6G:
BMBF startet Forschungsprogramm


[14.4.2021] Die erste deutsche 6G-Forschungsinitiative will jetzt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) starten. Im ersten Schritt sollen 6G-Forschungs-Hubs und eine 6G-Plattform eingerichtet werden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will jetzt die erste deutsche Forschungsinitiative zur 6G-Technologie starten. Wie das Ministerium mitteilt, soll 6G ab dem Jahr 2030 die Nachfolge der 5G-Technologie in den Kommunikationsnetzen antreten. Mit der Forschungsinitiative sollen deshalb die neuen Technologien nicht nur erforscht, sondern auch die Basis für innovative Entwicklungen in diesem Bereich gelegt werden. Die entsprechende Förderrichtlinie wurde nun veröffentlicht.
Im Rahmen der ersten Fördermaßnahme sollen zunächst die kommende Generation mobiler Kommunikation untersucht und die dafür notwendige Glasfasernetze vorbereitet werden. Vorgesehen sei ein ganzheitlicher Ansatz für Forschung, Entwicklung und Transfer, weshalb alle Technologieebenen eingebunden werden. Es werde ein Gesamtsystem mit allen erforderlichen Komponenten entwickelt, aufgebaut und im Labor getestet. Von Anfang will das BMBF Unternehmen mit einbeziehen, die auf diesem Feld Innovationen vorantreiben wollen. Eine Lösung, um möglichste viele Akteure am künftigen 6G-Ökosystem teilhaben zu lassen, seien offene und überprüfbare Software-Schnittstellen, etwa über ein nach offenem Standard betriebenes Funkzugangsnetz, ein so genanntes Open-RAN (Radio-Access-Network).

Forschungs-Hubs und 6G-Plattform

Die erste Fördermaßnahme besteht laut BMBF aus zwei Teilen. Zum einen sollen Institute und Hochschulen in 6G-Forschungs-Hubs zusammenfinden und die künftigen Kommunikationstechnologien untersuchen. Da es dabei nicht nur um die drahtlose Übertragung, sondern auch um glasfaserbasierte leitungsgebundene Netze gehe, sollen in den 6G-Forschungs-Hubs übergreifend die Expertisen aus beiden Welten gebündelt werden. Die Anwendung neuer Materialien und die Entwicklung von Komponenten wie Antennen und Verstärker werden ebenso adressiert wie vollständige Module, etwa Modems, und Software für das Netzwerk-Management.
Zum anderen fördert das BMBF eine Plattform für „zukünftige Kommunikationstechnologien und 6G“. Diese 6G-Plattform soll als Dachprojekt fungieren, aus dem die Entwicklung immer wieder angetrieben wird. Sie soll im Rahmen der 6G-Initiative übergeordnete Fragestellungen zur Erforschung und Entwicklung der Grundlagen für einen zukünftigen 6G-Standard in enger Kooperation mit den 6G-Forschungs-Hubs bearbeiten und koordinieren. Auch sollen eine internationale Harmonisierung mit anderen 6G-Programmen vorangetrieben und Fragen der Regulierung und Standardisierung adressiert werden.

Weitere Fördermaßnahmen folgen

Das Förderprogramm ist laut BMBF Teil des Zukunfts- und Konjunkturpakets der Bundesregierung. Bis 2025 sollen daraus rund 700 Millionen Euro in die 6G-Forschung fließen. Auf die erste Fördermaßnahme entfallen 200 Millionen Euro. Weitere Fördermaßnahmen sollen dann den schnellen Transfer der 6G-Technologie in innovative Produkte sicherstellen. Laut BMBF werden sie noch im Jahr 2021 veröffentlicht. (ve)

Weitere Informationen zum 6G-Forschungsprogramm (Deep Link)

Stichwörter: Breitband, Mobilfunk, 6G, BMBF



Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Breitband
Public WLAN: Mehr als ein Internet-Zugang Bericht
[5.5.2021] Öffentliches WLAN bildet das Fundament der Stadtzentren von morgen. Denn es schafft nicht nur einen Internet-Zugang für Passanten, sondern auch neue Kommunikationsmöglichkeiten für Stadtverwaltung und Einzelhandel. Die können im Ergebnis besser auf die Bedürfnisse vor Ort eingehen. mehr...
Public WLAN wertet Innenstädte in vielerlei Hinsicht auf.
Breitband: Fördermittel zum Ausbau grauer Flecken
[30.4.2021] Kommunen können jetzt Bundesmittel für den Glasfaserausbau in so genannten grauen Flecken – Gebieten mit einer Internet-Versorgung von weniger als 100 Megabit pro Sekunde – beantragen. Die Reaktionen auf das Fördervorhaben fallen unterschiedlich aus. mehr...
Bundesförderprogramm für den Ausbau grauer Flecken startet.
BMVI: Gigabit für alle
[22.4.2021] Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat aktuelle Zahlen zur Breitband-Versorgung in Deutschland veröffentlicht. Demnach haben jetzt 59 Prozent der Haushalte Zugang zu ultraschnellem Internet. mehr...
Berlin: Nach den Osterferien schneller surfen
[16.4.2021] Schulen in Berlin können sich nach den Osterferien über eine schnellere Internet-Anbindung freuen. Die Stadt hat dazu insgesamt 10.000 LTE-Router ausgeliefert. mehr...
BREKO: Landesgruppe Sachsen-Anhalt/Thüringen gegründet
[15.4.2021] Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) ist mit Gründung der Landesgruppe Sachsen-Anhalt/Thüringen nun in allen Bundesländern mit Ansprechpartnern vertreten. mehr...
Suchen...

 Anzeige



 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 5/2021
Kommune21, Ausgabe 4/2021
Kommune21, Ausgabe 3/2021
Kommune21, Ausgabe 2/2021

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Breitband:
goetel GmbH
37079 Göttingen
goetel GmbH
Aktuelle Meldungen