München:
Digitale Stimmzettel-Erfassung machbar?


[21.10.2021] Die Stadt München hat in einer simulierten Auszählung die Möglichkeiten einer digitalen Unterstützung bei der Erfassung von Stimmzetteln ausgelotet. Nach Ansicht des am PoC beteiligten Unternehmens IS4IT sei die weitgehend digitale Prüfung und Erfassung von Stimmzetteln machbar.

Die bayrische Landeshauptstadt München hat im Rahmen der Bundestagswahl 2021 getestet, inwieweit die Auszählung von Stimmzetteln auch digital unterstützt werden kann. In einem Proof of Concept (PoC) im Rahmen der Bundestagswahl 2021 evaluierte das Kreisverwaltungsreferat der Landeshauptstadt München neue Wege, die Auszählung durch das Gremium mit moderner IT zu unterstützen. An der Untersuchung nahmen mehrere Anbieter teil. Nun berichtet das auf Wahllösungen spezialisierte Unternehmen IS4IT, es habe – gemeinsam mit dem Digital-Intelligence-Unternehmen ABBYY und dem Imaging-Spezialisten Canon – an der Untersuchung teilgenommen. IS4IT unterstützt die Stadt München bereits in einem anderen Projekt. Nach Einschätzung von IS4IT zeigt die jetzt durchgeführte Machbarkeits-Untersuchung, dass mit derzeitigen Marktstandards geeignete Ansätze verfügbar sind, um die Prüfung und Erfassung von Stimmzetteln zu optimieren. Für die zentrale Anforderung des deutschen Wahlrechts, die fehlerfreie Interpretation und Erfassung der Wählerstimmen, seien alle Erwartungen erfüllt worden.

Herausforderung Stimmzettel-Format

Die besondere Herausforderung für die Digitalisierung sieht IS4IT im zunehmend größeren Format der Stimmzettel. Der Stimmzettel zur Bundestagswahl hatte einen Umfang von etwas mehr als zwei aneinandergereihten DIN A4-Seiten, wobei Erst- und Zweitstimme ausgezählt wurden. Bei Kommunalwahlen stelle sich das noch um einiges komplexer dar, da hier mehrere Stimmzettel ausgezählt werden. Zudem können Stimmen kumuliert und panaschiert werden. So hatte der Stimmzettel für die Kommunalwahl 2020 in München eine Größe von 60 x 170 cm und damit Poster-Format, was die digitalisierte Auszählung zu einer Herausforderung mache. IS4IT realisierte gemeinsam mit seinen Partnern ABBYY und Canon den Herausforderungen der Landeshauptstadt. Nicht nur der Scan-Prozess der großformatigen Stimmzettel habe sich technisch lösen lassen, auch die Anforderungen an die Interpretation des Stimmzettels konnten einwandfrei umgesetzt werden, berichtet IS4IT. Die Lösung – Scanner und Software – seien mit dem Wahlkoffer der IS4IT kombiniert und zwei Tage nach der Bundestagswahl im Rahmen einer simulierten Auszählung im Kreisverwaltungsreferat der Landeshauptstadt München einem umfassenden Praxistest unterzogen worden. Jeder Stimmzettel des simulierten Wahllokals wurde eingelesen, vom System erfasst, analysiert, interpretiert und im Fall der Gültigkeit verifiziert. Nicht eindeutig ausgefüllte Stimmzettel wurden gemeldet und für eine manuelle Überprüfung aussortiert. Die Resultate aus der Simulation hätten die Verantwortlichen der Landeshauptstadt in ihrer Entscheidung bestärkt, die Digitalisierung weiter konsequent voranzutreiben, so IS4IT. Und auch beim Projekt-Team, das die Lösung umgesetzt hat, sei man sehr erfreut über das erfolgreiche Ergebnis des PoC. (sib)

https://www.is4it.de
https://www.abbyy.com/de

Stichwörter: Fachverfahren, Abbyy, Canon, IS4IT, München, Wahlen



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