KPMG:
OZG als Personalherausforderung


[10.5.2021] Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat errechnet, dass die OZG-Umsetzung und die Wartung der entstandenen IT-Strukturen rund 75 Prozent des IT-Personals in der öffentlichen Verwaltung binden könnten. Es sei notwendig, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.

Bund, Länder und Kommunen dürften insgesamt fast 50.000 IT-Fachkräfte benötigen, um alle OZG-Leistungen bis 2022 flächendeckend in der deutschen Verwaltung umzusetzen und regelmäßig warten zu können. Das entspricht rund 75 Prozent der gesamten IT-Personalressourcen in der öffentlichen Verwaltung. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Modellrechnung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und einer Projektgruppe aus MBA-Studenten der European School of Management and Technology (ESMT). Für die Umsetzung der OZG-Leistungen werden demnach insgesamt 46.600 IT-Fachkräfte benötigt. Von diesen müssten mindestens 33.000 direkt bei der öffentlichen Verwaltung angesiedelt sein, da nicht alle IT-Aufgaben von externen Dienstleistern übernommen werden sollten. Das Schätzmodell legt für die Phasen der Entwicklung und Implementierung einen Realisierungszeitraum von insgesamt fünf Jahren zugrunde, analog zu der Frist, die der Gesetzgeber für die Umsetzung des OZG eingeräumt hat (2017 bis 2022).

Öffentlicher Sektor muss attraktiver werden

Nach Einschätzung von Mathias Oberndörfer, dem Bereichsvorstand Öffentlicher Sektor bei KPMG, ist von einer fünfstelligen Lücke bei den IT-Fachkräften auszugehen. Allein im Bundesdienst fehlten nach Aussagen des zuständigen Staatssekretärs bis zum Jahr 2023 bis zu 23.000 IT-Fachkräfte, so Oberndörfer. Damit die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung gelinge, bedürfe es auch weit verbreiteter digitaler Kompetenzen im öffentlichen Dienst. Weiterbildungs- und Qualifikationsprogramme müssten den digitalen Wandel begleiten. Damit sich der öffentliche Sektor als attraktiver Arbeitgeber gegenüber der Privatwirtschaft behaupten könne, müssten die Vorteile der Tätigkeit in den Vordergrund gerückt werden. Dazu zählten etwa die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder ein möglicher Beamtenstatus. Aber auch das Arbeitsumfeld in den Behörden der öffentlichen Verwaltung müsse attraktiver werden, erklärt Oberndörfer. Dies betreffe die IT-Ausstattung, die räumliche Gestaltung des Arbeitsplatzes aber auch die Arbeitsweise, etwa agiles Arbeiten und mehr Raum für Innovationen. Die infolge der Corona-Pandemie im öffentlichen Sektor gestiegene Flexibilität bei ortsunabhängigem Arbeiten und flexiblere Arbeitszeiten gelte es im Hinblick auf die Rekrutierung von IT-Fachkräften zu bewahren und weiter auszubauen. (sib)

https://www.kpmg.com/de
Ergebnisse des Projekts „IT-Fachkräfte im öffentlichen Sektor“ (PDF; 152 KB) (Deep Link)

Stichwörter: Personalwesen, Onlinezugangsgesetz (OZG), KPMG, European School of Management and Technology (ESMT)



Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Personalwesen
Studie: Kampf dem Fachkräftemangel
[1.9.2021] Nur Fachkräfte für die Behördenarbeit zu rekrutieren, reicht nicht aus, um die Fachkräftelücken in Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen zu schließen. Stattdessen gilt es, in den kontinuierlichen Kompetenzaufbau des Personals zu investieren. Dies zeigt eine Studie von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut. mehr...
Verwaltungen sollten per Weiterbildung für ein verbindliches Maß an IT- und Digitalisierungs-Know-how bei ihren Mitarbeitenden sorgen.
krz: Mit Ula digital krankmelden
[4.5.2021] Mitarbeiter des Kommunalen Rechenzentrums Minden-Ravensberg/Lippe (krz) können künftig die von dem IT-Dienstleister entwickelte UnterlagenApp (Ula) nutzen, um auf digitalem Wege Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen einzureichen. mehr...
Bewerbungsmanagement: Eine Software für alles Bericht
[28.4.2021] Fachkräfte zu gewinnen, ist ein wichtiges Thema für die Kommunen. Ein vollständig medienbruchfreier Workflow von der Stellenausschreibung über die Bewerbung bis hin zur internen Entscheidung unterstützt sie dabei. mehr...
Die Stadt Nienburg setzt auf integrierte Stellenanzeigen.
Olpe: Digitale Bewerberakte Bericht
[23.4.2021] Neue Wege beschreitet die Stadt Olpe mit ihrem Stellenbesetzungsportal. Die Plattform ist komplett in das Dokumenten-Management-System der Kommune integriert und sorgt dafür, dass für jede eingereichte Bewerbung automatisch eine digitale Bewerberakte angelegt wird. mehr...
Digitalisierung: Pragmatisch herangehen Interview
[22.4.2021] Auch in den Personalämtern der Kommunen ist die Digitalisierung im Gange. Inwiefern die Personalbereiche sogar Treiber der Modernisierung sind, erläutert Marian Möhren, Senior Technology Product Manager bei Wolters Kluwer Deutschland im Geschäftsbereich Public Digital. mehr...
Marian Möhren
Suchen...

 Anzeige



Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 9/2021
Kommune21, Ausgabe 8/2021
Kommune21, Ausgabe 7/2021
Kommune21, Ausgabe 6/2021

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Personalwesen:
IT-Guide PlusDATEV eG
90429 Nürnberg
DATEV eG
rexx systems GmbH
20097 Hamburg
rexx systems GmbH
MACH AG
23558 Lübeck
MACH AG
GISA GmbH
06112 Halle (Saale)
GISA GmbH
Aktuelle Meldungen