Apps:
Bus sorgt für aktuelle Straßenkarten


[15.7.2022] Fahrzeuge, die ohnehin regelmäßig durch die Stadt fahren, können jetzt nebenbei Daten für stets aktuelle Straßenkarten liefern. Fraunhofer FOKUS hat zu diesem Zweck eine App entwickelt, die auf gewöhnlichen Smartphones läuft und Objekte wie Straßenschilder, Ampeln, Richtungspfeile, Bordsteine oder Spurmarkierungen erkennen kann.

Bus liefert im Einsatz Daten für aktuelle Straßenkarten an die Stadt. Eine App, die ohne Spezialsensoren die Straßensituation erfassen kann, hat jetzt das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) veröffentlicht. Wie das Institut mitteilt, läuft die Anwendung auf herkömmlichen Smartphones und kann der Stadt kontinuierlich Daten für eine aktuelle Straßenkarte liefern. Schäden an der Straßeninfrastruktur können so frühzeitig erkannt und behoben werden. Damit die App ihren Dienst tun kann, wird das Smartphone an der Windschutzscheibe von Fahrzeugen befestigt, die ohnehin regelmäßig durch die Stadt fahren. Dazu zählen Busse des ÖPNV ebenso wie Müllfahrzeuge. Um den Fahrer nicht abzulenken, sei der Screen deaktiviert. Genutzt werden die Video- und GPS-Daten, die mit dem Smartphone generiert und direkt im mobilen Gerät verarbeitet werden. Dafür laufen in der App vortrainierte neuronale Netze, die Objekte erkennen. Um Datenschutz und einen schnellen Transfer ins Back End bei Fraunhofer FOKUS zu gewährleisten, werden nur Objektinformationen wie Straßenschilder, Ampeln, Richtungspfeile, Bordsteine oder Spurmarkierungen weitergeleitet, die für die Detektion von Änderungen notwendig sind.

Crowdsourcing statt Spezialmessung

Die Daten aus der App seien zwar ungenauer als die Daten, die Messfahrzeuge mit Laserscannern generieren. Dafür könne der gleiche Ort mehrfach am Tag abgefahren werden, wodurch sich wiederum ein genaues Bild ergibt. Die Änderungsdetektion erfolge dann automatisch durch einen Vergleich der neuen Daten mit der digitalen Karte im Back End. Die Änderungen werden an die Stadtverwaltung weitergeleitet, wo sie in die digitale Karte überführt werden.
Die App wurde laut Fraunhofer FOKUS in Kooperation mit BT Berlin Transport in verschiedenen Linienbussen erprobt. Im vergangenen Jahr habe sie pro Monat durchschnittlich 350 Stunden lang Daten auf circa 10.500 Kilometern erhoben und dabei rund 7,8 Millionen Objekte erkannt. Von Interesse für optimale Verkehrsbedingungen war für BT beispielsweise die Erkennung, Erfassung und Analyse der Busspuren. „Die Stadtverwaltung bekommt mit unserer App eine agile und datensparsame Alternative zu den aufwendigen Stadtkartierungen mit speziellen Messfahrzeugen, die üblicherweise nur alle paar Jahre durchgeführt werden und bei denen dann viele Terabyte an Daten aufwendig und langwierig aufbereitet werden müssen“, sagt Ilja Radusch, Leiter des Geschäftsbereichs Smart Mobility am Fraunhofer FOKUS.

Fortsetzung folgt

Erarbeitet wurde die App im Projekt Shuttles&Co, das im Juni 2022 nach zweieinhalbjähriger Laufzeit zu Ende ging. Das Projekt wurde von der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz geleitet und vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr mit insgesamt 9,8 Millionen Euro gefördert. Fraunhofer FOKUS will die App im Nachfolgeprojekt KIS’M weiter entwickeln. Beispielsweise soll die KI so trainiert werden, dass sie auch Objekte wie Schlaglöcher erkennt. Geplant sei, die Kooperation mit BT Berlin Transport in KIS’M fortzuführen. (ve)

https://www.fokus.fraunhofer.de

Stichwörter: Geodaten-Management, Apps, Fraunhofer FOKUS

Bildquelle: Berlin Partner/ Fraunhofer FOKUS

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Geodaten-Management
Düsseldorf: GeoShop ist eröffnet
[17.8.2022] Einen GeoShop mit Produkten des Vermessungs- und Katasteramts hat jetzt Düsseldorf eröffnet. Erstmals bietet die Stadtverwaltung damit einen völlig automatisiert ablaufenden Online-Bestellprozess an, der die Nutzenden von der Bestellung über die Produktlieferung eines Geodatenprodukts bis hin zur Bezahlung lenkt. mehr...
Der Düsseldorfer GeoShop ist für die Öffentlichkeit freigegeben.
Bayern: Kulturgüter virtuell besuchen
[12.8.2022] Acht beliebte Sehenswürdigkeiten der bayerischen Schlösserverwaltung können im BayernAtlas jetzt originalgetreu in 3D besichtigt werden. mehr...
Bayern: Schloss Neuschwanstein kann jetzt auch virtuell erkundet werden.
Memmingen: Digitaler Zwilling entsteht
[9.8.2022] Die Stadt Memmingen will mit dem Aufbau eines Digitalen Zwillings sowie eines LoRaWAN ihre Innenstadt nachhaltig stärken und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. mehr...
Leverkusen: Virtuell für den Katastrophenfall trainieren
[9.8.2022] Im Rahmen des Projekts oKat-SIM der Universität Potsdam werden Augmented-Reality-Methoden für die Weiterbildung im Bereich Katastrophenschutz und zivile Sicherheit entwickelt. Unterstützt wird das Vorhaben unter anderem von der Stadt Leverkusen, die den aktuellen Prototypen des Simulationsprogramms jetzt getestet hat. mehr...
Projekt oKat-SIM: Führungskräfte der Feuerwehr Leverkusen testen 3D-Simulation.
Bad Homburg: Mit Geodaten Hochwasserrisiko bewerten
[5.8.2022] Die Stadt Bad Homburg nutzt Geodaten und ein Simulationsmodell, um die Risiken von Starkregenereignissen besser bewerten und entsprechende Schutzmaßnahmen entwickeln zu können. mehr...
Bad Homburg will auf künftige Starkregenereignisse besser vorbereitet sein.
Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 08/2022
Kommune21, Ausgabe 07/2022
Kommune21, Ausgabe 06/2022
Kommune21, Ausgabe 05/2022

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Geodaten-Management:
NOLIS GmbH
31582 Nienburg/Weser
NOLIS GmbH
brain-SCC GmbH
06217 Merseburg
brain-SCC GmbH
GIS Consult GmbH
45721 Haltern am See
GIS Consult GmbH
Aktuelle Meldungen