Bayern:
Glasfaser überall


[18.6.2021] Im Interview spricht Jürgen Hansjosten, Geschäftsführer von Infracapital in Deutschland, über die Pläne der Investment-Gesellschaft beim Breitband-Ausbau.

Jürgen Hansjosten Herr Hansjosten, Infracapital ist eine britische Investment-Gesellschaft. Warum investieren Sie in Deutschland?

Es gibt hier einen hohen Nachholbedarf bei den Infrastrukturen Verkehr, Strom und Breitband. Dies bietet für uns als langfristig denkender Investor sehr interessante Potenziale. Unser Ziel ist es, einen wichtigen und nachhaltigen Beitrag für den beschleunigten Glasfaserausbau im ländlichen Raum zu leisten. In den kommenden drei bis vier Jahren wollen wir mit der CCNST und unserer Tochter BBV Deutschland mindestens 500 Millionen Euro in den Auf- und Ausbau von Glasfasernetzen investieren.

Welche Strategie verfolgen Sie in Bayern?

Wir bauen sowohl privatwirtschaftlich, als auch gefördert aus. Bayern hat beim Breitband-Ausbau bis ins Gebäude schon seit Jahren eine beispielhafte Förderkulisse etabliert. Unser zweites Standbein ist der Ausbau mit Eigenmitteln. Wir erweitern gezielt geförderte Ausbaugebiete und gehen schwach versorgte Orte komplett privatwirtschaftlich an.

Was bieten Sie den Kommunen?

Die Menschen wollen heute Glasfaser überall und möglichst sofort. Diese hohe Erwartungshaltung stellt Kommunen vor große Herausforderungen. Daher unterstützen und entlasten wir diese als Partner und helfen, den allseits gewünschten Glasfaserausbau zu beschleunigen. Wir sind flexibel und wie bereits erwähnt auch für geförderte Breitband-Projekte offen. Kommunen profitieren von den umfangreichen Erfahrungen unserer Mitarbeiter und können so mögliche eigene Risiken deutlich reduzieren.

Wie gehen Sie vor?

Historisch war die CCNST im Osten Bayerns tätig. Inzwischen intensivieren wir unsere geförderten und eigenwirtschaftlichen Ausbauaktivitäten landesweit. Dabei verfolgen wir das Ziel, unsere bereits bestehenden Netz-Infrastrukturen weiter zu verdichten und gezielt zu wachsen. Immer öfter erschließen wir ganze Kommunen flächendeckend durch eine sinnvolle Kombination aus Förderung und eigenwirtschaftlichem Ausbau. Die Entscheidungsträger im Land und in den Kommunen verfolgen dies sehr genau. Die positive Wahrnehmung hilft uns bei kommunalen Projekten und öffnet neue Türen.

Wie halten Sie es mit dem Thema Open Access?

Es ist volkswirtschaftlich nicht sinnvoll, Glasfaser mit Glasfaser zu überbauen. Open Access ist eine Frage der Vernunft. Daher öffnen wir unsere Netze gerne für Dritte zu einem marktüblichen Preis. Letztlich profitieren alle. Wir optimieren die Auslastung unserer Infrastrukturen und können so Inves­titionen schneller refinanzieren. Andere Netzbetreiber erhalten die Möglichkeit, sich neue Kunden zu erschließen. Für Verbraucher erhöht sich die Auswahl.

Aktuell drängen viele neue private Investoren in den Markt. Wodurch unterscheiden Sie sich von diesen?

Das wesentliche Differenzierungsmerkmal und unser Mehrwert ist eine sehr starke lokale und regionale Marktorientierung in Baden-Württemberg, Bayern und zukünftig auch verstärkt in Thüringen. Wir suchen bewusst die Nähe zum Kunden sowie zur Politik, von kommunalen Entscheidern bis hin zu den Landesregierungen. Dabei verfolgen wir den Verdichtungsgedanken über unsere eigenen Unternehmen und mit zu uns passenden Partnern. Wichtig unter Effizienzgesichtspunkten ist zudem das Ineinandergreifen unserer Investitionen, zum Beispiel beim Aufbau regionaler Backbones und Servicestrecken.

