E-Partizipation Hamburg:
DIPAS navigator als zentraler Einstieg


[29.11.2022] Der neue DIPAS navigator informiert Interessierte mit nur einem Klick über alle Beteiligungsverfahren, die in Hamburg über das Digitale Partizipationssystem (DIPAS) abgewickelt werden. Als Open-Source-Lösung soll er auch anderen Kommunen zur Verfügung stehen.

Der Hamburger DIPAS navigator informiert mit einem Klick umfassend über die Bürgerbeteiligung in der Freien und Hansestadt. Erstmals können sich die Bürgerinnen und Bürger in Hamburg jetzt mit nur einem Klick umfassend über alle digitalen Bürgerbeteiligungsverfahren in der Freien und Hansestadt informieren. Wie das in der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen angesiedelte Amt für Landesplanung und Stadtentwicklung mitteilt, wurde zu diesem Zweck der neue DIPAS navigator online geschaltet.
Die Bürgerbeteiligung ist in Hamburg dezentral organisiert und liegt in der Verantwortung der Bezirke. Entsprechend vielfältig seien nicht nur die angebotenen Formate und Methoden, sondern auch die Themen und Absender. Das Digitale Partizipationssystem (DIPAS, wir berichteten) verbindet dabei das Hamburger Online-Beteiligungstool mit den vor Ort bei Bürgerveranstaltungen eingesetzten digitalen Planungstischen zu einem integrierten und medienbruchfreien digitalen System. Das Online-Tool wurde vom Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV) und dem City Science Lab der HafenCity Universität (HCU) entwickelt und ist seit dem Jahr 2016 im Einsatz. Es basiert auf Open Source Software und orientiere sich in seiner Struktur und Funktionalität an der Referenzarchitektur für Online-Partizipation des IT-Planungsrats. Die Planungstische wiederum machen Karten, Pläne, Geodaten und das digitale Stadtmodell bei Bürgerveranstaltungen nutzbar. Auch können Bürgerinnen und Bürger von zu Hause aus lokalisiertes Feedback geben und in den Dialog treten. Die online übermittelten Beiträge und Beiträge, die während der Veranstaltung entstehen, erfasst eine Datenbank parallel und synchron. Es kann zwischen 2D-Darstellung und 3D-Stadtmodell hin und hergeschaltet werden. Auch digitale 3D-Entwürfe können Nutzerinnen und Nutzer in dem Bestandsmodell einblenden – und beispielsweise den Schattenwurf vorhandener ebenso wie geplanter Gebäude simulieren. Die Aufbereitung komplexer Materie, zum Beispiel digitaler Bebauungspläne, in einer nutzerfreundlichen Darstellung soll den Austausch auf Augenhöhe zwischen Laien und Fachleuten fördern.

Zentral informiert mittels DIPAS navigator

DIPAS wurde von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen im Bereich Stadtwerkstatt zusammen mit LGV und HCU entwickelt. Die Open Source Software wurde im Februar 2021 als Public Code unter www.dipas.org und auf BitBucket für andere Städte, Institutionen und Forschungseinrichtungen zur Nachnutzung und Weiterentwicklung bereitgestellt. Die Städte Bremen, Leipzig und München nutzen DIPAS bereits.
Nach Amtsangaben wurden bis Ende 2022 in Hamburg fast 100 Verfahren von Landesbehörden, Hamburger Bezirksämtern, Projektentwicklern und städtischen Unternehmen mit dem Digitalen Partizipationssystem als Ergänzung zu analogen Formaten durchgeführt. Die Urban Data Platform und das 3D-Modell Hamburgs sind integrale Bestandteile von DIPAS, ebenso wie das vom LGV entwickelte Masterportal, ein modulares Open-Source-Geoportal, das mittlerweile auch in vielen anderen deutschen Kommunen genutzt wird.
Eine Möglichkeit, sich zentral darüber zu informieren, wo und zu welchen Themen digitale Beteiligungsangebote in Hamburg verfügbar sind, gab es nach Amtsangaben bislang nicht. Vielfach haben Bürgerinnen, Bürger und andere Stakeholder aber den Wunsch nach solch einem Angebot geäußert. Als benutzerfreundliche und unter den Aspekten der Barrierefreiheit entwickelte Web-Anwendung erfülle der DIPAS navigator nun diese Wünsche. Als neue DIPAS-Komponente wird er ebenfalls als Open Source Software veröffentlicht.

Ausgangspunkt und Einstiegsstelle

Bevor es an die technische Entwicklung des DIPAS navigators ging, hat nach Angaben der Freien und Hansestadt eine komplexe Anforderungserhebung mit unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen stattgefunden. Involviert waren demnach Bürgerinnen und Bürger, die fachliche Leitstelle für Bürgerbeteiligung in Hamburg (Stadtwerkstatt), Anwendende sowie Entwicklerinnen und Entwickler. IT-Dienstleister Dataport habe die gesammelten Informationen in einem Design zusammengeführt. Beide Arbeitsschritte wurde im Rahmen des Projekts Connected Urban Twins (CUT) umgesetzt. Auf dieser Basis habe dann der Hamburger Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung zusammen mit der Stadtwerkstatt die technische Entwicklung des Navigators durchgeführt.
Ziel sei eine automatisierte Datenintegration der Einzelverfahren in einer Übersichtsseite gewesen, die Daten, Inhalte und Kennzahlen zu DIPAS-Verfahren liefert, ohne dass eine händische Redaktion der Inhalte nötig ist. Die Verfahrensdaten seien in einem übergreifenden Modul als Datenbanksystem organisiert. Der DIPAS navigator werde über eine REST-API Schnittstelle (nach Participatory Data Specification – PDS) automatisch mit den Verfahrensdaten der einzelnen Verfahren gespeist, sodass die Informationen über das Beteiligungsgeschehen mit DIPAS in Hamburg immer aktuell angezeigt werden. So mache der DIPAS navigator sichtbar, wo Beteiligungsverfahren mit DIPAS aktuell zum Mitmachen freigeschaltet sind oder in der Vergangenheit stattgefunden haben, von wem diese Verfahren durchgeführt wurden, wann die nächsten (auch analogen) Termine und Veranstaltungen anstehen, welche übergreifenden Themen die Beteiligungen schwerpunktmäßig behandeln und wie die Resonanz war. Der Navigator diene somit als Ausgangspunkt und Einstiegsstelle für alle Interessierten, mache Bürgerbeteiligung transparent und lade zum Mitmachen ein. (ve)

DIPAS navigator Hamburg (Deep Link)
Stadtwerkstatt Hamburg (Deep Link)

Stichwörter: E-Partizipation, Dataport, Hamburg, DIPAS, Geodaten-Management

Bildquelle: Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung Hamburg

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