Saarland:
Digitalisierungsoffensive für Kommunen


[12.7.2021] Das Saarland will mit einer großangelegten Digitalisierungsstrategie die Kommunen unterstützen. 17 Millionen Euro sollen aus dem Sondervermögen Pandemie in fünf Schwerpunktbereiche fließen und unter anderem den kommunalen Zweckverband eGo-Saar stärken.

Das Saarland startet eine Digitalisierungsoffensive für Kommunen. Mit einer großangelegten Digitalisierungsoffensive will das Saarland die Kommunen unterstützen. 17 Millionen Euro sollen dafür aus dem Sondervermögen Pandemie bereitgestellt werden. Das hat laut Staatskanzlei jetzt der Ministerrat beschlossen. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig die digitale Leistungsfähigkeit für Bevölkerung, Wirtschaft und Verwaltung ist. Diesen Anforderungen wolle man gerecht werden können und sich außerdem zeitnah für künftige Krisenfälle wappnen. Aus diesem Grund habe der Landtag im Sondervermögen Pandemie entsprechende Mittel für die Kommunen eingestellt. „Mit der Digitalisierungsoffensive Kommunen stärkt das Land mit dem bisher stärksten Programm überhaupt die digitale Resilienz der saarländischen Kommunen nachhaltig, schafft damit neue Gestaltungs- und Handlungsspielräume und damit die Grundlage für die weitere Stärkung von Verwaltungsleistungen für Bürger und Wirtschaft“, sagt Ministerpräsident Tobias Hans. „Dieses Vorhaben ist ein weiterer Baustein bei der erfolgreichen Umsetzung der Digitalisierungsstrategie des Landes insgesamt.“ Die Digitalisierungsoffensive hat der Bevollmächtigte für Innovation und Strategie Ammar Alkassar in Abstimmung mit dem kommunalen Zweckverband eGo-Saar vorgelegt, berichtet die Staatskanzlei weiter.

Fünf Schwerpunkte

Die Unterstützungsleistung für die Digitalisierung in den Kommunen ist in fünf Bereiche unterteilt. Ein Fokusbereich ist die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen und die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG). Um die OZG-Umsetzung in den Kommunen zu beschleunigen, sollen die entsprechenden Verwaltungsleistungen über eine gemeinsame Plattform standardisiert und kooperativ umgesetzt werden. Das Budget hierfür erhöht sich laut Staatskanzlei gegebenenfalls durch Bundesmittel. Die könnten den Kommunen über das Land zur Umsetzung von so genannten Einer-für-Alle-Leistungen aus dem Konjunkturpaket des Bundes bereitgestellt werden, sofern freie OZG-Leistungen durch das Saarland übernommen werden können.
Im Fokusbereich Binnendigitalisierung soll die flächendeckende Digitalisierung behördeninterner Verwaltungsabläufe anschoben werden. Die Kommunen werden unterstützt, Verwaltungsabläufe hinsichtlich ihres Digitalisierungspotenzials zu analysieren, zu optimieren und durch einheitliche Verfahren zu digitalisieren. Als Beispiel wird von der Staatskanzlei die E-Akte genannt.
Im Fokusbereich Innovative Werkzeuge, kommunale Sprunginnovationen soll es darum gehen, bestehende Digitalisierungs- und Effizienzpotenziale zu heben und Datenpools mithilfe innovativer Tools miteinander zu verknüpfen. Ein Beispiel hierfür seien Kommunal-Dashboards zur besseren datengetriebenen Steuerung, Planung und als Entscheidungshilfe.

Kommunaler Zweckverband wird gestärkt

In einem weiteren Fokusbereich soll per Anschubfinanzierung die Basis-IT-Infrastruktur und deren Betrieb strukturell gestärkt werden. Durch gemeinschaftliche Angebote sollen Skaleneffekte genutzt werden: Lösungen, die das Land bereits nutzt oder eingeführt hat, sollen den Kommunen zur (Nach-)Nutzung angeboten werden.
Im fünften Fokusbereich geht es um die strukturelle Stärkung der kommunalen Selbstorganisation. Der eGo-Saar koordiniere als Zweckverband die Digitalisierung der saarländischen Kommunen und nehme eine Vorreiterrolle im gesamten Bundesgebiet ein. Mittels Anschubfinanzierung soll seine Leistungsfähigkeit gesteigert und auch seine Resilienz strukturell gestärkt werden. Denn er müsse die bevorstehende umfassende kommunale Digitalisierung zwischen Land, Kommunen und Dienstleitern letztlich koordinieren und umsetzen. Ziel sei es, den Kommunen über einen gestärkten eGo-Saar Angebote für die Bewältigung der großen technischen und organisatorischen Herausforderungen zu machen und sie eng zu begleiten. Dadurch sollen insbesondere kosten- und wartungsaufwendige Insellösungen einzelner Kommunen vermieden werden. Dabei werde auch auf eine enge Zusammenarbeit mit der mittelständischen Wirtschaft und Start-ups gesetzt.

