Open Data:
Bereitstellung in Kommunen


[22.10.2020] Eine Difu-Studie für die Bertelsmann Stiftung zeigt die steigende Bereitschaft von Kommunen, ihre Daten offen zur Verfügung zu stellen. Dabei tauchen jedoch auch Hürden auf – insbesondere für kleinere Kommunen.

Studie zeigt die Bereitschaft zur Open-Data-Bereitstellung in Kommunen. Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hat das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) mit Unterstützung des Deutschen Städtetags eine Studie zu Chancen und Herausforderungen der Bereitstellung offener Daten in Kommunen erstellt, ergänzt durch Handlungsempfehlungen. Demnach befürworten über 90 Prozent der befragten kommunalen Daten-Experten die politischen Bestrebungen, offene Daten verstärkt zur Verfügung zu stellen, sehen sich aber großen Hürden gegenüber. Als Gründe wurden mangelnde Personalressourcen, ein fehlender gesetzlicher Auftrag, die Angst vor Datenmissbrauch und datenschutzrechtliche Bedenken genannt. Das seien die zentralen Ergebnisse der nun vorgelegten Befragung, so das Difu.

Standards fehlen

Die bislang vergleichsweise wenig standardisierten Prozesse sowie der generell geringe Digitalisierungsgrad der Verwaltungsvorgänge in den Kommunen erschweren die Bereitstellung. Dabei werden die Vorteile einer Open-Data-Bereitstellung von den befragten Datenexperten durchaus gesehen: gerade in der aktuellen Corona-Pandemie könnten offene Daten helfen, Gefährdungslagen vor Ort zu erkennen. Ein weiterer Vorteil offener Daten wird in der Bürgerinformation und dem vereinfachten Austausch zwischen Ämtern gesehen. In der Entwicklung innovativer Geschäftsfelder für private Dritte sehen die Fachleute der Kommunen bisher jedoch kaum einen Vorteil.

Wie kann Open Data gelingen?

Um offene Daten zu publizieren, ist ein professionelles Daten-Management unabdingbar und ermöglicht oft erst die datenbasierte Steuerung kommunaler Maßnahmen und Projekte. Mehr als die Hälfte der befragten Städte und Gemeinden hat bereits Prozesse, Strukturen und Verantwortlichkeiten für das Daten-Management etabliert. Doch während dies bei über 90 Prozent der Großstädte der Fall ist, trifft dies auf weniger als die Hälfte der kleineren Kommunen zu. Auch eine gute technische Infrastruktur sei wichtig, erklären knapp drei Viertel der befragten Kommunen. Praktische Handreichungen und ein überregionales Datenportal würden die Bereitstellung offener Daten erleichtern, insbesondere für kleinere Städte und Gemeinden, die keine eigene technische Infrastruktur aufbauen und warten können.

Verbindlicher Rahmen und Dialog

Kommunen benötigen für die Datenbereitstellung zudem rechtliche Sicherheit. Die Umsetzung der europäischen Public Sector Information-Richtlinie (PSI-Richtlinie) in nationales Recht könne hier als bundesweit verbindlicher Rahmen fungieren, so die Studie. Zudem erfordere die Veröffentlichung hoheitlicher Daten ein Umdenken in der Verwaltung. Open-Data-Bereitstellung setze einen Dialog mit den Bürgern voraus. Die Digitalisierung der Kommunen dürfe „nicht alleine den großen Digitalkonzernen und den Verwaltungen überlassen werden", sondern solle auch unter Einbeziehung der Bürger erfolgen, kommentiert Difu-Leiter Carsten Kühl die Studienergebnisse. (sib)

http://www.difu.de
Open Data in Kommunen (PDF, 709 KB) (Deep Link)

Stichwörter: Panorama, Open Data, Bertelsmann Stiftung, Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)

Bildquelle: Bertelsmann Stiftung

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Panorama
München: Geschäftsprozessmanagement gestärkt
[7.7.2022] Die Stadt München arbeitet seit 2019 an der Einführung ihres Geschäftsprozessmanagements. Es soll die Politik beim Erreichen ihrer Ziele unterstützen, die Digitalisierung voranbringen und den Bürgern nutzen. Nun stimmte der Stadtrat dem Ausbau des Geschäftsprozessmanagements zu. mehr...
Report: APIs treiben digitalen Umbau voran
[5.7.2022] Sopra Steria und PUBLIC haben einen umfassenden Report zu Interoperabilität und APIs publiziert. Demnach tragen geeignete Programmierschnittstellen dazu bei, die Innovationskraft junger Govtech-Unternehmen beim digitalen Umbau der öffentlichen Verwaltung besser einzubinden. mehr...
Heidelberg: Innovativer Bürgerassistent
[1.7.2022] Ein neuer virtueller Bürgerassistent wird derzeit in der Stadt Heidelberg entwickelt. Anders als ein Chatbot kann er individuell auf die Fragen der Bürgerinnen und Bürger eingehen. Dahinter steht die KI-Technologie des Heidelberger Start-up Aleph Alpha. mehr...
Präsentation des Prototyps für den neuen Heidelberger KI-Bürgerassistenten.
Instandhaltung: Kommunale Infrastruktur im Blick
[1.7.2022] Kommunen müssen viele Prüf- und Instandhaltungstermine koordinieren – von der Stadtbeleuchtung bis zu Spielplatzgeräten. Die Aufgabenplanungssoftware Excelation:assets unterstützt Verantwortliche dabei, vorgeschriebene Wartungszyklen zu planen und Fach-Teams zu dirigieren. mehr...
Baden-Württemberg: Kommunale Prozesse besser managen
[30.6.2022] In Baden-Württemberg haben sich Verwaltung, Wissenschaft und Praxis zusammengeschlossen, um Kommunen ein praxisnahes, professionelles Prozess-Management zugänglich zu machen. mehr...
Weitere FirmennewsAnzeige

Rechnungsbearbeitung in Kommunen: Weitere Schritte für die Automatisierung von Rechnungen
[20.6.2022] Beim Thema Rechnungsbearbeitung ist für Kommunen noch lange nicht Schluss in Sachen Automatisierung. Es zeichnen sich bereits die nächsten Schritte ab, wie öffentliche Verwaltungen ihre internen kaufmännischen Abläufe im Sinne eines bürgerfreundlichen eGovernments weiter optimieren können. mehr...
Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 07/2022
Kommune21, Ausgabe 06/2022
Kommune21, Ausgabe 05/2022
Kommune21, Ausgabe 04/2022

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Panorama:
AIDA ORGA GmbH
75391 Gechingen
AIDA ORGA GmbH
JCC Software
48149 Münster
JCC Software
Aktuelle Meldungen