Interview: Thomas Fuchs

https://bbv-deutschland.de
Dieser Beitrag ist im Spezial der Ausgabe Juni 2021 von Kommune21 erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren. (Deep Link)

Stichwörter: Breitband, Glasfaser, Bayern, Infracapital Deutschland, BBV Deutschland, CCNST

Bildquelle: Infracapital Deutschland

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Breitband
Friedrichshafen: Weiße Flecken sind Vergangenheit
[12.7.2024]  
In Friedrichshafen erhalten mit dem offiziellen Abschluss des Breitbandförderprojekts „Weisse Flecken“ nun auch bislang unterversorgte Adressen Zugang zum Glasfasernetz. Das Ausbauprojekt haben Stadt, Stadtwerk am See und Netzbetreiber TeleData innerhalb eines straffen Zeitplans realisiert. mehr...
Friedrichshafen: Symbolische Inbetriebnahme des neuen Glasfasernetzes.
Bad Köstritz: Gute Planung beim Glasfaserausbau Bericht
[11.7.2024] Bis zu 1.300 Adressen will die Thüringer Netkom in der Stadt Bad Köstritz mit Glasfaserinternet versorgen. Ein solch komplexes und umfangreiches Projekt zu planen und erfolgreich umzusetzen, erfordert ein hohes Maß an Kommunikation und Abstimmung zwischen den verschiedenen Beteiligten. mehr...
Glasfaserausbau: Axians setzte beim Projekt in Bad Köstritz auf moderne und nachhaltige Verlegemethoden.
Landkreis Fulda: Pragmatismus beim Glasfaserausbau
[1.7.2024] Um das Ziel einer Glasfaserversorgung auch in ländlichen Randlagen schnell zu erreichen, wird in Hessen die oberirdische Verlegung von Glasfaserkabeln erprobt – an Holzmasten, die dereinst für Kupferleitungen errichtet wurden. Das Land will Kommunen bei der oberirdischen Verlegung künftig unterstützen. mehr...
Im Landkreis Fulda werden Glasfaserkabel oberirdisch verlegt – an Holzmasten, die dereinst für Kupferleitungen errichtet wurden.
Nordrhein-Westfalen: Ein Jahr Task Force Mobilfunk
[28.6.2024] Seit einem Jahr agieren die Landesregierung, kommunale Spitzenverbände, Mobilfunknetzbetreiber und Funkturmgesellschaften in der Task Force Mobilfunk NRW. Gemeinsam konnten wichtige Fortschritte hin zu einer flächendeckenden Versorgung mit 4G und 5G erreicht werden. mehr...
Ein Jahr nach ihrem Start zieht die Task Force Mobilfunk NRW eine erste positive Bilanz der Zusammenarbeit.
Landkreis Börde: 7.000 Kilometer Glasfaserkabel verlegt
[24.6.2024] Eines der größten Glasfaserbreitbandnetze in Sachsen-Anhalt entsteht im Landkreis Börde. Nun ist das Vorhaben nach Angaben der ARGE-Breitband annähernd vollständig umgesetzt. Technischer Partner bei dem Projekt war der Netzbetreiber DNS:NET. mehr...
Gigabitgeschwindigkeiten sind im Landkreis Börde nun Standard, zahlreiche Haushalte, Unternehmen, Krankenhäuser und Schulen durch DNS:NET versorgt.
Weitere FirmennewsAnzeige

E-Rechnung: Für den Ansturm rüsten
[31.5.2024] Die E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich kommt. Kommunen sollten jetzt ihre IT darauf ausrichten. Ein Sechs-Stufen-Plan, der als roter Faden Wege und technologische Lösungsmöglichkeiten aufzeigt, kann dabei helfen. mehr...
Suchen...

 Anzeige

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Breitband:
Aktuelle Meldungen