Lenkungsausschuss begleitet

Um die Maßnahmen zu begleiten und zu steuern, soll ein Lenkungsausschuss mit je vier Mitgliedern des Landes und der Kommunen gebildet werden. Den Vorsitz des Lenkungsausschusses übernehme der Landes-CIO. Der Lenkungsausschuss entscheide über die vom eGo-Saar eingebrachten Anträge nach einem einheitlichen Kriterienkatalog. Die Koordinierung kommunaler Standards und die Umsetzung übernehme der eGo-Saar. Schon heute gilt der im Jahr 2004 vereinbarte E-Government-Pakt zwischen Land und Kommunen und in dessen Folge auch der eGo Saar bundesweit als Vorreiter der innovativen digitalen Verwaltung, heißt es vonseiten der Staatskanzlei. Mit dem neuen Programm nehme das Saarland wiederholt eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung der kommunalen Verwaltungen ein. Die Vorsitzende des Verbandsvorstands des eGo-Saar, Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, hat dabei auch die Beschäftigten der kommunalen Verwaltung fest im Blick. „Durch moderne, innovative Technologien aus den Mitteln der Digitalisierungsoffensive werden wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leistungsfähige Tools und kreative Hilfsmittel an die Hand gaben können, um so einen bestmöglichen Service für unsere Bürger und die Wirtschaft realisieren zu können“, sagt sie.

Synergieeffekte nutzen und vorantreiben

Aufbauend auf der saarländischen Innovations- und Digitalisierungsstrategie werden Prozesse und Software-Module auf der Verwaltungscloud.Saarland umgesetzt, einer modernen Plattform, die im OZG-Verbund Mitte zusammen mit den Ländern und Kommunen in Hessen und Rheinland-Pfalz betrieben und weiterentwickelt wird, berichtet die Staatskanzlei weiter. Hierzu erklärt Landes-CIO, Ammar Alkassar: „Grundlage für die Förderung durch das Land sind Lösungen, für die eine Einführung bei mindestens 80 Prozent der saarländischen Kommunen möglich ist. Durch die gezielte Investition in Zukunftstechnologien werden Synergieeffekte genutzt und neue vorangetrieben.“ (ve)

https://www.saarland.de
https://www.ego-saar.de

Stichwörter: Politik, Saarland, eGo-Saar

Bildquelle: 123rf.com / sakkmesterke

Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik
NKR: Jahresbericht überreicht
[20.9.2021] Der Nationale Normenkontrollrat zieht in einem Jahresbericht 2021 Bilanz mit Hinblick auf die geprüften Gesetzentwürfe der Bundesregierung. Im Vordergrund stehen dabei die Entwürfe der letzten 12 Monate, die den Bürokratieabbau und die Digitalisierung in der Verwaltung betreffen. Der Bericht wurde jetzt Bundeskanzlerin Angela Merkel überreicht. mehr...
Übergabe des NKR-Jahresberichts an Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Schleswig-Holstein: Digitalisierung am Vorbild der Hanse
[17.9.2021] Mehr interkommunale Zusammenarbeit bei der Digitalisierung hat Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack angeregt. Als historisches Vorbild könne die Hanse dienen. mehr...
Schleswig-Holsteins Kommunen sollen sich bei der Digitalisierung von der Idee der historischen Hanse leiten lassen.
München: Geschlechtergerechte Digitalisierung
[17.9.2021] Die Stadt München will ihre Digitalisierung so gestalten, dass alle Menschen profitieren können. Ein Stadtrats-Hearing mit Vertreterinnen aus Wissenschaft und Praxis lieferte Hinweise, wie die Entwicklung geschlechtergerechter digitaler Lösungen umgesetzt werden kann. mehr...
Thüringen: Kommunen rufen Fördermittel ab
[14.9.2021] Die Städte Pößneck, Saalfeld und Ohrdruf haben jetzt vom Thüringer Finanzministerium Fördermittelbescheide für E-Government-Projekte erhalten. mehr...
Bitkom: Politik mit Lücken im Digitalen
[13.9.2021] Kurz vor der Bundestagswahl hat der Branchenverband Bitkom eine Studie vorgestellt, die untersucht, welche Rolle digitale Medien für die Bürger während des Wahlkampfs und der Wahl spielen – und ob das Politiksystem dem nachkommt. mehr...
Weitere FirmennewsAnzeige

Schulkonfigurator: Online-Tool verschafft Schulen Überblick bei der Digitalisierung
[20.9.2021] Der DigitalPakt Schule kommt nur schleppend voran, Fördermittel bleiben ungenutzt. Woran es hakt und wie die Deutsche Telekom den Schulen mithilfe eines Online-Tools zu einem besseren Durchblick im Technik-Dschungel verhelfen will. mehr...

Kongressmesse: Smart Country Convention geht als Special Edition an den Start
[20.9.2021] Ob Onlinezugangsgesetz, Daseinsvorsorge 4.0 oder IT-Sicherheit in der Verwaltung – am 26. und 27. Oktober dreht sich bei der Smart Country Convention alles um die Digitalisierung des Public Sectors. mehr...
Suchen...

 Anzeige



Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 9/2021
Kommune21, Ausgabe 8/2021
Kommune21, Ausgabe 7/2021
Kommune21, Ausgabe 6/2021

Saxess AG
04107 Leipzig
Saxess AG
GIS Consult GmbH
45721 Haltern am See
GIS Consult GmbH
NOLIS GmbH
31582 Nienburg/Weser
NOLIS GmbH
MACH AG
23558 Lübeck
MACH AG
Aktuelle Meldungen