Baden-Württemberg:
Ergebnisse der kommunalen Datenschutzumfrage


[20.11.2019] Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (LfDI) hat die baden-württembergischen Gemeinden zum Stand der Umsetzung des neuen Datenschutzrechts befragt. Das Engagement ist demnach hoch, es besteht aber auch großer Beratungs- und Unterstützungsbedarf.

Eine kommunale Datenschutzumfrage bei allen 1.101 baden-württembergischen Gemeinden hat der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (LfDI) Stefan Brink durchgeführt. Jetzt ist die Umfrage zum Stand der Umsetzung des neuen Datenschutzrechts evaluiert, teilt der LfDI mit. „Mein durch unsere vielfältige Arbeit mit den Kommunen gewonnener Eindruck ist bestätigt: Insgesamt fühlen sich die Gemeinden in Baden-Württemberg durch die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung stark belastet“, teilt Brink mit. Häufigster Grund dafür sei der Mangel an personellen und zeitlichen Ressourcen, um die neuen Herausforderungen im Datenschutz stemmen zu können. „Die Kommunen in Baden-Württemberg meistern die Herausforderungen durch die Datenschutz-Grundverordnung vielerorts mit hohem Engagement und teilweise guten Ergebnissen“, erklärt der LfDI weiter. „Allerdings besteht häufig – vor allem bei kleineren Gemeinden – der Eindruck, den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung sei mit der Bestellung eines (externen) Datenschutzbeauftragten bereits genüge getan. Dem ist selbstverständlich nicht so. Besonders im Bereich der Datensicherheit mussten wir häufig ungenügende Zustände feststellen –- da muss dringend nachgebessert werden.“
Die Gemeinden machen einen sehr hohen Beratungs- und Unterstützungsbedarf zum Beispiel in Form von weiteren Schulungsmaßnahmen, Mustervorlagen oder Handreichungen geltend, heißt es in der Pressemitteilung des LfDI. Aber auch Unterstützung von anderen Stellen, etwa der Fachministerien bei landeseinheitlichen Verfahren, werde eingefordert. Die Rückmeldungen der Gemeinden belegten außerdem, dass es zu wenig Ansätze der interkommunalen Zusammenarbeit im Bereich des Datenschutzes gibt, die gerade kleineren Verwaltungen helfen würde. Hier könnten etwa die Landkreise eine Koordinierungs- und Unterstützungsfunktion im Datenschutzbereich für kleine Gemeinden übernehmen, empfiehlt der LfDI und verkündet: „Den Ruf nach mehr praxisorientierter Unterstützung habe ich gehört. Deshalb habe ich eine neue Broschüre zum Datenschutz bei Gemeinden veröffentlicht. Sollte das für 2020 angedachte Schulungs- und Fortbildungszentrum beim LfDI eingerichtet werden können, wird dieses als Schwerpunkt auch bedarfsgerechte Veranstaltungen und Seminare für den kommunalen Bereich anbieten.“
An der Umfrage des Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg haben nach LfDI-Angaben 87 Prozent der Kommunen teilgenommen. (ve)

Ausführliche Auswertung der LfDI-Umfrage (Deep Link)
Die Broschüre „Datenschutz bei Gemeinden“ (PDF; 2,8 MB) (Deep Link)

Stichwörter: IT-Sicherheit, Baden-Württemberg, Datenschutz, LfDI



Druckversion    PDF     Link mailen


ekom21
Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich IT-Sicherheit
IT-Sicherheit: Berlin sensibilisiert Mitarbeiter
[2.12.2019] Berlin will die Informationssicherheit stärken und die Verwaltungsmitarbeiter entsprechend sensibilisieren. Vorgesehen sind nicht nur Weiterbildungen, sondern beispielsweise auch ein jährlicher Cybersicherheitstag. mehr...
IT-Sicherheit: Vorreiter Köln Bericht
[28.11.2019] Der Erhalt und die Verbesserung des Informationssicherheitsniveaus werden bei der Stadt Köln als kontinuierlicher und organisationsübergreifender Prozess verstanden. Das hat dem städtischen IT-Dienstleister ein BSI-Zertifikat eingebracht. mehr...
Köln: IT-Sicherheit mit Blick auf den Dom.
Cyber-Sicherheit: Nationaler Pakt gestartet
[30.10.2019] Mit dem jetzt gestarteten Nationalen Pakt Cyber-Sicherheit soll eine bestmögliche Vernetzung erreicht und die Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft bei der Sensibilisierung vor Gefahren des Cyber-Raums weiter vorangetrieben werden. mehr...
BSI: Bericht zur Lage der IT-Sicherheit 2019
[21.10.2019] Die Qualität von Cyber-Angriffen ist weiter gestiegen, die Bedrohungslage anhaltend hoch. Das macht der Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2019 deutlich, vorgelegt vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). mehr...
BSI-Präsident Arne Schönbohm (l.) und Bundesinnenminister Horst Seehofer stellen den Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland 2019 vor.
Kreis Höxter: Datenschutz mit krz
[15.10.2019] Drei Kommunen aus dem Kreis Höxter vertrauen auf Datenschutz-Expertise des krz. Der IT-Dienstleister stellt externe Datenschutzbeauftragte in Borgentreich, Steinheim und Willebadessen. mehr...
Weitere FirmennewsAnzeige

CASIO Europe GmbH: Projektoren für den IT-Unterricht der Zukunft
[29.11.2019] CASIO-Projektoren kommen in mehr als 40.000 Schulen weltweit zum Einsatz. Sie zeichnen sich durch Umweltfreundlichkeit, Leistungsstärke und Vielseitigkeit im Unterricht aus. mehr...
Suchen...

 Anzeige

iitr2019

 Anzeige

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich IT-Sicherheit:
ITEBO GmbH
49074 Osnabrück
ITEBO GmbH
procilon GROUP
04425 Taucha bei Leipzig
procilon GROUP
Aktuelle Meldungen