Potsdam:
Auf dem Weg zur smarten Stadt


[12.7.2022] Vor rund einem Jahr ist Potsdam BMI-geförderte Smart-City-Modellkommune geworden. Jetzt hat die Arbeitsgruppe Smart City den Projektzwischenstand vorgestellt. Es wird demnach noch an der Strategie gearbeitet, erste Vorhaben wie das LoRaWAN-Netz sollen aber bald zur Verfügung stehen.

Das Holländische Viertel in der vom BMI geförderten Smart-City-Modellkommune Potsdam. Vor rund einem Jahr hat Potsdam vom Bundesministerium des Inneren und für Heimat (BMI) die Förderzusage als Smart-City-Modellkommune erhalten (wir berichteten). Jetzt hat die Arbeitsgruppe Smart City den Stadtverordneten im Hauptausschuss einen Projektzwischenstand vorgestellt. Wie die brandenburgische Landeshauptstadt berichtet, sollen in den kommenden Monaten beispielsweise ein digitales Tool zur Bürgerbeteiligung erstellt und eine öffentliche LoRaWAN-Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen ein partizipatives Stadtteilmodell und eine offene urbane Datenplattform geschaffen werden.
Derzeit befindet sich Potsdam in der Strategieerstellung, die bis Mai 2023 durch die Stadtverordneten beschlossen werden soll. Innerhalb der vergangenen Monate seien bereits ein Verwaltungsbereich Smart City mit neuen Mitarbeitenden aufgebaut, die Strategieerstellung vorangebracht und erste Projekte modellhaft erprobt worden, sagt Oberbürgermeister Mike Schubert. Dabei würden die drei zentralen Zukunftsthemen Digitalisierung, Bekämpfung des Klimawandels und Bürgerbeteiligung miteinander verknüpft.

Smart und grün mit LoRaWAN

Im Detail vorgestellt hat Monty Balisch, Geschäftsführer der Stadtwerke Potsdam, das Projekt LoRaWAN. Dieses digitale Funknetzwerk ermöglicht im Rahmen der Smart City die energieeffiziente Übertragung kleinerer Datenmengen über eine große Reichweite. Derzeit hat der Stadtwerke-Verbund fünf so genannte Gateways im Stadtgebiet errichtet und unterschiedliche Sensorarten für diverse Anwendungsfälle ins Netz eingebunden, welche stetig erweitert werden. So wurden zu Testzwecken verschiedene Sensoren verbaut: etwa zur Raumklima-Messung in Konferenzräumen, zur Prüfung der Belegung von Parkplätzen an E-Ladesäulen oder zur Kontrolle von Server-Räumen.
Auch Sensoren, die die Bodenfeuchtigkeit im Umfeld von Bäumen messen, wurden verbaut. Ein solcher Sensor sendet dann regelmäßig die aktuelle Luft- und Bodentemperatur, die Luftfeuchtigkeit sowie die Bodenfeuchte. In einer nachgelagerten Plattform wird die Bewertung vorgenommen und dargestellt, ob die Bodenfeuchte für den Baum ausreichend ist. Diese Anwendung soll mit der Landeshauptstadt besprochen und gemeinsam weiterentwickelt werden, erklärt SWP-Geschäftsführer Balisch. Die Potsdamer Stadtwerke seien bereits im Austausch mit anderen Stadtwerken in Deutschland, um solche smarten Systeme weiterzuentwickeln und künftig in der Praxis einzusetzen.

Mitbestimmung als wichtiges Element

Potsdams Bewerbung im Förderprogramm Modellprojekte Smart Cities erfolgte in enger Abstimmung mit den Stadtwerken Potsdam und weiteren kommunalen Unternehmen. Das Vorhaben wird zudem von zahlreichen Akteuren der Potsdamer Wissenschafts- und Wirtschaftslandschaft, der Wohnungswirtschaft im Potsdamer Arbeitskreis StadtSpuren sowie von Institutionen der Metropolregion Berlin-Brandenburg unterstützt.
Nach der Förderbewilligung wurde zur Steuerung ein Projekt-Team eingesetzt, das die Umsetzung der ausgewählten Ideen vorbereitet.
Gemeinsam mit Potsdamer Bürgern, Experten sowie Stadtverordneten sollen die Prinzipien der digitalen Stadt diskutiert und ein gemeinsames Verständnis für die Rolle der Kommune in der digitalen Daseinsvorsorge gefunden werden. Darüber hinaus hat Oberbürgermeister Mike Schubert bereits im vergangenen Herbst einen Digitalisierungsrat einberufen (wir berichteten), der Impulse für die Umsetzung der Maßnahmen und Projekte geben und die Erarbeitung der Smart-City-Strategie begleiten soll. (sib)

https://www.potsdam.de/smartcity
https://www.swp-potsdam.de

Stichwörter: Smart City, Potsdam, Smart City Modellkommune, Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI)

Bildquelle: Landeshauptstadt Potsdam/Robert Schnabel

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Smart City
Braunschweig: Virtuelle Stadt in 3D
[18.8.2022] In Braunschweig ist nach jahrelangen Vorarbeiten ein 3D-Modell der Stadt online gegangen. Es gilt als wichtiger Baustein der dortigen Smart-City-Strategie und bildet die Grundlage für einen geplanten Digital Twin. Das Angebot steht Bürgern wie auch der Verwaltung offen. mehr...
Braunschweig digital und in 3D. Das Modell soll die Stadtverwaltung bei wichtigen Entscheidungen unterstützen.
Mönchengladbach: Handy-App analysiert Radwege
[17.8.2022] Die vom Bund geförderte Smart-City-Modellkommune Mönchengladbach setzt jetzt künstliche Intelligenz ein, um Schäden an Radwegen festzustellen. Zum Einsatz kommt die Handy-App Vialytics: Die Radwege werden abgefahren, per App aufgenommen und Schadensbilder automatisch analysiert. mehr...
Die Handy-App Vialytics hilft dabei, den Zustand von Radwegen zu erfassen und Schäden automatisiert zu erkennen.
Smart City: Den Wandel gestalten Bericht
[11.8.2022] Mit Smart-City-Strategien legen Kommunen die Grundlage für die koordinierte Implementierung ihrer Digitalprojekte im Kontext integrierter Stadtentwicklung. Eine neue Handreichung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) soll sie hierbei unterstützen. mehr...
Smart-City-Strategie: Für viele Kommunen eine Herausforderung.
Wadgassen: Von Smarties und Smartgassen
 Bericht
[10.8.2022] Die saarländische Wohngemeinde Wadgassen möchte sich als Zukunftsgemeinde Smartgassen neu definieren. Dazu gehören für Bürgermeister Sebastian Greiber nicht nur bürgerfreundliche digitale Behördengänge, sondern auch agile und moderne Verwaltungsstrukturen. mehr...
Wohngemeinde Wadgassen möchte sich als Zukunftsgemeinde „Smartgassen“ neu definieren.
Smart Country Convention (SCCON): Digitalpolitische Ziele setzen
[8.8.2022] Mitte Oktober dreht sich bei der Smart Country Convention alles um die Digitalisierung des Public Sector. Auf vier Bühnen widmen sich Expertinnen und Experten den aktuellen Fragestellungen rund um E-Government und Smart City. mehr...
Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 08/2022
Kommune21, Ausgabe 07/2022
Kommune21, Ausgabe 06/2022
Kommune21, Ausgabe 05/2022

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Aktuelle Meldungen