Deutsche Glasfaser:
Frisches Kapital für Breitbandausbau


[15.12.2021] Ein Kreditorenkonsortium hat der Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser ein Darlehen und weitere Kredite in Höhe von insgesamt 5,75 Milliarden Euro zugesagt. Finanziert werden soll damit der eigenwirtschaftliche Breitbandanschluss von insgesamt zehn Prozent der deutschen Haushalte bis Ende 2025.

Vertrag unterzeichnet: Die Deutsche Glasfaser und ein Kreditorenkonsortium haben sich auf eine neue Finanzierung für den eigenwirtschaftlichen Breitbandausbau geeinigt. Die Deutsche Glasfaser hat sich mit einem Kreditorenkonsortium auf eine Finanzierung in Höhe von 5,75 Milliarden Euro geeinigt. Das frische Kapital wird maßgeblich zum Ausbau von vier Millionen Haushalten in Deutschland bis Ende 2025 beitragen, wie die Unternehmensgruppe jetzt in einer Pressemeldung bekannt gegeben hat. Die Transaktion stelle die mit Abstand größte Glasfaserfinanzierung in Deutschland dar.
Die Hauptkomponente der Finanzierung sei ein Darlehen in Höhe von drei Milliarden Euro. Zudem beinhalte die Transaktion eine Investitionsfazilität (Capex Facility) über 2,5 Milliarden Euro sowie eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 250 Millionen Euro. Außerdem stellten die Darlehensgeber der Deutschen Glasfaser eine zusätzliche Kreditlinie (Accordion Facility) in Höhe von 1,5 Milliarden Euro in Aussicht. Alle diese Kredite hätten eine Verzinsung, die auch an ökologische und soziale Nachhaltigkeitskriterien (ESG) gebunden ist. Abgelöst würden mit der neuen, von den Banken ING und Crédit Agricole CIB koordinierten Finanzierung zum einen bestehende Darlehen, die angesichts der hohen Nachfrage im Markt deutlich überzeichnet gewesen seien; zum anderen werde durch sie zusätzliches Kapital ins Unternehmen eingebracht.
„Wir haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass wir unseren ambitionierten Plan für flächendeckende Glasfaser auf dem Land umsetzen können“, sagt Jens Müller, Chief Financial Officer von Deutsche Glasfaser. „Der Kapitalmarkt honoriert das nun. Diese Finanzierung stellt bereits heute sicher, dass wir diesen Plan auch in den kommenden Jahren weiterverfolgen können, und erlaubt uns, unser Ausbautempo zu erhöhen. Gleichzeitig verbessern wir mit der Transaktion unsere finanzielle Flexibilität.“

Das Ausbautempo soll verdoppelt werden

Nach eigenen Angaben schafft die Deutsche Glasfaser als Digitalversorger der Regionen die Voraussetzung dafür, dass ländliche und suburbane Kommunen in Deutschland die Chancen der Digitalisierung nutzen können. In den vergangenen zehn Jahren habe man sich vom Breitbandpionier zum klaren Marktführer für Glasfaser bis ins Haus (Fibre to the Home – FFTH) entwickelt und heute bereits 1,2 Millionen Haushalte angeschlossen. Langfristig will das Unternehmen sechs Millionen Haushalte mit FTTH versorgen, vier Millionen davon in den kommenden vier Jahren – was bereits etwa zehn Prozent aller Haushalte in Deutschland entsprechen würde. Ermöglicht werden soll dies durch eine Verdoppelung des jährlichen Ausbautempos von heute 400.000 auf rund 800.000 Haushalte im Jahr 2025. Hierbei setze man primär auf den privatwirtschaftlichen Ausbau, der eine schnelle und effiziente Glasfaserversorgung ohne Einsatz von Steuergeldern ermögliche. Ihr stetig wachsendes Netz biete die Deutsche Glasfaser auch anderen interessierten Anbietern auf Basis von Wholesale-Abkommen an.
Zu den Modalitäten der Finanzierung heißt es in der Pressemeldung weiter, dass sich die tatsächliche Verzinsung des befristeten Darlehens unter anderem daran bemesse, wie erfolgreich die Deutsche Glasfaser es schafft, ihren CO2-Ausstoß weiter zu reduzieren und weitere Ziele im Sinne des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Außerdem fließe ein, wie schnell das Unternehmen unterversorgte Regionen in Deutschland an sein Glasfasernetz anschließt. Der dritte und letzte Faktor sei das Abschneiden des Unternehmens in jährlichen Mitarbeiterbefragungen, die messen, wie sozial verantwortungsvoll die Deutsche Glasfaser handelt und wie attraktiv sie als Arbeitgeberin ist. (aö)

https://www.deutsche-glasfaser.de

Stichwörter: Breitband, Deutsche Glasfaser, Glasfaserausbau, FFTH

Bildquelle: Creative Commons

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Breitband
Hofgeismar: Neue Etappe im Glasfaserausbau
[21.1.2022] Nach fünf bereits angeschlossenen Stadtteilen hat der Telekommunikationsdienstleister goetel im hessischen Hofgeismar zwei weitere Stadt- beziehungsweise Ortsteile mit FTTH ans Netz gebracht. Finanziert wurde der Ausbau durch das Weiße-Flecken-Programm von EU, Bund und Ländern sowie von der Stadt Hofgeismar und dem Kreis Kassel. mehr...
Saarland: Gigabitstrategie auf der Zielgeraden
[20.1.2022] Im Saarland diskutierte Ministerpräsident Tobias Hans die konkrete Ausgestaltung der Gigabitstrategie mit zahlreichen Vertretern aus Telekommunikationswirtschaft und Kommunen. Ein vom Land vorgeschlagenes Memorandum of Understanding stieß auf Zustimmung. mehr...
Würzburg: Telekom baut Glasfasernetz aus
[19.1.2022] In Würzburg plant die Deutsche Telekom in Abstimmung mit der Stadt, bis 2026 insgesamt 100.000 Haushalte an das Glasfasernetz anzuschließen. Die ersten Bürgerinnen und Bürger surfen dank des eigenwirtschaftlichen Ausbaus bereits mit bis zu einem Gigabit pro Sekunde. mehr...
Hessen: Darlehen unterstützt Gigabitförderung
[18.1.2022] Hessen wartet mit einem neuen Finanzierungsinstrument für den Gigabitausbau in den Kommunen auf. Ein Darlehen unterstützt jetzt bei der Finanzierung des Eigenanteils im Zusammenhang mit dem geförderten Ausbau. mehr...
Thüringen: Breitbandquote bei 85 Prozent
[18.1.2022] Seit Dezember 2021 wird der Breitbandausbau in Thüringen von einer Glasfasergesellschaft unterstützt. Gegenwärtig haben bereits 85,5 Prozent der Haushalte im Freistaat Zugang zu schnellem Internet, Flaschenhals auf der Zielgeraden sind fehlende Baukapazitäten. mehr...
Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 1/2022
Kommune21, Ausgabe 12/2021
Kommune21, Ausgabe 11/2021
Kommune21, Ausgabe 10/2021

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Breitband:
goetel GmbH
37079 Göttingen
goetel GmbH
Aktuelle Meldungen