Metropolregion Rhein-Neckar:
Beschäftigte im Ausländerwesen entlasten


[9.1.2023] Die Regionalentwicklungsgesellschaft Metropolregion Rhein-Neckar fördert den Wissensaustausch unter Ausländerbehörden, um die Fachkräftezuwanderung zu erleichtern. Die Online-Plattform „Gemeinsam. Wissen. Nutzen.“ ist ein Qualifizierungsangebot für 22 Ausländerbehörden.

Personalmangel, häufige Gesetzesänderungen und intransparente Rechtslage: Die mehr als 540 Ausländerbehörden in Deutschland beklagen seit Längerem strukturelle Überlastung. Durch den Zulauf der Geflüchteten aus der Ukraine seit Frühjahr 2022 hat sich die Lage für die Kommunen und zuständigen Behörden nochmals drastisch verschärft. In der Metropolregion Rhein-Neckar wird nun ein gemeinsames Wissensmanagement etabliert. Damit sollen die Prozesse bei den Behörden – vor allem im Hinblick auf Einbürgerung und Fachkräftezuwanderung – verbessert werden. Dies berichtet die Regionalentwicklungsgesellschaft Metropolregion Rhein-Neckar (MRN).
Im Projekt „Gemeinsam. Wissen. Nutzen.“ knüpft MRN an eine erfolgreiche Zusammenarbeit der 22 Ausländerbehörden in den drei zugehörigen Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen an. Im Kern geht es dabei um Wissensmanagement, das nach Einschätzung der Regionalentwicklungsgesellschaft auch in der Verwaltung zunehmend an Bedeutung gewinne. Ursache dafür sei der demografische Wandel – wertvolles explizites und implizites Wissen gehe verloren, wenn Fachkräfte eine Behörde verlassen. Gleichzeitig steigt der Effizienzanspruch, und Aufgaben verteilen sich auf weniger Beschäftigte. Hier können innovative Informationstechnologien zum Wissensmanagement einen wichtigen Beitrag leisten, um Fachkräfte aus dem Ausland verzögerungsfrei anwerben, beschäftigen und integrieren zu können.

Wirtschaft profitiert bei der Fachkräftesuche

Es seien laut MRN vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, die den bürokratischen Prozess scheuen, der einem Aufenthaltstitel für eigentlich dringend benötigtes Personal vorausgeht. Nun sei in Abstimmung mit der regionalen Fachkräftestrategie eine gemeinsame Plattform aufgebaut worden, um es Unternehmen zu erleichtern, ausländische Fachkräfte zu gewinnen und sich zu vernetzen. Die Plattform ermöglicht den geschützten, informellen Austausch von Unternehmen untereinander, aber auch mit beteiligten Institutionen. Die technische Basis dieser Plattform kommt vom IT-Dienstleister Innoloft.

Qualifizierungsangebot für Ausländerbehörden

Die neu entwickelte Plattform ergänzt das bereits bestehende Angebot der Verwaltungsplattform KommunalCampus, die 2021 ebenfalls von der Metropolregion Rhein-Neckar initiiert wurde. Dort finden Migrationsbehörden passgenaue und praxisbezogene Online-Kurse zu Grundlagen des Ausländerrechts. Das Angebot enthält ebenfalls Schulungen zur Anwendung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes.
Das Projekt „Gemeinsam. Wissen. Nutzen.“ wurde mit Mitteln von insgesamt rund 220.000 Euro aus dem europäischen Asyl- Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) kofinanziert. Es wurde laut MRN auch bereits bei der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung Reem Alabali-Radovan vorgestellt, um die bundesweite Einführung auf den Weg zu bringen. (sib)

https://www.m-r-n.com
Virtuelles Netzwerk „Ausländische Fachkräfte“ (Deep Link)
https://www.kommunalcampus.net

Stichwörter: Personalwesen, Metropolregion Rhein-Neckar, Ausländerwesen, Weiterbildung



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Personalwesen
Eppingen: E-Learning stärken Bericht
[30.1.2023] Online-Trainings waren in Eppingen als Überbrückungslösung in Pandemiezeiten gedacht. Nun breitet sich das E-Learning immer weiter aus. Dabei geht es weniger um die Vermittlung von Fachwissen als vielmehr um eine flexible und breit gefächerte Weiterbildung. mehr...
Eppingen setzt auf Weiterbildung mit dem E-Learning Anbieter GoodHabitz.
Detmold: Sprungbrett für die Karriere Interview
[24.1.2023] Vielfältige Krisen und der Fachkräftemangel bedrohen die Leistungsfähigkeit der Verwaltung. Mit welchen Personalstrategien die Stadtverwaltung Detmold dem begegnet, erläutert Miriam Mikus, Erste Beigeordnete und Kämmerin, im Kommune21-Interview. mehr...
Dr. Miriam Mikus, Kämmerin der Stadt Detmold
Personalgewinnung: Moderne Wege gehen Bericht
[17.1.2023] Wirksame Personalgewinnungsstrategien zu nutzen, wird für öffentliche Arbeitgeber immer wichtiger, um die benötigten Fachkräfte zu finden. Dazu gehören etwa eine ansprechende Arbeitgeber-Website, moderne Kommunikationswege und virtuelle Vorstellungsgespräche. mehr...
Auf der Suche nach dem Perfect Match neue Ansätze nutzen.
E-Recruiting: Rechtssicher vorgehen Bericht
[13.1.2023] In Zeiten des Fachkräftemangels müssen Kommunen bei der Personalgewinnung neue Wege beschreiten. Das Internet, moderne Online-Stellenportale und soziale Netzwerke bieten vielfältige Kontaktoptionen. Rechtliche Leitplanken sollten aber beachtet werden. mehr...
Beim E-Recruiting rechtliche Leitlinien einhalten.
Wissensmanagement: Die Boomer-Generation geht Bericht
[27.10.2022] Der Pensions- oder Renteneintritt der so genannten Boomer-Generation wird den Personalmangel in der Verwaltung weiter verschärfen. Ein nie dagewesener Wissensexodus droht. Es gilt nun, dieses Wissen nachhaltig zu sichern, verfügbar zu machen und weiterzuentwickeln. mehr...
Suchen...

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Personalwesen:
ISGUS GmbH
78054 Villingen-Schwenningen
ISGUS GmbH
ekom21 – KGRZ Hessen
35398 Gießen
ekom21 – KGRZ Hessen
NOLIS GmbH
31582 Nienburg/Weser
NOLIS GmbH
Aktuelle Meldungen