Studie:
Digitalisierungsgrad der Kommunen


[4.3.2021] Die Hochschule Harz und das Software-Unternehmen Axians Infoma haben im Herbst 2020 eine Befragung zum Digitalisierungsstand in den Kommunen durchgeführt. Viele stehen demnach erst am Anfang des Weges hin zu vollständig digitalisierten Prozessen.

Die durchgängige Digitalisierung ihrer Verwaltungsabläufe beschäftigt die Kommunen in hohem Maße. Dies geht unter anderem auf die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) sowie die Corona-Pandemie zurück. Dennoch stehen die meisten Verwaltungen erst am Anfang des Wegs hin zu vollständig digitalisierten Prozessen. Das ist ein zentrales Ergebnis einer gemeinsamen Umfrage der Hochschule Harz und des Software-Unternehmens Axians Infoma . Ziel der Befragung war laut Axians Infoma, den Digitalisierungsstand in den bundesdeutschen Kommunalverwaltungen zu ermitteln: Wer treibt sie an? Auf welchen Faktoren basieren bereits erzielte Erfolge? 548 Kommunen haben diese und andere Fragen beantwortet. Nur knapp 47 Prozent verfügen demnach über eine mittelfristige oder strategische Planung zur Digitalisierung ihrer Verwaltung. Am weitesten fortgeschritten seien die Aktivitäten im Finanzbereich. Hier haben knapp 12 Prozent der Befragten Kernprozesse, knapp 35 Prozent zumindest Teilprozesse durchgängig digitalisiert. Dabei beurteilen fast 80 Prozent der Verwaltungen ihre Digitalisierungsprojekte als erfolgreich – haben sie doch zu Arbeitserleichterungen für die Mitarbeitenden und unmittelbarem Nutzen für Bürger und Unternehmen geführt.

Prozesse der Leistungserbringung im Fokus

Nach Einschätzung der Studienautoren geben die Aussagen einen positiven Trend wieder, da sich „die Aufmerksamkeit nun verstärkt auf die Prozesse der Leistungserbringung“ richte, nachdem die Digitalisierung interner Prozesse jahrelang hinter der Optimierung digitaler Angebote für die Bürger zurückgestanden habe. Dabei zeige sich, dass sich bei einem Großteil der Kommunen die bereits umgesetzten Digitalisierungsmaßnahmen während der Einschränkungen in der Corona-Pandemie nicht nur bewährt haben – vielmehr habe sich hier sogar eine neue Dynamik entwickelt.
Wichtigster Treiber von Digitalisierungsprozessen sind aus Sicht von über 65 Prozent der Befragten gesetzliche Vorgaben, bei fast gleich vielen kommen die Impulse aus der Führungsebene, berichtet Axians Infoma weiter. Doch werden auch Hemmnisse bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten genannt. Dazu gehören für fast 32 Prozent unklare rechtliche Rahmenbedingungen, für nahezu zwei Drittel aber auch fehlendes Personal mit Kompetenzen sowohl im IT-Bereich als auch im Prozess-Management. In der klassischen Verwaltungsausbildung würden diese Kompetenzen bislang nicht berücksichtigt. Studiengänge in den Bereichen Verwaltungsinformatik und Verwaltungsdigitalisierung, wie sie etwa die Hochschule Harz anbiete, schaffen hier die Voraussetzung, notwendige Personalressourcen zu sichern. (sib)

Studien-Highlights und ein Whitepaper zur Studie können hier heruntergeladen werden (Deep Link)
https://www.axians-infoma.de
https://www.hs-harz.de

Stichwörter: Panorama, Axians, Axians Infoma, Studie, Hochschule Harz



Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Panorama
Kreis Wesel: Chatbot für die Kreisverwaltung
[15.4.2021] In einem Kooperationsprojekt zwischen der Kreisverwaltung Wesel und der Hochschule Rhein-Waal haben Studierende einen Chatbot für den Internet-Auftritt der Kommune erstellt. mehr...
Bundesmeldegesetz: Mehr Service für Bürger
[13.4.2021] Künftig soll es möglich sein, Meldebescheinigungen und andere Verwaltungsleistungen elektronisch zu beantragen. Daher wurde das Bundesmeldegesetz angepasst. Die neuen Regeln sind nun in Kraft getreten. mehr...
Luca-App: Bremen setzt auf mehrere Lösungen
[7.4.2021] Bremen plant die Beschaffung der Luca-App, um die Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung im Rahmen der Corona-Pandemie zu unterstützen. Parallel sollen auch andere Lösungen, etwa die bereits im Einsatz befindlichen Gast-Bremen-App, zum Einsatz kommen können. mehr...
Sachsen-Anhalt: Luca-App ist gefragt
[1.4.2021] Sachsen-Anhalt will in den kommenden vier Wochen alle Gesundheitsämter an das System der Luca-App anbinden. Elf Gesundheitsämter wollen die Lösung sofort einführen und nutzen, im ersten Schritt können sie zunächst sechs Ämter implementieren. mehr...
KDO: Bestandsaufnahme für Kommunen
[31.3.2021] Die Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO) unterstützt Kommunen mit einer Bestandsaufnahme bei der Digitalisierung. Die Verwaltungen sollen so neue Selbsterkenntnisse und einen Fahrplan für das weitere Vorgehen erhalten. mehr...
Die KDO-Bestandsaufnahme ermöglicht Verwaltungen eine Außenperspektive auf ihren aktuellen Digitalisierungsstand.
Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 4/2021
Kommune21, Ausgabe 3/2021
Kommune21, Ausgabe 2/2021
Kommune21, Ausgabe 1/2021

Axians Infoma GmbH
89081 Ulm
Axians Infoma GmbH
Aktuelle Meldungen