fallen keine Lizenzkosten an. Haben sich Technologie und Lösung in einem Pilotprojekt bewährt, ist das Netz unbegrenzt skalierbar. Weitere Gateways und Sensoren lassen sich unkompliziert installieren. Gerade in der Möglichkeit, in kleinem Maßstab zu testen und erfolgreiche Konzepte großflächig zu skalieren, liegt ein entscheidendes Erfolgskriterium digitaler Strategien. Investitionen und Risiken bleiben kalkulierbar.

Täglich neue Lösungen

Mit der rasanten Verbreitung der LoRaWAN-Technologie steigt auch die Zahl der Anwendungen. Täglich werden neue Lösungen entwickelt und umgesetzt. Eine Lösung, die in vielen kleineren Gemeinden ebenso eingesetzt wird wie in Großstädten ist Smart Parking, das unter anderem der Überwachung von öffentlichen Parkflächen dient. Sensoren melden, ob ein Parkplatz frei oder besetzt ist. Im Back-End-System ist hinterlegt, ob es sich um einen normalen Parkplatz, eine Sonderparkfläche, etwa einen Behindertenparkplatz, oder um den Parkplatz an einer E-Ladesäule handelt. Die Daten können den Bürgern über ein vorhandenes System zugänglich gemacht werden.
Das verkürzt zum Beispiel die Parkplatzsuche, die circa 30 Prozent des innerstädtischen Verkehrs ausmacht, signifikant. Mit derselben Technologie werden in Städten und Gemeinden inzwischen auch Feuerwehrzufahrten und Rettungswege digital überwacht. Zudem können Ordnungswidrigkeiten im Bereich des ruhenden Verkehrs schneller erkannt und geahndet werden.
Die Leistungsfähigkeit der LoRaWAN-Technologie lässt sich am einfachsten im Rahmen eines Pilotprojekts testen. Dazu werden im ersten Schritt ein oder mehrere Gateways, entsprechende Sensoren sowie eine Lizenz für die IoT-Plattform benötigt. Die Energiedatenerfassung in kommunalen Liegenschaften, die Parkraumüberwachung, Überwachung von Abfallcontainern oder die Erfassung von Umweltdaten gehören zu den am häufigsten nachgefragten Pilotprojekten. Nach erfolgreichem Testlauf wird die Lösung skaliert, das Netz und die Reichweite werden also um zusätzliche Gateways vergrößert. Durch die Einbindung weiterer Sensortypen lassen sich wiederum neue Anwendungsfälle realisieren. Das einmal eingerichtete System kann prinzipiell von jedem genutzt werden: von der Verwaltung, von kommunalen Betrieben, Gewerbe, Industrie, Bürgern und dem Bildungssektor. Um ein solches Projekt nicht alleine in Angriff nehmen zu müssen, schließen sich mancherorts mehrere Kommunen zusammen und kooperieren bei Aufbau und Betrieb der digitalen Infrastruktur.

Zusammenarbeit soll Standards schaffen

Um auf die Bedürfnisse der Kommunen optimal eingehen zu können, haben sich zwei erfahrene Unternehmen zusammengetan. Seit Oktober 2018 kooperiert der Saarbrücker IoT-Spezialist Zenner mit dem IT-Dienstleister regio iT, einem der größten kommunalen Rechenzentren in Deutschland. Ziel der Zusammenarbeit ist es, standardisierte IoT-Lösungen zu entwickeln, die von einer größeren Anzahl von Kommunen genutzt werden können.

Patrik Sartor ist als Team-Leiter Marketing für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit bei der ZENNER International GmbH & Co. KG zuständig.

https://www.zenner.de
Dieser Beitrag ist in der Ausgabe September 2019 von Kommune21 erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren. (Deep Link)

Stichwörter: Smart City, Zenner, Internet der Dinge, LoRaWAN

Bildquelle: nirutft/stock.adobe.com

Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Smart City
Interview: Pulsgeber für Daten Interview
[12.10.2021] Stadtwerke sind für SAP wichtige Partner bei der Smart-City-Umsetzung, sagt Nikolaus Hagl. Warum das so ist und welche Lösungen der Software-Konzern für die vernetzte Stadt anbietet, erläutert der Leiter des SAP-­Geschäftsbereichs Public & Energy im stadt+werk-Interview. mehr...
Nikolaus Hagl ist seit 2019 Leiter des Geschäftsbereichs Public & Energy und Mitglied der Geschäftsleitung bei SAP Deutschland.
Smart City Studie 2021: Digitaler Fortschritt bleibt unzureichend
[11.10.2021] Die Unternehmensberatung Haselhorst Associates hat ihre Smart-City-Studie 2021 veröffentlicht. Die Spitzenplätze werden von Millionenstädten belegt, einige kleinere Städten sind Aufsteiger. Insgesamt jedoch bleiben die Digitalisierungsstrategien lückenhaft und wenig innovativ. mehr...
Smart City Index 2021: Hamburg auf Platz eins
[7.10.2021] Hamburg konnte im jährlichen Smart City Index erneut den ersten Platz belegen. Die Ergebnisse des diesjährigen Rankings wurden jetzt vom Branchenverband Bitkom vorgestellt. mehr...
Im Smart City Index 2021 konnte die Freie und Hansestadt Hamburg erneut den ersten Platz belegen.
Smart City Index 2021: Drei Aufsteiger in den Top 10
[30.9.2021] Der Branchenverband Bitkom hat die Shortlist der zehn Bestplatzierten des Smart City Index 2021 präsentiert. Erstmals in den Top 10 vertreten sind in diesem Jahr die Städte Bochum, Dresden und Freiburg im Breisgau. mehr...
Dresden: Aufsteiger des Jahres im Smart City Index des Bitkom.
Aachen: Plattform für smarte Projekte
[27.9.2021] In Aachen wurde eine digitale Plattform gelauncht, die smarte Projekte besser sichtbar machen und neue Vernetzungsmöglichkeiten für Digitalisierungs- und Innovations-Ökosystem schaffen will. Bisher sind 65 Projekte registriert, sie decken bereits ein breites Themenspektrum ab. mehr...
Aachen versammelt smarte Projekte auf einer eigenen Online-Plattform.
Suchen...

 Anzeige



Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 10/2021
Kommune21, Ausgabe 9/2021
Kommune21, Ausgabe 8/2021
Kommune21, Ausgabe 7/2021

Aktuelle Meldungen