Fraunhofer IGD/Telekom:
Software beschleunigt Glasfaserausbau


[10.9.2020] Die vom Fraunhofer IGD entwickelte Software Fibre3D beschleunigt den Ausbau des Glasfasernetzes. Mit ihr können Telekom-Mitarbeiter die genaue Position der Netzverteilerkästen bestimmen, ausmessen und als Fotomontage dem kommunalen Genehmigungsantrag beifügen.

Mit Fibre3D lässt sich virtuell die genaue Position der Netzverteilerkästen bestimmen und ausmessen. Beim Glasfaserausbau setzt das Unternehmen Deutsche Telekom auf digitale Tools zur Planung der neuen Trassen und Netzverteiler. Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) hat eine Software entwickelt, die den Planungsprozess weiter automatisiert und es den Telekom-Mitarbeitern unter anderem ermöglicht, Anträge bei den Kommunen ohne aufwendige Ortsbegehungen einzureichen. Wie das Forschungsinstitut mitteilt, spart das Zeit und sorgt künftig für ein noch digitaleres Arbeiten und ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren. Gerade habe die Software Fibre3D den ersten Praxistest erfolgreich bestanden. Um Deutschland mit schnellem Internet zu versorgen, treibe die Telekom den Glasfaserausbau bundesweit maßgeblich und massiv voran. Das eigentliche Verlegen der dünnen Glasleitungen sei dabei einer der letzten Schritte im komplexen Ausbauprozess. Im Vorfeld stünden umfangreiche Planungen und Beantragungen bei Ämtern und Kommunen mit mehreren Abstimmungsschleifen und Vor-Ort-Terminen an. Um diese Prozesse zu beschleunigen, setze die Telekom auf automatisierte Verfahren: Spezialkameras und Laserscanner erstellen digitales Kartenmaterial, eine automatische Objekterkennung schlägt Verteilerstandorte und Trassenverläufe vor, die von Planern nur noch verifiziert werden müssen.

Virtuelle Planung in 3D

Für ein Detail seien bisher jedoch noch Vor-Ort-Begehungen und Ausmessungen notwendig gewesen: die Position der Netzverteilerkästen, welche die einzelnen Glasfaserleitungen von der Haupttrasse an die Haushalte verteilen. Im bisherigen 2D-Kartenmaterial sei es nicht möglich gewesen, die optimale Position zu bestimmen und alle Faktoren zu berücksichtigen, wie beispielsweise die vorgeschriebene Restgehwegbreite. Zeitaufwendige Vor-Ort-Termine der Planer seien die einzige Lösung gewesen, um einen geeigneten Standort zu finden. Die Software Fibre3D ermögliche den Planern zukünftig, in eine 3D-Welt einzutauchen, die Kästen virtuell zu positionieren und so vom Schreibtisch aus den geeignetsten Standort zu finden. Messfunktionen und maßstabsgetreue Projektionen würden auch bei technisch anspruchsvollen Standorten eine zügige Prüfung ermöglichen. Sei die digitale Planung abgeschlossen, könnten direkt aus dem Tool heraus anschauliche Fotomontagen für die Antragsunterlagen zur Standortsicherung generiert werden. Dieser realistische Eindruck erleichtere außerdem, dem Wegeunterhaltspflichtigen den Genehmigungsprozess.

Alles digital

Eine erste Version von Fibre3D kam laut Fraunhofer IDG nun bei der Telekom in vier Planungseinheiten zum Einsatz. „In einem Fall konnte ein Kollege an einem einzigen Tag 27 Standorte vorbereiten und direkt zur Genehmigung zur Kommune senden – und das alles digital“, gibt Marius Kraus, Product Owner Fibre3D, Deutsche Telekom Technik GmbH, ein erstes Feedback. Mit einzelnen Vor-Ort-Terminen, Fotoaufnahmen und der Antragstellung im Nachgang wäre das nicht zu schaffen gewesen. „Im klassischen Prozess verbringen unsere Mitarbeiter viel Zeit auf der Straße. Auch eine Nachbearbeitung der Standorte, wenn eine Kommune Änderungswünsche hat, geht nun viel schneller.“ Derzeit arbeiten die Entwickler am Fraunhofer IGD laut eigener Angabe an der Visualisierung der Tiefbautrassen und nehmen Anpassungen nach den Rückmeldungen der ersten Praxistests vor. (co)

https://www.igd.fraunhofer.de
http://www.telekom.de

Stichwörter: Breitband, Deutsche Telekom, Glasfaser, Fraunhofer IDG, Fibre3D

Bildquelle: Telekom

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Breitband
BNetzA: Grundsätze zur Kostenumlage bei Breitband-Mitverlegung
[1.12.2020] Grundsätze zur Umlegung von Kosten bei der Mitverlegung von Breitband-Infrastruktur hat jetzt die Bundesnetzagentur veröffentlicht. Sie sollen unter anderem die Einigung zwischen den an einer Mitverlegung beteiligten Parteien erleichtern. mehr...
Rheinland-Pfalz: Runder Tisch Mobilfunk mit Erfolgsbilanz
[26.11.2020] Der Anfang 2019 in Rheinland-Pfalz etablierte Runde Tisch Mobilfunk erweist sich als erfolgreich: Allein bis Mitte 2020 entstanden im Land mehr als 1.500 LTE-Standorte. Der Mobilfunk Monitor vom TÜV Rheinland liefert detaillierte Zahlen. mehr...
Düsseldorf: Infrastruktur-Modell für Gigabit-Ausbau
[19.11.2020] Düsseldorf und Vodafone starten ein Infrastruktur-Modell, mit dessen Hilfe der Ausbau von Gigabit-Netzen beschleunigt werden soll. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Nutzung bestehender oder neu geschaffener kommunaler Infrastrukturen. mehr...
Vodafone-CEO Hannes Ametsreiter und Oberbürgermeister Stephan Keller unterzeichnen eine Vereinbarung für schnelleren Gigabit-Ausbau in Düsseldorf.
BREKO: Stellungnahme zum TKMoG
[13.11.2020] Der Diskussionsentwurf für das Telekommunikationsmodernisierungsgesetz (TKMoG) liegt vor. Der Glasfaserverband BREKO sieht darin sinnvolle Impulse, aber auch Nachbesserungsbedarf für einen schnellen Glasfaserausbau. mehr...
Der BREKO hat ein Fünf-Punkte-Papier zur geplanten Novelle des Telekommunikationsmodernisierungsgesetzes (TKMoG) vorgelegt.
Nuthetal: Auftakt für weitflächiges Glasfaserprojekt
[11.11.2020] Im brandenburgischen Nuthetal können sich jetzt die Bürger für einen Glasfaser-Anschluss der Deutschen Glasfaser entscheiden. Die Gemeinde bildet den Auftakt für den weitflächigen Ausbau des Breitband-Netzes im Nord-Osten Deutschlands durch das Unternehmen. mehr...
Suchen...

 Anzeige



 Anzeige



Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 12/2020
Kommune21, Ausgabe 11/2020
Kommune21, Ausgabe 10/2020
Kommune21, Ausgabe 9/2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Breitband:
Aktuelle Meldungen