Einheitliches Unternehmenskonto:
Startschuss ist gefallen


[4.6.2021] In Berlin ist der Startschuss für das bundeseinheitliche Unternehmenskonto gefallen. Es soll Firmen in ganz Deutschland als zentraler Einstiegspunkt in die Kommunikation mit Behörden dienen. Pilotpartner sind Bayern, Bremen, Nordrhein-Westfalen und der Bund.

In Berlin fällt der Startschuss für das einheitliche Unternehmenskonto. Am 1. Juni 2021 ist der Startschuss für das bundeseinheitliche Unternehmenskonto (wir berichteten) gefallen. Laut dem Bayerischen Staatsministerium für Digitales (StMD) sollen damit Unternehmen in ganz Deutschland einen zentralen Einstiegspunkt in die Kommunikation mit Behörden erhalten. „Mit dem einheitlichen Unternehmenskonto machen wir einen Quantensprung bei der Kommunikation zwischen Betrieben und Behörden“, sagt Judith Gerlach, Staatsministerin im StMD. „Gerade für Unternehmen, die durchschnittlich rund 200 Behördenkontakte im Jahr haben, ist eine möglichst einfache Kommunikation ein Riesenvorteil.“ Bremens Finanzstaatsrat Martin Hagen ergänzt: „Unser Leitspruch ist ‚users first‘. Deshalb freuen wir uns, dass Unternehmen sich ab jetzt mit ihrer ELSTER-ID an unserem Unternehmenskonto anmelden können. Bei der Entwicklung haben wir von Anfang an Wirtschaft und Verbände einbezogen. Unser kooperatives Vorgehen zeigt nun erste Erfolge.“

Zentrale Lösung für viele Anwendungsfälle

Das Konto basiert auf der bayerischen ELSTER-Technologie, die sich in der Steuerverwaltung seit Jahrzehnten bewährt hat, berichtet das StMD Bayern weiter. Mithilfe ihrer ELSTER-Zertifikate können sich Unternehmen bei Online-Diensten anmelden, Anträge authentifiziert ausfüllen, absenden sowie Bescheide der angebundenen Verwaltungsleistungen über ein zentrales Postfach empfangen. Dadurch genießen Unternehmen eine hohe Flexibilität: bis zu 200 unterschiedliche Zertifikate können beantragt und unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verteilt werden. Auch ermögliche ELSTER die flexible Anbindung bestehender Lösungen in Bund, Ländern und Kommunen. Vorhandene Infrastrukturen können mit der ELSTER-Identität auf unterschiedliche Weise verknüpft und grundsätzlich weiterverwendet werden. Das Konto könne darüber hinaus etwa von Vereinen oder Behörden genutzt werden. Laut dem Bayerischen Digitalministerium kann so mit einer zentralen Lösung ein großes Spektrum an Anwendungsfällen abgedeckt werden.

Breite Anwendung bereits in der Pilotphase

Federführend zuständig für die Entwicklung des einheitlichen Unternehmenskontos seien der Freistaat Bayern und die Hansestadt Bremen. Dabei übernahm das Bayerische Landesamt für Steuern den Aufbau des zentralen Nutzerkontos auf ELSTER-Basis; die Technologie der Funktionspostfächer und der Autorisierung in den Unternehmen werde vom Bremer Senator für Finanzen beigesteuert. In der Startphase seien Verwaltungsleistungen der Pilotpartner Bayern, Bremen, Nordrhein-Westfalen und des Bundes angebunden. „Wir verlieren keine Zeit und bringen das Unternehmenskonto bereits in der Pilotphase in die breite Anwendung: Ab heute können Unternehmerinnen und Unternehmer in Nordrhein-Westfalen über das Wirtschafts-Service-Portal.NRW, dem modernsten Dienstleistungsportal in Deutschland, auf das Unternehmenskonto zugreifen und Verwaltungsleistungen elektronisch abwickeln“, verkündet an dieser Stelle Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. „Wir treiben damit den Roll-out von weiteren digitalen Services voran und bauen das Wirtschafts-Service-Portal.NRW zu einer digitalen Allround-Plattform für die Wirtschaft aus. Bereits heute stehen hier neben dem Unternehmenskonto 31 weitere Verwaltungsleistungen zur Verfügung, in den nächsten beiden Monaten werden 41 weitere folgen.“

