Ulm:
Gemeinderat beschließt Datenethikkonzept


[19.10.2020] Ulm hat ein kommunales Datenethikkonzept beschlossen, das als Selbstverpflichtung bestehende Gesetze ergänzen und Bürgern langfristig mehr Vertrauen geben soll.

Der Ulmer Gemeinderat hat ein kommunales Datenethikkonzept beschlossen. Damit positioniert sich Ulm im Kontext der Datenethik als Vorreiter in Deutschland, heißt es seitens der Stadt. Zunehmende Digitalisierung und intelligente Vernetzung veränderten Stadt und Gesellschaft, daher seien „Regelungen zum ethischen Umgang mit den erfassten Daten ein wichtiger nächster Schritt“. Die Stadt habe sich bereits in der Vergangenheit durch zahlreiche Projekte zu einer der Vorreiterstädte der digitalen Transformation entwickelt. So gehört Ulm etwa seit Anfang Juli 2020 zur Initiative Intelligent Cities Challenge (ICC), einem exklusiven Netzwerk der Europäischen Kommission (wir berichteten).
Das Datenethikkonzept soll bereits bestehende gesetzliche Regelungen zum Datenschutz ergänzen. Als Selbstverpflichtung der Stadt Ulm und aller kommunalen Beteiligungen definiert es Leitlinien und Grenzen, wie und zu welchen Zwecken Daten genutzt werden dürfen. Bestimmte Bereiche, wie der Verkauf personenbezogener Daten, sind generell ausgeschlossen – eine datenschutzkonforme, zielgerichtete Datennutzung soll jedoch möglich sein. Grundsätzlich gelte, personenbezogene Daten nur dort zu erheben, wo sie tatsächlich benötigt werden. Entwickelt wurde das Konzept im Rahmen der „Zukunftsstadt Ulm 2030+“ gemeinsam mit Jörn von Lucke von der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen und seinem Team.

Transparenz soll Vertrauen schaffen

Der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch erläutert, dass es bei der Leitlinie auch um Vertrauensbildung gehe. Die Ulmer Bürger „sollen Vertrauen in die zunehmende Digitalisierung ihrer Stadt haben, daher entwickeln wir selbst Leitlinien zum Umgang mit städtischen Daten", so Czisch. Die transparente Festschreibung, zu welchen Zwecken Daten genutzt werden dürfen, erlaube es, die Datennutzung nachzuvollziehen. „Letztlich kann die Digitalisierung der Stadt nur gelingen, wenn die Bürger diese unterstützen und auf ein rechtmäßiges wie ethisches Handeln vertrauen", ergänzt Sabine Meigel, die Leiterin der Geschäftsstelle Digitale Agenda der Stadt Ulm. (sib)

Ulmer Datenethikkonzept (PDF) (Deep Link)
Digitale Stadt Ulm (Deep Link)

Stichwörter: Panorama, Ulm, Smart City, Datenethik



Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

handelsblatt2204-banner
Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Panorama
München: Konflikte lösen per App Bericht
[19.5.2022] Um Spannungen bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten schnell zu lösen, wurden für das IT-Referat der Stadt München ein Konflikt-Management-System und eine begleitende App entwickelt. Die Anwendung könnte künftig in weiteren Referaten zum Einsatz kommen. mehr...
In München soll eine App dazu beitragen, Konflikte beizulegen.
Innovationsstiftung Bayerische Kommune: Verwaltung ohne digitale Barrieren
[19.5.2022] Eine neue Publikation der Innovationsstiftung Bayerische Kommune widmet sich der digitalen Barrierefreiheit. Der Praxisleitfaden will bayerischen Kommunalverwaltungen bei der Umsetzung der BITV 2.0 assistieren. Neben wichtigen Grundlagen werden konkrete Praxistipps vermittelt. mehr...
Hamburg: Hansestadt tritt OGP Local bei
[18.5.2022] Aus der internationalen Initiative für offenes Verwaltungshandeln, Open Government Partnership (OGP), ging die Netzwerk-Organisation OGP Local hervor, die sich vor allem an Kommunen richtet. Nun ist die Stadt Hamburg – gemeinsam mit der Körber-Stiftung – dem Bündnis beigetreten. mehr...
Freie und Hansestadt Hamburg wird Teil der Open Government Partnership.
München: Entspannte Software-Wartung ohne Ausfälle
[12.5.2022] Downtime heißt in der IT die Zeit, in der ein Computer-System nicht verfügbar ist – etwa wegen Software-Änderungen. Die Stadt München strebt Ausfallzeiten an, die fast gegen Null gehen. Dafür sorgt der städtische Serviceprovider it@M mit seiner Container-Applikationsplattform. mehr...
Gesundheitswesen: Digitale Fitness fehlt Bericht
[5.5.2022] Das deutsche Gesundheitssystem gehört zu den teuersten und ineffizientesten. Eine durchgängige Digitalisierung kommt nur mühsam voran. Vom Zielbild eines Gesundheitsdatenökosystems ist man hierzulande noch weit entfernt. mehr...
Die Corona-Pandemie offenbarte den digitalen Rückstand im Gesundheitswesen.
Weitere FirmennewsAnzeige

E-Invoicing: Was 2022 auf Kämmereiabteilungen zukommt
[2.5.2022] Annahme und Verarbeitung von E-Rechnungen, Portallösungen und PEPPOL, das neue Umsatzsteuerrecht für Kommunen – mit einigen dieser Themen haben Kämmereiabteilungen schon seit längerem zu tun, andere sind neu bzw. werden weiter ausgebaut. So bringt das laufende Jahr für alle in der kommunalen Verwaltung, die mit Steuern, Haushalt und Finanzen zu tun haben, technische wie auch gesetzliche Neuerungen. mehr...
Suchen...

 Anzeige

vereon2204-cont

 Anzeige

vereon2204-cont

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 05/2022
Kommune21, Ausgabe 04/2022
Kommune21, Ausgabe 03/2022
Kommune21, Ausgabe 02/2022

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Panorama:
JCC Software
48149 Münster
JCC Software
AIDA ORGA GmbH
75391 Gechingen
AIDA ORGA GmbH
Aktuelle Meldungen