Schleswig-Holstein:
Digitalisierungsschub für die Verwaltung


[11.10.2022] Schleswig-Holstein beschleunigt die Digitalisierung von OZG-relevanten Verwaltungsleistungen. Eine Datenstrategie, deren Eckpunkte jetzt beschlossen wurden, soll Wirtschaft und Wissenschaft nutzen und ebenfalls dazu beitragen, die Verwaltung bürgerfreundlicher zu machen.

Vorzeigeland bei der Digitalisierung will Schleswig-Holstein nach eigenem Bekunden werden. Das nördliche Bundesland beschleunigt die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) und hat die Eckpunkte für eine Landesdatenstrategie beschlossen.
Bis Ende 2022 will das Land alle Verwaltungsdienstleistungen im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes auch online zur Verfügung stellen. Schon jetzt werden zahlreiche solcher Dienste digital angeboten. Insbesondere in den letzten 100 Tagen sei eine signifikante Beschleunigung der Produktivsetzung von Online-Diensten auf dem Serviceportal Schleswig-Holstein gelungen, sagte Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. Grundlage dieses Fortschritts sei das Vorgehensmodell zur OZG-Umsetzung.
Damit die Kommunen in Schleswig-Holstein möglichst schnell und unkompliziert auf diese Angebote zugreifen können, wurde in Kooperation des Landes mit dem ITV.SH ein Online-Dienste-Shop entwickelt, in dem diese Services nun zur Mitnutzung angeboten werden. So könnten Kommunen sich Basis- und Online-Dienste zur eigenen Umsetzung des OZG bestellen und diese ohne großen Aufwand zum Teil ihrer Digitalisierungsstrategie machen. Bei Landeszuständigkeit würden die neuen Dienste direkt auf Serviceportalen produktiv gesetzt, so Schrödter. Einige der neuen Services sind EfA-Dienste für die Beantragung von Wohngeld, die künftig auch von anderen Ländern mitgenutzt werden können.

Kultur des Datenteilens schaffen

Die Landesregierung hat die Eckpunkte der im Juli 2022 vorgestellten Landesdatenstrategie nun beschlossen (wir berichteten). Damit will das Land Wettbewerbsvorteile für die Wirtschaft schaffen und die wissenschaftliche Forschung verbessern. Gleichzeitig solle die Verwaltung damit noch bürgerfreundlicher und effizienter werden. Die Verfügbarkeit von Daten sei eine wichtige Voraussetzung für die Digitalisierung und speziell den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI), sagte Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. Mit dem Offene-Daten-Gesetz und dem Open-Data-Portal (wir berichteten) habe das Land erste Schritte dafür getan. Mit der Landesdatenstrategie würden nun auch verwaltungsinterne Daten ressortübergreifend für Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung nutzbar gemacht.
Das Land wolle alle Daten der öffentlichen Verwaltung kostenfrei und maschinenlesbar zur Verfügung stellen. Davon solle es künftig nur in begründeten Fällen Ausnahmen geben, so der Minister. Deshalb sollen neben den Datenschutzbeauftragten in allen Ressorts auch Datennutzbeauftragte ernannt und ein Kompetenzzentrum für Daten-Management gegründet werden. Insbesondere rechtliche Bedenken müssten ausgeräumt und Best-Practice-Beispiele für Datenbereitstellung und -analyse erarbeitet werden. Das Eckpunktepapier skizziert die verschiedenen Handlungsfelder – vom Kompetenzaufbau und Veränderungsmanagement über technische und organisatorische bis hin zu rechtlichen Fragen. (sib)

Kommunaler Online-Dienste-Shop des Landes Schleswig-Holstein (Beta) (Deep Link)
Eckpunkte einer Landesdatenstrategie für Schleswig-Holstein (Deep Link)
https://www.schleswig-holstein.de

Stichwörter: Open Government, Schleswig-Holstein, OZG, Open Data



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Open Government
Leipzig: Positive Sogwirkung Bericht
[23.11.2022] Leipzig will möglichst viele Daten in offener Form zur Verfügung stellen und erwartet davon deutliche Effizienzsteigerungen. Das Open-Data-Portal der Stadt soll auch als inte­graler Bestandteil der im Aufbau befindlichen urbanen Datenplattform fungieren. mehr...
Leipzig möchte mit Open Data nachhaltig wachsen.
Open Data: Datenschatz für jedermann Bericht
[10.11.2022] Die Ampelkoalition hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Rechtsanspruch auf die Nutzung öffentlicher Daten zu verbessern. Um dies umzusetzen, müssen sowohl fachliche als auch technische Maßnahmen ergriffen werden. mehr...
Bund, Länder und Kommunen verfügen über zahlreiche wertvolle Daten.
Bertelsmann Stiftung: Kommunalbefragung zu Open Data
[8.11.2022] Welche Chancen und Herausforderungen verbinden Kommunen mit Open Data? Dies hat die Bertelsmann Stiftung zusammen mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) in einer Befragung untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Kommunen dem Thema Open Data zunehmend annähern. mehr...
STF: Förderung für offene Basistechnologien
[26.10.2022] Der Sovereign Tech Fund (STF) hat die ersten Open-Source-Projekte präsentiert, die noch in diesem Jahr Fördermittel erhalten sollen. Insbesondere offene digitale Basistechnologien werden unterstützt. Eine Skalierung und Verstetigung des Funds ist geplant. mehr...
Bayern: Förderung für digitale Planungsmodelle
[14.10.2022] Mit dem Projekt TwinBy will das Bayerische Staatsministerium für Digitales bayerische Kommunen dabei unterstützen, mit eigenen Daten digitale Planungsmodelle – so genannte Digitale Zwillinge – umzusetzen. Interessierte Kommunen können sich ab dem 7. November 2022 bewerben. mehr...
Suchen...

 Anzeige



Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 12/2022
Kommune21, Ausgabe 11/2022
Kommune21, Ausgabe 10/2022
Kommune21, Ausgabe 09/2022

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Open Government:
Aktuelle Meldungen