Leverkusen:
Virtuell für den Katastrophenfall trainieren


[9.8.2022] Im Rahmen des Projekts oKat-SIM der Universität Potsdam werden Augmented-Reality-Methoden für die Weiterbildung im Bereich Katastrophenschutz und zivile Sicherheit entwickelt. Unterstützt wird das Vorhaben unter anderem von der Stadt Leverkusen, die den aktuellen Prototypen des Simulationsprogramms jetzt getestet hat.

Projekt oKat-SIM: Führungskräfte der Feuerwehr Leverkusen testen 3D-Simulation.
In Krisenfällen ist schnelles und abgestimmtes Handeln oberstes Gebot. Mitglieder von Krisenstäben üben dies in regelmäßigen Schulungen. Neue Wege beim Krisentraining erprobt das im Jahr 2019 gestartete Forschungsprojekt oKat-SIM der Universität Potsdam. 
oKat-SIM steht für „optimierte Katastrophenbewältigung mittels Augmented Reality Simulation“. Zu diesem Verbundprojekt hat sich ein interdisziplinäres Team aus den Geo- und Kognitionswissenschaften der Universität Potsdam, den Bereichen multimediale und interaktive Systeme der Universität Lübeck und Neue Medien der Filmuniversität Babelsberg sowie des Unternehmens UP Transfer zusammengeschlossen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. 
Als einer von insgesamt fünf Validierungspartnern ist die Stadt Leverkusen, vertreten durch das Baudezernat (GIS-Stelle des Fachbereichs Kataster und Vermessung) und die Technischen Betriebe, an dem Projekt beteiligt und hat nach eigenen Angaben unter anderem Geodaten zur Entwicklung des 3D-Modells, spezifische Hochwasserdaten und Einsatzpläne für Leverkusen sowie Hochwasserszenarien in die Entwicklung des Schulungsmodells eingebracht.
Ziel von oKat-SIM ist es, Führungskräfte in Verwaltung und Landesbehörden für Krisensituationen fachlich und methodisch zu schulen und so lokale Behörden bei der Vorbereitung, Vorsorge und Bewältigung von Großschadenslagen zu unterstützen. Zum Einsatz kommt dabei nach Angaben der Stadt Leverkusen eine GIS-basierte Modellierung von Naturkatastrophen (Überschwemmungen und Erdrutsche) in Kombination mit Augmented Reality (AR), das heißt, es werden Großschadenslagen visualisiert und Krisenstabsszenarien in einer 3D-Umgebung simuliert.
Augmented Reality erlaubt einerseits die Visualisierung realistischer Vor-Ort-Situationen und andererseits das kooperative Handeln des Krisenstabs in möglichen Echtzeit-Szenarien. Die Daten werden dabei so aufbereitet, dass sie intuitiv erfassbar sind. Dadurch wird die Vielfalt von Handlungsoptionen direkt spürbar und die Tragweite der daraus resultierenden Entscheidungen sichtbar.
Ein Team von zehn Mitarbeitenden aus Verwaltung und Feuerwehr der Stadt Leverkusen mit Erfahrung in der Krisenstabsarbeit hat den aktuellen Prototypen des Programms nun abschließend getestet. Krisenstabsleiterin Andrea Deppe zieht ein positives Fazit: „Die Flutkatastrophe und die Explosion im vergangenen Sommer haben uns gezeigt, wie schnell sich eine Großschadenslage entwickeln kann, die alle Kräfte von Feuerwehr und Krisenstab beansprucht. Um solche Szenarien besser und realistischer trainieren zu können, ist die Entwicklung von Simulationsprogrammen, die Zukunftstechnologien wie Augmented Reality integrieren, sehr wichtig. Deshalb haben wir als Validierungspartner das Forschungsprojekt gerne unterstützt und hoffen auf eine Fortsetzung.“ (bw)

https://okat-sim.geo.uni-potsdam.de
https://www.leverkusen.de

Stichwörter: Geodaten-Management, Leverkusen, Katastrophenschutz, Augmented Reality, 3D

Bildquelle: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF


Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Geodaten-Management
Bayern: Online-Atlas wird zehn
[19.9.2022] Vor zehn Jahren ging der BayernAtlas online. Der zentrale digitale Kartendienst für den Freistaat richtet sich sowohl an Fachanwender als auch an Bürger und bietet Services von Grundstücksdaten über Freizeitkarten bis hin zu 3D-Ansichten bedeutender Baudenkmäler. mehr...
Heidelberg: Sicherer Schulweg 2.0
[16.9.2022] Einen neuen Service für Eltern von Schulkindern bietet jetzt die Stadt Heidelberg an: Sie hat ihre Kinderwegepläne digitalisiert. Künftig sollen sich die Pläne dynamisch etwa an Baustellen auf einer Strecke anpassen und dann Alternativrouten vorschlagen. mehr...
Leipzig: Online-Karte zeigt Baumfällungen an
[9.9.2022] Einen neuen Service bietet die Stadt Leipzig an: Eine digitale Karte informiert künftig darüber, wo und aus welchen Gründen Baumfällungen geplant sind. mehr...
Hessen: Offene Geobasisdaten für alle
[29.8.2022] Seit Februar 2022 stellt Hessen Geodaten weitgehend kostenfrei online zur Verfügung. Im Auftrag der Hessischen Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation wurde das Verfahren „Geodaten online“ von der Hessischen Datenzentrale (HZD) zu einer Open-Data-Plattform ausgebaut. mehr...
Düsseldorf: GeoShop ist eröffnet
[17.8.2022] Einen GeoShop mit Produkten des Vermessungs- und Katasteramts hat jetzt Düsseldorf eröffnet. Erstmals bietet die Stadtverwaltung damit einen völlig automatisiert ablaufenden Online-Bestellprozess an, der die Nutzenden von der Bestellung über die Produktlieferung eines Geodatenprodukts bis hin zur Bezahlung lenkt. mehr...
Der Düsseldorfer GeoShop ist für die Öffentlichkeit freigegeben.
Weitere FirmennewsAnzeige

DigitalPakt Schule 2.0: Standards für mehr Tempo in der digitalen Bildung
[30.9.2022] Mit verbesserten Förderstrukturen wäre eine Neuauflage des DigitalPakts 2.0 eine große Chance für die Beschleunigung der Digitalisierung an Schulen. In seiner aktuellen Form erschweren aufwändige Ausschreibungsverfahren, dass Schulen die Fördermittel nachhaltig einsetzen können. Welchen Vorteil hätten einheitliche Standards? mehr...

3-Way-Match in der Rechnungsprüfung: Der Weg zur No-Touch-Buchung
[26.9.2022] Die Messe Stuttgart hat sich gleich nach ihrem Wechsel auf S/4HANA eines weiteren wichtigen Themas angenommen: der Einrichtung einer ganzheitlichen und SAP-integrierten P2P-Lösung. mehr...
Suchen...

 Anzeige



Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 10/2022
Kommune21, Ausgabe 09/2022
Kommune21, Ausgabe 08/2022
Kommune21, Ausgabe 07/2022
Kommune21, Ausgabe 06/2022
Kommune21, Ausgabe 05/2022

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Geodaten-Management:
ekom21 – KGRZ Hessen
35398 Gießen
ekom21 – KGRZ Hessen
NOLIS GmbH
31582 Nienburg/Weser
NOLIS GmbH
brain-SCC GmbH
06217 Merseburg
brain-SCC GmbH
Aktuelle Meldungen