Auch im Nutzerkonto Bund verfügbar

Als Bundespiloten sind laut dem Bayerischen StMD das Umweltbundesamt mit dem Register des nationalen Emissionshandels und das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie mit seinen Flaggenzertifikaten vertreten. Das Organisationskonto im Nutzerkonto Bund wurde zugunsten des einheitlichen ELSTER-Unternehmenskontos abgeschaltet (wir berichteten). Das StMD weist außerdem darauf hin, dass die ELSTER-Technologie nicht nur für das einheitliche Unternehmenskonto verwendet wird. Auch im Nutzerkonto Bund seien die ELSTER-Zertifikate seit April für Bürgerinnen und Bürger als Identifizierungs- und Authentifizierungsmittel verfügbar. So könnten gewünschte Verwaltungsleistungen einfach und sicher über das Vertrauensniveau „substanziell“ beantragt werden. (ve)

https://www.onlinezugangsgesetz.de
https://www.stmd.bayern.de
https://www.finanzen.bremen.de

Stichwörter: Finanzwesen, Bayern, Bremen, Bund, Nordrhein-Westfalen, Elster, OZG

Bildquelle: Bayerisches Staatsministerium für Digitales

Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Finanzwesen
Axians Infoma / GKD Paderborn: Weitere Kommunen mit Infoma newsystem
[10.6.2021] In Nordrhein-Westfalen nutzen die Städte Höxter, Steinheim und Borgentreich nun die Software von Axians Infoma für ihre Finanzverwaltung. Die Umstellung und den Betrieb der Lösung hat die GKD Paderborn übernommen. mehr...
KDO / SAP: Produktivstart von SAP S/4HANA
[7.6.2021] Für das Finanz-Management-Verfahren KDO-doppik&more auf Basis von SAP ERP gibt es eine neue Software-Generation. Im Juli 2021 soll der Produktivstart von SAP S/4HANA erfolgen. Eine Online-Veranstaltung soll den Auftakt begleiten. mehr...
E-Rechnung: Bearbeitung ohne Medienbruch Bericht
[2.6.2021] Kommunalverwaltungen müssen sich darauf einstellen, künftig immer mehr elektronische Rechnungen zu erhalten. Ziel muss es sein, dass diese auch vollautomatisiert und ohne Medienbrüche verarbeitet werden können. mehr...
Vollständig elektronische Rechnungsbearbeitung ist das Ziel.
Bad Vilbel: Modernisierung der Verwaltung
[1.6.2021] Bad Vilbel setzt bei der Modernisierung der Verwaltung auf Lösungen von DATEV für den Public Sector. Das Einführungsprojekt ist in der hessischen Stadt jetzt angelaufen. mehr...
Kreis Ammerland: Digitale Rechnung bringt Vorteile
[28.5.2021] Der Landkreis Ammerland setzt den Rechnungsworkflow von Infoma newsystem in Verbindung mit KDO-DMS&more ein. Der Leiter im Amt für Finanzwesen im Landkreis, Peter Hullen, zieht hierzu ein positives Fazit. mehr...
Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 6/2021
Kommune21, Ausgabe 5/2021
Kommune21, Ausgabe 4/2021
Kommune21, Ausgabe 3/2021

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Finanzwesen:
IT-Guide PlusDATEV eG
90429 Nürnberg
DATEV eG
OrgaSoft Kommunal GmbH
66119 Saarbrücken
OrgaSoft Kommunal GmbH
Axians Infoma GmbH
89081 Ulm
Axians Infoma GmbH
KID Magdeburg GmbH
39104 Magdeburg
KID Magdeburg GmbH
Nagarro ES
51379 Leverkusen
Nagarro ES
Aktuelle Meldungen