OZG:
Online-Aufenthaltserlaubnis im Pilotbetrieb


[6.5.2022] In zehn Bundesländern startete der Online-Service, mit dem Geflüchtete aus der Ukraine ihre Aufenthaltserlaubnis beantragen können – zunächst im Rahmen eines Pilotprojekts in rund 50 Kommunen. Der Dienst entlastet Antragsteller wie Behörden und soll sukzessive ausgeweitet werden.

Neben Informationen und Hilfsangeboten steht im Hilfsportal Germany4Ukraine nun auch der Online-Dienst zur elektronischen Beantragung der Aufenthaltserlaubnis bereit – zunächst im Pilotbetrieb. Der mehrsprachige Online-Antrag war innerhalb weniger Wochen mit Beteiligung von Geflüchteten aus der Ukraine entwickelt worden (wir berichteten).
Geflüchtete können an zentraler Stelle ihren Antrag ausfüllen und an die beteiligten Ausländerbehörden übermitteln. Über die Eingabe ihrer Postleitzahl oder der Übermittlung des aktuellen Standorts sehen die Antragsteller, ob an ihrem Wohnort die digitale Antragstellung bereits möglich ist. Sollte das nicht der Fall sein, werden die Kontaktdaten der zuständigen Behörde angezeigt. An die jeweilige Ausländerbehörde übermittelte Daten können dort maschinenlesbar weiterverarbeitet werden. Nach wie vor müssen Geflüchtete jedoch für die Identitätsprüfung und Aufnahme der biometrischen Daten in der Behörde erscheinen. Allerdings werden Ausländerbehörden durch die vorab übermittelten Daten in die Lage versetzt, Geflüchtete zu einem Termin einzuladen. Der so erlangte Aufenthaltstitel ist eine wichtige Voraussetzung für den Zugang zum Arbeitsmarkt oder zu Sozialleistungen.

Der Aufenthaltstitel zeigt: EfA funktioniert

Im derzeitigen Pilotbetrieb des Online-Dienstes sind bereits mehr als 50 Ausländerbehörden aus Brandenburg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen angeschlossen. Es ist geplant, sukzessive weitere Länder und deren kommunale Behörden anzubinden.
Betrieben wird der Online-Dienst für die Aufenthaltserlaubnis vom Ministerium des Innern und für Kommunales Brandenburg (MIK). Das Land Brandenburg hat gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) und dem Auswärtigen Amt die Federführung des Onlinezugangsgesetz-Themenfelds Ein- und Auswanderung inne. Der Online-Service für die Aufenthaltserlaubnis ist ein so genannter Einer-für-Alle-Service (EfA), der einmal entwickelt und zentral betrieben wird. Alle zuständigen Behörden können sich über standardisierte Schnittstellen an den Dienst anbinden, sodass Doppelarbeiten vermieden werden und Nutzenden ein zentraler Zugang trotz dezentraler Zuständigkeiten angeboten werden kann.
Der CIO des Bundes, Staatsekretär Markus Richter, sieht die Umsetzung des Online-Services für den Aufenthaltstitel als weiteren Beleg dafür, dass das Einer-für-Alle-Prinzip der richtige Weg ist, um nutzerfreundliche digitale Services effizient zu realisieren. Das Beispiel unterstreiche, dass die Verwaltung schnell digitalisieren kann, wenn Fach- und IT-Kompetenz von Bund, Ländern und Kommunen an einem Strang ziehen, so Richter. (sib)

https://www.germany4ukraine.de
https://ozg.brandenburg.de

Stichwörter: Fachverfahren, Brandenburg, Ausländerwesen, Onlinezugangsgesetz (OZG), Aufenthaltstitel



Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

handelsblatt2204-banner
Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Fachverfahren
Radolfzell: Digitale Baugenehmigung Bericht
[18.5.2022] Die Baurechtsbehörde Radolfzell hatte früher keinerlei Software im Einsatz und ist heute eine der ersten in Baden-Württemberg, die volldigitalisiert arbeitet. mehr...
Radolfzell: Baugenehmigung ohne Papier.
EDV Ermtraud: E-Payment für Gewerbemeldungen
[18.5.2022] Die unmittelbare Online-Bezahlung von Verwaltungsgebühren für Gewerbemeldungen setzt sich zunehmend durch. Entsprechend hat EDV Ermtraud seine Software mit einer E-Payment-Anbindung versehen. mehr...
Halle (Saale): Online-Dienste im Einwohnerwesen
[17.5.2022] Die Stadt Halle (Saale) bietet im Fachbereich Einwohnerwesen viele Dienste online an. Zuletzt kamen Leistungen zum Einwohnerparkausweis dazu. Zum Einsatz kommt dabei auch das Antragsmanagement 4.0 von Form-Solutions. mehr...
Sozialleistungen: Online-Formular für Geflüchtete
[13.5.2022] Ein bundesweit einsetzbares Online-Formular für den Antrag auf soziale Grundsicherung haben die IT-Anbieter Prosoz Herten und XIMA Media entwickelt. Das Formular steht in ukrainischer, russischer und deutscher Sprache zur Verfügung und soll Geflüchteten aus der Ukraine eine schnelle und unkomplizierte Abwicklung ermöglichen. mehr...
Geflüchtete aus der Ukraine können ihren Antrag auf Sozialleistungen nun beispielsweise am Smartphone ausfüllen.
Berlin: Online-Antrag Aufenthaltserlaubnis steht
[11.5.2022] Die Senatsverwaltung Berlin hat innerhalb weniger Tage ein digitales Verfahren zur Beantragung des Aufenthaltstitel für Geflüchtete aus der Ukraine umgesetzt. Diese schnelle Reaktion wurde auch durch Nutzung der E-Government-Plattform cit intelliForm möglich mehr...
Weitere FirmennewsAnzeige

E-Invoicing: Was 2022 auf Kämmereiabteilungen zukommt
[2.5.2022] Annahme und Verarbeitung von E-Rechnungen, Portallösungen und PEPPOL, das neue Umsatzsteuerrecht für Kommunen – mit einigen dieser Themen haben Kämmereiabteilungen schon seit längerem zu tun, andere sind neu bzw. werden weiter ausgebaut. So bringt das laufende Jahr für alle in der kommunalen Verwaltung, die mit Steuern, Haushalt und Finanzen zu tun haben, technische wie auch gesetzliche Neuerungen. mehr...
Suchen...

 Anzeige

vereon2204-cont

 Anzeige

vereon2204-cont

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 05/2022
Kommune21, Ausgabe 04/2022
Kommune21, Ausgabe 03/2022
Kommune21, Ausgabe 02/2022

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Fachverfahren:
procilon GmbH
04425 Taucha bei Leipzig
procilon GmbH
PROSOZ Herten GmbH
45699 Herten
PROSOZ Herten GmbH
cit GmbH
73265 Dettingen/Teck
cit GmbH
LogoData ERFURT GmbH
99084 Erfurt
LogoData ERFURT GmbH
Aktuelle Meldungen