Saarland:
Gigabitstrategie verabschiedet


[1.4.2022] Im Saarland wurde die neue Gigabitstrategie verabschiedet. Diese enthält ein konkretes Konzept, mit dem eigenwirtschaftlicher Ausbau und Förderung verzahnt werden – ein bundesweites Novum, das einen ambitionierten Zeitplan ermöglichen soll.

Mit seiner neuen, von Ministerpräsident Tobias Hans verabschiedeten Gigabitstrategie Saarland will das Land die Weichen für den weiteren Gigabitausbau im Festnetz und im Mobilfunk stellen. Künftig sollen Datenübertragungsgeschwindigkeiten von 1.000 Megabit pro Sekunde in jedem saarländischen Ortsteil verfügbar sein. Ein Jahr lang sei ein intensiver, konstruktiver Austausch mit dem Markt und den saarländischen Kommunen geführt worden (wir berichteten), um die Gigabitstrategie zu entwickeln, sagte Ministerpräsident Tobias Hans. Dabei sei ein konkretes Konzept zur Verzahnung von Eigenausbau und Förderung sowie die gemeinsame Verständigung auf einen ambitionierten Zeitplan für den Gigabitausbau entwickelt worden, so Hans. Im Februar 2022 wurde bereits eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet (wir berichteten), auf der die Gigabitstrategie inhaltlich basiert. Das jetzt veröffentlichte Strategiepapier stellt den Fahrplan und die Maßnahmen für den weiteren Netzausbau in anschaulicher Art und Weise dar.

Markt als Treiber des Ausbaus

In den kommenden Jahren sollen alle saarländischen Ortsteile Gigabitanschlüsse erhalten – bis 2025, wo eine hinreichende Nachfrage der Bürger besteht. Zudem soll bis Ende 2024 im Saarland eine nahezu vollständige Mobilfunkversorgung aller Verkehrswege, Haushalte und Betriebe mit 50 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Hochleistungsfähige 5G-Netze sollen bis 2025 in weiten Teilen des Saarlandes verfügbar sein. Dabei soll der Markt der zentrale Treiber des Ausbaus sein: Zusammengenommen könnten in den kommenden Jahren rund 90 Prozent der saarländischen Haushalte Gigabitgeschwindigkeiten alleine auf der Grundlage von Eigenausbau erhalten. Schon heute seien rund 60 Prozent der saarländischen Haushalte – meistens über das TV-Kabelnetz – mit Gigabitbandbreiten versorgt, heißt es aus der Staatskanzlei. Hinzu komme der von den Netzbetreibern angekündigte umfassende Glasfaserausbau für rund drei Viertel der Haushalte im Saarland. Dieses Potenzial könne durch die mit der Gigabitstrategie geschaffenen guten Rahmenbedingungen und durch die Unterstützung des Ausbaus vor Ort umfassend ausgeschöpft werden. Dort, wo der Netzausbau dem Markt nicht aus eigener Kraft gelingt, soll zielsicher mit Fördermitteln ergänzt werden.

Förderung nach Maß

Ein abgestuftes Fördervorgehen wurde vereinbart, das den Netzbetreibern ausreichend Raum geben soll, um abschließend über ihre Ausbaupläne zu entscheiden. Im Frühjahr 2023 strebt das Land zunächst ein zentrales Förderprojekt für alle Ortsteile an, die noch an keiner Stelle über Gigabitnetze verfügen und für die der Markt keine abschließenden Versorgungspläne bereithält. Unterversorgte Bereiche in Ortsteilen, die bereits teilweise von Gigabitnetzen erreicht werden, sollen von den Kommunen schrittweise in die Förderung geführt werden, sobald feststeht, wo die Netzbetreiber eigenwirtschaftlich ausbauen und wo nicht – spätestens aber im Jahr 2025. Das Saarland will insgesamt 100 Millionen Euro bereitstellen, um ein korrespondierendes Gigabitförderprogramm des Bundes aufzustocken. Ein Gigabitentwicklungsplan soll die Klammer um marktgesteuerten Eigenausbau und Förderung bilden. Es ist vorgesehen, dass Netzbetreiber und Kommunen der Landesregierung dafür fortlaufend ihre konkreten, ortsbezogenen Ausbau- und Förderplanungen kommunizieren. So entstehe Transparenz und beide Ausbausäulen könnten aufeinander abgestimmt werden. Gleichzeitig können die Ausbaufortschritte mit diesem Instrument engmaschig überwacht und Nachsteuerungsbedarfe frühzeitig identifiziert werden. (sib)

Die Gigabitstrategie Saarland zum Download (Deep Link)
https://www.saarland.de

Stichwörter: Breitband, Saarland, Gigabitstrategie



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Breitband
BayernWLAN: 40.000ster Hotspot am Start
[15.8.2022] In Hirschau im Landkreis Amberg-Sulzbach wurde jetzt der 40.000ste Hotspot für das kostenlose BayernWLAN freigeschaltet. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Graue Flecken im Visier
[3.8.2022] Parallel zur Versorgung der so genannten weißen Flecken mit Glasfaser nehmen sich in Mecklenburg-Vorpommern Land und Kommunen nun auch die grauen Flecken der Breitbandversorgung vor. Erste Förderanträge an den Bund sind bereits gestellt, weitere werden derzeit vorbereitet. mehr...
Sontheim: 100 Prozent Glasfaser
[2.8.2022] Als erste Kommune wurde Sontheim im Jahr 2020 im Rahmen der Bayerischen Gigabitrichtlinie gefördert. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit sind dort nun alle Haushalte mit einem Glasfaseranschluss versehen. mehr...
Das neue Sontheimer Glasfasernetz wird in Betrieb genommen.
Hornberg: Anschluss ans Turbo-Internet
[1.8.2022] Durch einen hybriden Ansatz von eigenwirtschaftlichem und gefördertem Ausbau erhält die Stadt Hornberg Anschluss an die Datenautobahn. Bis zum Jahr 2027 sollen rund 70 Prozent der Gebäude in der Ortenau mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet sein. mehr...
Cuxhaven: Am Strand kostenlos surfen
[29.7.2022] Damit auch am Strand niemand mehr auf Internet verzichten muss, gibt es an Cuxhavens Stränden ab sofort ein frei zugängliches, kostenloses WLAN.
 mehr...
Cuxhavens Kurdirektor Olaf Raffel (links) und Oberbürgermeister Uwe Santjer testen das neue kostenlose WLAN am Strand.
Weitere FirmennewsAnzeige

Interview mit Professor Robert A. Sedlák: Transformation in der kommunalen Wirtschaft
[19.7.2022] Im Interview erläutert der systemische Organisationsberater Robert A. Sedlák, inwiefern Institutionen der kommunalen Wirtschaft und insbesondere Stadtwerke die aktuellen Herausforderungen im Kontext gesellschaftlicher, politischer und technologischer Transformationsprozesse nutzen können, um zu einem proaktiven Gestalter der Trends unserer Zeit zu werden. mehr...
Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 08/2022
Kommune21, Ausgabe 07/2022
Kommune21, Ausgabe 06/2022
Kommune21, Ausgabe 05/2022

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Breitband:
Aktuelle Meldungen